Lenovo, KI-Sensoren

Lenovo bringt KI-Sensoren in Premium-PCs und All-in-One-Desktops

23.01.2026 - 17:43:12

Lenovo integriert erstmals virtuelle KI-Sensoren in seine Premium-PCs, um berührungslose Steuerung und automatische Präsenzerkennung zu ermöglichen. Die Technologie kommt auch in All-in-One-Desktops.

Lenovo stattet seine Spitzenmodelle mit virtuellen KI-Sensoren aus, um intuitivere Nutzererlebnisse zu schaffen. Die Technologie kommt erstmals auch in All-in-One-Desktops zum Einsatz.

Der Schritt markiert eine strategische Neuausrichtung des Konzerns: Vom Hardware-Hersteller zum Anbieter intelligenter Plattformerlebnisse. Die neuen, softwarebasierten Sensoren sollen PCs kontextbewusster und interaktiver machen – ganz ohne zusätzliche physische Bauteile. Die Auslieferung der Geräte läuft bereits.

So funktionieren die virtuellen Sensoren

Im Kern setzt Lenovo auf zwei Technologien des KI-Softwareunternehmens Elliptic Labs: den AI Virtual Tap Sensor™ und den AI Virtual Human Presence Sensor™.

Der Tap-Sensor ermöglicht berührungslose Steuerung. Ein einfaches Antippen des Gehäuses kann etwa die Dateiübertragung via „Smart Share“ starten oder Anwendungen öffnen. Bisher war diese Art der Interaktion vor allem von Smartphones bekannt. Jetzt soll sie auch am PC Arbeitsabläufe beschleunigen.

Der Präsenzsensor erkennt, ob ein Nutzer vor dem Gerät sitzt. Verlässt man den Arbeitsplatz, sperrt sich der Bildschirm automatisch – kehrt man zurück, erwacht der Laptop. Das schützt die Privatsphäre, spart Energie und steigert die Produktivität. Zusammen lassen die Sensoren den PC Absichten und Umgebung besser verstehen.

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Vom Laptop bis zum Desktop: Diese Modelle sind ausgestattet

Die KI-Sensoren rollen in Lenovos gesamter Premium-„Aura Edition“-Reihe aus. Ein Novum: Erstmals erhalten auch All-in-One-Desktops die Technologie.

  • All-in-One-Desktops: Das Business-Modell ThinkCentre X AIO Aura Edition und das Consumer-Gerät Yoga AIO i Aura Edition erhalten den Tap-Sensor.
  • Business-Laptops: Die ThinkPad X1 Aura Edition, ThinkPad X1 2-in-1 Aura Edition und ThinkPad X9 15p Aura Edition nutzen den Tap-Sensor für Produktivitätsfunktionen.
  • Consumer-Laptops: Die Modelle Yoga Pro 9i, Yoga Pro 7i und Yoga Slim 7i Ultra Aura Edition werden mit beiden Sensoren ausgeliefert.

Alle Geräte basieren auf Intels neuesten Core Ultra Prozessoren, die die nötige Rechenkraft für die lokale KI-Verarbeitung liefern.

Die Strategie: Software definiert das KI-Erlebnis

Die Ankündigung setzt die auf der CES 2026 vorgestellte Vision um. Lenovo positioniert seine „Aura Edition“ nicht mehr primär über Hardware-Spezifikationen, sondern über die intelligenten Erlebnisse, die sie ermöglicht. Der „KI-PC“ wird so durch seine Software-Fähigkeiten definiert – nicht nur durch seinen Chip.

Die Partnerschaft mit Elliptic Labs und Intel spiegelt einen Branchentrend wider: die hybride KI-Architektur. Indem Sensordaten und KI-Modelle lokal auf dem Gerät verarbeitet werden, sind Interaktionen schneller, privater und reagibler. Eine ständige Cloud-Anbindung ist nicht nötig. Die Verträge für diese Integration wurden bereits Mitte 2024 geschlossen – ein Zeichen für langfristige Planung.

Kontextbewusste Computer als neue Norm

Lenovos Fokus auf softwaredefinierte Sensoren positioniert das Unternehmen an der Spitze einer Bewegung hin zu wahrnehmungsfähigeren Computern. Wenn Betriebssysteme und Anwendungen immer stärker von KI durchdrungen sind, wird die Fähigkeit eines Geräts, seinen Kontext zu verstehen, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Die Initiative legt auch den Grundstein für Lenovos größere KI-Ambitionen. Der unternehmenseigene KI-Assistent Qira soll nahtlos über PCs, Smartphones und Tablets hinweg agieren. Die Sensordaten liefern ihm dabei den nötigen Kontext für natürlichere Interaktionen.

Die Ausweitung der Sensoren auf Desktops deutet auf eine Zukunft hin, in der intuitive Steuerung zum Standard bei allen Computern wird. Gewöhnen sich Nutzer erst einmal an Berührungssteuerung und automatische Präsenzerkennung, dürfte die Nachfrage nach durchgängig intelligenten Erlebnissen weiter wachsen – und den Wandel zur KI-nativen Ära beschleunigen.

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