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Leonardo Aktie: MRO-Zentrum für C-130J mit Lockheed Martin

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leonardo schließt Anti-Korruptionszertifizierung ab und baut Partnerschaften mit Lockheed Martin sowie Indonesien aus.

Leonardo Aktie: Neue Zertifizierung und milliardenschwere Deals
Abstrakte Darstellung einer modernen Luftfahrt-Wartungshalle mit Fokus auf präzise Ingenieurstechnik und Industriedesign. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Leonardo hat zum Wochenauftakt eine Reihe strategischer Meilensteine erreicht. Das Unternehmen schloss am heutigen Montag die Umstellung auf den neuen Anti-Korruptionsstandard ISO 37001:2025 erfolgreich ab. Neben Fortschritten in der Unternehmensführung stärkt der Konzern seine internationale Präsenz durch neue Kooperationen mit Lockheed Martin und indonesischen Partnern sowie durch die Vorstellung neuer Verteidigungstechnologien.

Neue Standards in der Korruptionsbekämpfung

Die Zertifizierung nach der neuen Norm ISO 37001:2025 wurde nach einem jährlichen Überwachungsaudit durch die Prüfgesellschaft RINA bestätigt. Dieser Schritt validiert die Wirksamkeit des Managementsystems von Leonardo bei der Bekämpfung von Korruption und der Handhabung von Interessenkonflikten. Francesco Macrì, der Präsident von Leonardo, erklärte dazu, dass die Zertifizierung den kulturellen Ansatz des Unternehmens stärke, der auf Ethik, Transparenz und Verantwortlichkeit basiere.

An dem Audit-Prozess waren mehr als 100 Mitarbeiter des Konzerns beteiligt. Erstmals wurden dabei auch die Korruptionsbeauftragten der einzelnen Geschäftsbereiche direkt in die Prüfung einbezogen. Die Erstzertifizierung nach ISO 37001 hatte das Unternehmen bereits im Jahr 2018 erhalten. Die aktuelle Migration auf den Standard von 2025 berücksichtigt zudem neue globale Herausforderungen wie den Klimawandel.

Strategische Kooperation mit Lockheed Martin

Parallel zur Stärkung der internen Governance vertieft Leonardo seine industrielle Zusammenarbeit mit dem US-Partner Lockheed Martin. Beide Unternehmen unterzeichneten heute eine Vereinbarung zum Ausbau des Wartungs-, Reparatur- und Überholungszentrums (MRO) für das Transportflugzeug C-130J in Italien. Die Kooperation ist auf die Märkte in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika ausgerichtet.

Die Zusammenarbeit baut auf einer rund zwanzigjährigen Partnerschaft auf. Weltweit wurden bereits über 570 Einheiten des Typs C-130J an 27 Länder ausgeliefert. Durch das neue Abkommen wird Leonardo zu einem zentralen Knotenpunkt für die Instandhaltung dieser Flotten in der Region. Gleichzeitig treibt der Konzern sein Hubschraubergeschäft voran: Mit der indonesischen Marine und dem dortigen Verteidigungsministerium wurde eine Absichtserklärung über die Lieferung von AW149-Hubschraubern unterzeichnet, die künftig für Such- und Rettungsmissionen sowie den Katastrophenschutz eingesetzt werden sollen.

Technologische Offensive und internationale Allianzen

Im Bereich der Hochtechnologie enthüllte Leonardo den „Michelangelo Dome“. Dabei handelt es sich um ein KI-gestütztes Verteidigungssystem, das kritische Infrastrukturen und Städte vor einer Vielzahl von Bedrohungen schützen soll. Laut Unternehmensangaben ist das System darauf ausgelegt, Hyperschallraketen, Drohnenschwärme sowie Angriffe von See und Boden zu erkennen und zu neutralisieren. Die volle Betriebsbereitschaft wird bis zum Ende des Jahrzehnts angestrebt.

Hinsichtlich des Global Combat Air Programme (GCAP), einem Gemeinschaftsprojekt von Großbritannien, Japan und Italien zur Entwicklung eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation, erhöhte Leonardo-CEO Lorenzo Mariani den Druck auf potenzielle Partner. Er betonte, dass interessierte Nationen bis Ende 2026 beitreten müssten, um den Zeitplan für die Entwicklung bis 2035 einzuhalten. Zuletzt hatte Kanada einen Beobachterstatus eingenommen, während auch Indien einen Beitritt erwägt.

An der Börse notiert die Leonardo-Aktie heute bei 53,09 Euro, was einem Anstieg von 2,06 Prozent entspricht. Das Papier bewegt sich damit mit einem Abstand von 3,50 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die US-Tochter Leonardo DRS, die am Mittwoch vor US-Börsenbeginn ihre Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen wird. Analysten erwarten dort im Konsens einen Gewinn von 0,27 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 902 Millionen US-Dollar.

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