Lean-Farming wird zum Schlüssel für Landwirte
23.02.2026 - 09:40:12 | boerse-global.deLandwirte weltweit setzen zunehmend auf Lean-Farming. Das Managementkonzept aus der Industrie optimiert Prozesse im Stall und auf dem Feld. Ziel ist mehr Effizienz und vor allem eine bessere Lebensqualität für die Betriebsleute.
Internationale Konferenzen machen Trend sichtbar
Das wurde kürzlich auf zwei großen Fachveranstaltungen deutlich. Beim DLG-Forum der Spitzenbetriebe in Hohenroda und auf der Australian Dairy Conference in Melbourne stand das Thema ganz oben auf der Agenda. Die Kernbotschaft: Erfolg misst sich nicht mehr nur an Herdengröße, sondern an effizienten Abläufen und guter Führung.
Die australische Konferenz verzeichnete mit über 900 Teilnehmern einen Rekord. Die Diskussionen kreisten um die Frage, wie Betriebe widerstandsfähiger und Arbeitsplätze attraktiver werden können.
So funktioniert die schlanke Landwirtschaft
Lean-Farming überträgt Prinzipien aus der Automobilindustrie auf den Hof. Es geht darum, Verschwendung systematisch zu eliminieren. Agrarberater identifizieren acht typische Probleme: unnötige Transportwege, Suchzeiten für Werkzeuge, fehlerhafte Kommunikation oder Wartezeiten an Maschinen.
Ein zentrales Werkzeug ist die 5S-Methode (Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin). Visuell dargestellte Standards für Routinen wie die Kälbergeburt oder das Melken senken die Fehlerquote. Neue Mitarbeiter lernen Abläufe schneller.
„Es geht nicht um härtere Arbeit, sondern um intelligenteres Arbeiten“, betonen Experten. Der Gewinn: wertvolle Freiräume und weniger Belastung.
Praxisbeispiele zeigen massive Effekte
Die Theorie funktioniert in der Praxis. Jana Hocken vom neuseeländischen LeanFarm-Projekt berichtete in Melbourne von ihrer Transformation. Die Arbeitswoche auf ihrem Familienbetrieb sank von extremen 11,2 auf 5,2 Tage.
Gleichzeitig bauten sie massive Schulden ab, steigerten die Profitabilität und konnten sogar einen weiteren Hof erwerben. Ein europäisches Beispiel ist die dänische Landwirtin Stieneke Ijdema. Sie kombiniert Lean-Management mit Tierbeobachtung, um Abläufe und Tierwohl zu optimieren.
Vom Wachstums- zum Optimierungs-Denken
Die Adaption von Lean-Farming markiert einen Paradigmenwechsel. Die klassische Antwort auf sinkende Margen – immer mehr Fläche, immer größere Ställe – stößt an Grenzen. Hohe Zinsen, Umweltauflagen und Fachkräftemangel zwingen zum Umdenken.
Wirtschaftsberater beobachten: Lean-Betriebe sind resilienter gegenüber Marktschwankungen. Die Produktionskosten sinken durch weniger Defekte und eine bessere Ressourcennutzung. Klare Arbeitszeiten und Abläufe werden zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Kampf um Personal.
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Digitalisierung wird den Trend beschleunigen
Experten gehen davon aus, dass Lean-Farming künftig fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Ausbildung wird. Die Nachfrage nach Schulungen steigt bereits jetzt stark.
Die fortschreitende Digitalisierung wird den Trend weiter befeuern. Die Kombination aus Lean-Prinzipien und Technologien wie KI oder Sensoren bietet enormes Potenzial. Daten helfen, Engpässe früh zu erkennen und Prozesse noch präziser zu steuern. Am Ende steht die Erkenntnis: Gute Arbeitsbedingungen sind kein Luxus, sondern die Grundlage für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
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