LeakBase, Internationale

LeakBase: Internationale Polizei zerschlägt Datenmarktplatz

06.03.2026 - 07:51:17 | boerse-global.de

Ein internationaler Polizeieinsatz unter Führung von FBI und Europol hat den prominenten Datenmarktplatz LeakBase ausgehoben und dessen Infrastruktur beschlagnahmt. Die Aktion enttarnt über 142.000 Nutzer.

LeakBase: Internationale Polizei zerschlägt Datenmarktplatz - Foto: über boerse-global.de
LeakBase: Internationale Polizei zerschlägt Datenmarktplatz - Foto: über boerse-global.de

Ein international koordinierter Schlag hat den prominenten Cybercrime-Marktplatz LeakBase ausgehoben. Die Aktion unter Führung des FBI und von Europol beschlagnahmte die Plattform-Infrastruktur und die Datenbank mit über 142.000 Nutzern. Für die globale Schattenwirtschaft ist es ein herber Rückschlag.

Operation Leak: Synchronisierter Schlag in 14 Ländern

Unter dem Codenamen Operation Leak gingen Behörden aus vierzehn Nationen am 3. und 4. März 2026 zeitgleich vor. Die Zentrale der Aktion lag bei Europol in Den Haag. Beteiligt waren neben den USA unter anderem Polizeien aus Großbritannien, Australien, Belgien und Spanien. In der ersten Phase führten Ermittler weltweit etwa einhundert Maßnahmen durch. Im Fokus standen siebenunddreißig der aktivsten Nutzer der Plattform.

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Es folgten Durchsuchungen, Festnahmen und sogenannte „Knock-and-Talk“-Interventionen, bei denen Verdächtige direkt kontaktiert wurden. Das US-Justizministerium bewertet die Operation als schwerwiegende Störung einer zentralen internationalen Drehscheibe für Cyberkriminelle. Europol betonte, die Aktion sende eine klare Botschaft: Wer mit gestohlenen Daten handelt, kann sich nicht auf digitale Anonymität verlassen.

Das Geschäftsmodell: Gestohlene Daten für alle

LeakBase war seit 2021 aktiv und unterschied sich von vielen anderen Schwarzmärkten: Die Plattform operierte nicht im Dark Web, sondern im offenen Internet. Das englischsprachige Forum funktionierte nach einem Abo-Modell. Für mehrere hundert Dollar erhielten Nutzer erweiterte Zugriffsrechte. Bis Dezember 2025 hatte die Seite über 142.000 registrierte Mitglieder, 32.000 öffentliche Beiträge und mehr als 215.000 private Nachrichten.

Das Geschäft drehte sich um den Handel mit gestohlenen Datenbanken und „Stealer-Logs“ – Sammlungen von Login-Daten, die Schadsoftware ausspäht. Hunderte Millionen Zugangsdaten, Kreditkartennummern und sensible Firmeninformationen wurden gehandelt. Interessant: Eine interne Regel verbot strikt den Verkauf von Daten mit Bezug zu Russland. Ein möglicher Hinweis auf die Herkunft der Betreiber.

Infrastruktur beschlagnahmt, Nutzer enttarnt

Nach den physischen Zugriffen folgte am 4. März die technische Phase. Die Ermittler übernahmen die Kontrolle über die beiden Hauptdomains von LeakBase. Wer die Seite heute aufruft, sieht eine offizielle Beschlagnahmungsmeldung der Strafverfolgungsbehörden. Entscheidend war jedoch die Sicherung der gesamten Nutzerdatenbank.

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Dieser Zugriff auf Kontodetails, private Nachrichten und IP-Logdaten ermöglichte bereits die Enttarnung mehrerer Nutzer, die sich in falscher Sicherheit wiegten. Proaktiv nutzten die Ermittler sogar die eigenen Kommunikationskanäle der Plattform, um Verdächtige direkt zu warnen. Die Analyse der gewaltigen Datensammlung zur Identifizierung weiterer Täter läuft.

Ein strategischer Sieg im Kampf gegen Cyberkriminalität

Die Zerschlagung von LeakBase markiert einen strategischen Erfolg. Experten sehen darin Teil einer aggressiveren Taktik globaler Behörden, die Grundversorgung der digitalen Kriminalität anzugreifen. Der Schlag fiel in eine aktive Woche: Parallel wurde die Phishing-as-a-Service-Plattform „Tycoon 2FA“ abgeschaltet.

Derartige offene Foren sind besonders gefährlich, da sie die Einstiegshürde für angehende Cyberkriminelle senken. Die Aktion reiht sich ein in die Zerschlagung von Vorgängerplattformen wie RaidForums (2022). Auch wenn Ersatzangebote auftauchen werden, untergräbt der konsistente Druck der Behörden das Vertrauen im kriminellen Untergrund. Die Angst, dass Administratoren Nutzerdaten preisgeben könnten, wächst.

Was folgt auf den Schlag gegen LeakBase?

Die Folgen der Operation werden das Cybercrime-Ökosystem nachhaltig verändern. Die Behörden nutzen die beschlagnahmte Datenflut nun für weitere Ermittlungen. Cybersecurity-Forscher rechnen in den kommenden Monaten mit einer Welle weiterer Festnahmen.

Kriminelle werden sich wahrscheinlich in stärker verschlüsselte, dezentrale oder reine Dark-Web-Plattformen zurückziehen. Das schränkt ihre Reichweite und Profitabilität jedoch ein. Unternehmen, deren Daten auf LeakBase gehandelt wurden, könnten vorübergehend weniger Angriffe erleben. Doch die Warnung der Experten ist klar: Die Nachfrage nach gestohlenen Daten bleibt hoch.

Unternehmen sollten ihre Sicherheitsmaßnahmen – insbesondere die Multi-Faktor-Authentifizierung – keinesfalls lockern. Die Überwachung auf kompromittierte Zugangsdaten ist weiterhin essenziell. Die Schattenwirtschaft wird versuchen, ihre Infrastruktur neu aufzubauen. Doch Operation Leak zeigt: Internationale Kooperation kann ihr das Geschäft erheblich erschweren.

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