LeakBase, Internationale

LeakBase: Internationale Polizei-Aktion schaltet Datenmarktplatz ab

05.03.2026 - 14:51:58 | boerse-global.de

Ein internationales Ermittlerteam hat das Cybercrime-Forum LeakBase abgeschaltet und dessen Infrastruktur beschlagnahmt, um Händler und Käufer gestohlener Identitäten zu identifizieren.

LeakBase: Internationale Polizei-Aktion schaltet Datenmarktplatz ab - Foto: über boerse-global.de
LeakBase: Internationale Polizei-Aktion schaltet Datenmarktplatz ab - Foto: über boerse-global.de

In einer weltweit koordinierten Aktion haben Ermittler das berüchtigte Cybercrime-Forum LeakBase zerschlagen. Europol und das FBI führten die Operation an, an der Strafverfolger aus 14 Ländern beteiligt waren. Die Plattform galt als einer der größten Umschlagplätze für gestohlene Nutzerdaten.

Operation Leak: Ein globaler Schlag gegen Datenhändler

Die Zerschlagung verlief in zwei Phasen. Am ersten Tag durchsuchten Polizeikräfte in acht Ländern rund 100 Objekte. Im Fokus standen 37 der aktivsten Nutzer der Plattform. Am darauffolgenden Tag folgte der technische Zugriff: Die Behörden beschlagnahmten die Domains und ersetzten die Startseite durch einen Warnhinweis.

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Dabei sicherten sie die komplette Infrastruktur und die zentrale Datenbank. Diese enthält IP-Protokolle, private Nachrichten und Transaktionsverläufe. Die Forensiker werten nun diese Beweismittel aus, um weitere Hintermänner und Käufer zu identifizieren.

Ein offener Marktplatz für gestohlene Identitäten

LeakBase war seit 2021 aktiv und über das reguläre Internet frei zugänglich. Bis Dezember 2025 hatte das Forum über 142.000 registrierte Mitglieder. Mehr als 32.000 Beiträge und 215.000 private Nachrichten wurden dort abgewickelt.

Das Geschäftsmodell war gefährlich für Verbraucher: Gehandelt wurden gestohlene Datenbanken und sogenannte Stealer Logs. Diese Datensätze, von Schadsoftware auf den Geräten der Opfer abgegriffen, enthielten Passwörter, Kreditkartennummern und Bankdaten. Kriminelle nutzten sie für Identitätsdiebstahl und Kontenübernahmen.

Beweissicherung durchbricht vermeintliche Anonymität

Die Sicherstellung der Server liefert den Behörden einen beispiellosen Einblick. "Die Operation zeigt, dass kein Bereich des Internets außerhalb unserer Reichweite liegt", sagte Europol-Experte Edvardas Šileris. Die vermeintliche Anonymität der Täter sei durchbrochen.

Das FBI betonte den Wert der gesicherten Daten. Nutzerkonten, Forenbeiträge und IP-Protokolle helpfen nun, die Identitäten der Akteure zu entschlüsseln. Verdeckte Ermittler hatten zudem bereits vor der Abschaltung innerhalb des Forums agiert, um Informationen zu sammeln.

Ein Schlag, der die Szene nachhaltig stört

Cybersicherheitsexperten sehen in der Aktion einen wichtigen Erfolg. Sie reiht sich ein in die Schließung ähnlicher Foren wie RaidForums oder BreachForums in den Vorjahren. Doch was unterscheidet diesen Schlag?

Die Beschlagnahmung der kompletten Kommunikationsdaten bringt nicht nur die Verkäufer, sondern auch die Käufer der gestohlenen Daten in Gefahr. Diese Käufer sind es, die die eigentlichen Angriffe auf Verbraucher durchführen. Die Operation stört die Vertrauensbasis in der kriminellen Szene nachhaltig – niemand kann sich seiner Anonymität noch sicher sein.

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Keine Entwarnung für Verbraucher

Für Nutzer bedeutet das Ende von LeakBase keine sofortige Entspannung. Bereits entwendete Datensätze zirkulieren weiter in dunklen Kanälen des Internets. Sicherheitsexperten raten deshalb zu konsequenten Schutzmaßnahmen.

Dazu gehören die Nutzung von Passwortmanagern, die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle wichtigen Konten und die regelmäßige Überprüfung alter Accounts. Nur so lässt sich das Risiko, Opfer vergangener Datenleaks zu werden, effektiv minimieren.

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