Leonardo Aktie: Aufträge springen 31 Prozent auf 9 Milliarden
06.06.2026 - 03:04:09 | boerse-global.de
Gute Nachrichten vom Auftragsbuch, schwache Kurse an der Börse – bei Leonardo klaffen Geschäftsentwicklung und Aktienperformance auseinander. Der italienische Rüstungskonzern meldet für das erste Quartal 2026 einen sprunghaften Anstieg der Neubestellungen. Die Aktie notiert dennoch nahe ihrem Jahrestief.
Morningstar hebt Bewertung an
Morningstar hat den fairen Wert von Leonardo nach oben geschraubt. Grund ist die zunehmende Visibilität, mit der sich der milliardenschwere Auftragsbestand in Umsatz verwandeln lässt. Europas steigende Verteidigungsausgaben und operative Meilensteine untermauern diese Einschätzung – darunter ein Großauftrag über 23 AW149-Hubschrauber für das britische Militär.
Die Zahlen des ersten Quartals untermauern den Trend. Die neuen Aufträge legten um 31 Prozent auf 9 Milliarden Euro zu. Der gesamte Auftragsbestand erreichte 56,8 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (EBITA) kletterte um 33 Prozent auf 281 Millionen Euro – eine Marge von 6,3 Prozent.
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NATO-Projekt stärkt Position
Parallel dazu baut Leonardo seine Rolle in gemeinsamen Verteidigungsinitiativen aus. Gemeinsam mit Lockheed Martin UK, MBDA und Indra hat das Unternehmen ein neues Konzept für bodengestützte Luftverteidigung (GBAD) vorgestellt. Ziel ist ein vernetztes "Plug-and-Play"-System, das die nationale Systeme der Mitgliedstaaten – darunter Italien, Deutschland und Großbritannien – nahtlos verbindet. Das Projekt befindet sich in der zweiten Entwicklungsphase.
An der Börse zeigt sich von diesem Optimismus wenig. Die Aktie schloss am Freitag bei 51,34 Euro – das sind 21,6 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 65,50 Euro. Auf Jahressicht liegt das Papier mit minus 6,2 Prozent im Minus. Der 14-Tage-RSI von 44,7 signalisiert eine neutrale Marktlage, in der sich solide Auftragsbücher und konjunkturelle Gegenwinde die Waage halten.
Für die Aktionäre rückt nun die Umsetzung des dicken Auftragsbuchs in den Fokus. Besonders das globale Luftkampfprogramm GCAP und die Auslieferung kürzlich bestellter Eurofighter- und Hubschrauberflotten werden zeigen, ob Leonardo den Schwung in operative Ergebnisse übersetzen kann.
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