Leonardo Aktie: 4,6 Milliarden Pfund für Edgewing
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 01:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während Leonardo einen milliardenschweren Rüstungsauftrag einfährt, gibt die Aktie nach. Ein Widerspruch, der zeigt: Auftragsbücher und Kurscharts erzählen derzeit zwei verschiedene Geschichten.
Die Aktie des italienischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns fiel am Mittwoch um 0,67 Prozent auf 50,42 Euro. Am Vortag hatte das Papier noch bei 50,76 Euro geschlossen. Auf Wochensicht steht sogar ein Minus von 5,51 Prozent zu Buche.
Neue Hebelprodukte kommen an die Börse
Parallel zur Kursbewegung erweitert sich das Handelsangebot rund um Leonardo. Der Anbieter GraniteShares brachte am 15. Juli zwei neue Exchange Traded Products an die Borsa Italiana. Das ETFplus-Segment listet nun ein 2x Long Daily ETP mit dem Kürzel LEO2 und ein 2x Short Daily ETP namens LEOS.
Beide Produkte bilden die tägliche Kursbewegung von Leonardo gehebelt ab. Anleger können damit auf steigende oder fallende Kurse setzen, mit doppeltem Hebel im Tagesverlauf. GraniteShares baut damit sein Angebot an der italienischen Börse auf insgesamt 46 ETPs aus. Der Schritt spiegelt das wachsende Interesse an italienischen Industriewerten wider, gerade im Rüstungssektor.
Milliardenauftrag für Kampfjet-Programm
Noch während die neuen Handelsprodukte an den Start gingen, meldete Leonardo Fortschritte bei einem der größten Rüstungsprojekte Europas. Das Gemeinschaftsunternehmen Edgewing erhielt einen Auftrag über 4,6 Milliarden britische Pfund. An Edgewing sind BAE Systems, Leonardo und der japanische Partner JAIEC beteiligt.
Der 18-monatige Vertrag deckt die detaillierte Entwicklungsphase des Global Combat Air Programme ab. Das GCAP-Projekt soll bis 2035 einen Kampfjet der nächsten Generation einsatzbereit machen. Der aktuelle Auftrag ist Teil eines umfassenderen britischen Verteidigungsinvestitionsplans mit einem Volumen von 8,6 Milliarden Pfund. Die Mittel finanzieren den Übergang von der Konzeptphase zur konkreten technischen Umsetzung der multinationalen Kampfjet-Plattform.
Kurs bewegt sich unter wichtigen Marken
Der Großauftrag konnte die Aktie bislang nicht stützen. Leonardo notiert derzeit 1,63 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 51,25 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand sogar 5,41 Prozent.
Die Marktkapitalisierung liegt bei 29,77 Milliarden Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 65,50 Euro, erreicht im März, trennen die Aktie mittlerweile 23 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 43,53 Euro aus dem November besteht dagegen noch ein Polster von knapp 16 Prozent.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 41,11 Prozent — ein Hinweis auf die Nervosität im Rüstungssektor. Der RSI von 46,8 signalisiert derzeit weder Überkauft- noch Überverkauft-Signale. Auf Jahressicht steht die Aktie mit 1,52 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht dagegen mit einem Plus von 6,24 Prozent.
Die Diskrepanz zwischen operativem Fortschritt und Kursentwicklung dürfte Anleger in den kommenden Wochen weiter beschäftigen. Mit den neuen Hebelprodukten von GraniteShares haben sowohl optimistische als auch pessimistische Marktteilnehmer nun ein direktes Instrument, um auf die nächste Kursbewegung zu reagieren.
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