Lenovo, ThinkPad

Lenovo ThinkPad Rollable XD: Laptop mit aufrollbarem Display

07.01.2026 - 06:22:12

Lenovo präsentiert auf der CES 2026 ein ThinkPad, dessen Bildschirm sich von 13,3 auf 16 Zoll vergrößert. Der Prototyp kombiniert einen robusten Rollmechanismus mit KI-gesteuerter Software.

Lenovo revolutioniert auf der CES 2026 das Notebook mit einem Bildschirm, der sich auf Knopfdruck vergrößert. Der ThinkPad Rollable XD verwandelt sich von einem 13,3-Zoll-Gerät in eine 16-Zoll-Arbeitsstation – und könnte damit den Markt für mobile Profis neu definieren.

Vom Kompaktgerät zur Großbild-Workstation

Der Clou des Prototyps ist sein motorisiert aufrollbarer OLED-Bildschirm. Ein einfacher Wischgestus oder Sprachbefehl genügt, und der Display fährt nach oben. Aus dem handlichen 13,3-Zoll-Format wird so innerhalb von Sekunden ein fast 16 Zoll großer Bildschirm. Die Fläche wächst damit um satte 50 Prozent.

Diese vertikale Erweiterung soll vor allem bei Aufgaben helfen, bei denen lange Inhalte im Fokus stehen. Programmierer könnten mehr Codezeilen auf einmal sehen, Redakteure längere Texte bearbeiten und Analysten umfangreiche Tabellen besser überblicken. Der lästige Kompromiss zwischen Portabilität und Arbeitsfläche wäre damit Geschichte. Auf der Messe beeindruckte vor allem der robuste Mechanismus, der die flexible OLED-Panel straff und eben hält – eine klare Antwort auf bisherige Zweifel an der Haltbarkeit biegsamer Displays.

Zwei Bildschirme in einem Gehäuse

Doch Lenovo geht noch einen Schritt weiter. Im eingefahrenen Zustand verschwindet der überschüssige Bildschirm nicht einfach im Gehäuse. Er schlägt eine 180-Grad-Kurve und bildet auf der Notebook-Rückseite einen zweiten, nach außen gerichteten Display.

Dieser weltzugewandte Bildschirm ist durch eine spezielle Gorilla-Glass-Victus-2-Abdeckung geschützt, die Lenovo gemeinsam mit Corning entwickelt hat. Der Mechanismus soll 25.000 Aufroll-Zyklen überstehen – ein klares Signal für Serientauglichkeit. Praktischer Nutzen: Im geschlossenen Zustand zeigt das Gerät Widgets oder Kalenderbenachrichtigungen. In Meetings kann der Nutzer so Inhalte präsentieren, ohne den Laptop herumdrehen zu müssen.

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KI als intelligente Steuerzentrale

Das Gerät ist mehr als nur ein Hardware-Experiment. Es dient als Plattform für Lenovos KI-Strategie. Die Software passt sich automatisch an den wechselnden Bildschirmzustand an. Fensterlayouts werden beim Aufrollen intelligent neu arrangiert.

Eine besondere Anwendung nutzt den doppelseitigen Bildschirm: Bei persönlichen Gesprächen kann die KI in Echtzeit übersetzen. Während der Nutzer den Originaltext auf dem Hauptdisplay sieht, liest der Gegenüber die Übersetzung auf der Rückseite. Diese enge Verzahnung von Hardware und Software gilt als Schlüssel für den Erfolg flexibler Displays im Business-Bereich, wo Zuverlässigkeit im Vordergrund steht.

Marktanalyse: Vertikale Expansion statt Falt-Technik

Lenovo setzt mit dem ThinkPad Rollable XD auf eine andere Strategie als Mitbewerber. Statt auf horizontale Erweiterung oder Falt-Technologie setzt das Unternehmen auf vertikales Wachstum. Der Vorteil: Keine störende Falte in der Bildschirmmitte, wie sie bei faltbaren Modellen oft kritisiert wird.

Branchenbeobachter auf der CES werten den Prototyp als wichtigen Engineering-Meilenstein. Die Möglichkeit, einen 16-Zoll-Bildschirm im Gehäuse eines 13-Zoll-Ultrabooks unterzubringen, könnte die Kategorie „dünn und leicht“ neu definieren. Voraussetzung: Die Herstellungskosten sinken auf ein für Endkunden attraktives Niveau.

Wann kommt das Rollable-Display in den Handel?

Noch ist der ThinkPad Rollable XD ein reines Vorführmodell. Lenovo hat weder einen konkreten Veröffentlichungstermin noch einen Preis genannt. Erfahrungsgemäß dauert es von der CES-Präsentation bis zur Serienreife oft mehrere Jahre.

Doch der ausgereifte Eindruck des Prototyps lässt auf eine baldige Kommerzialisierung hoffen. Experten rechnen mit ersten marktreifen Geräten dieser Bauart innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre. Für hybrid arbeitende Professionals könnte sich dann eine Grundsatzfrage stellen: Braucht es wirklich noch einen separaten Monitor, wenn der Laptop seinen Bildschirm einfach selbst vergrößert?

@ boerse-global.de