Lazard Aktie: Steuern bremsen Ergebnis
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 14:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rekord-Zuflüsse im Asset Management, die stärkste Deal-Pipeline seit über einem Jahrzehnt in der Beratungssparte – und am Ende bleiben gerade einmal drei Cent Gewinn pro Aktie übrig. Bei Lazard klaffen operativer Fortschritt und Bilanzergebnis im zweiten Quartal 2026 deutlich auseinander.
Der Nettoumsatz lag bei 808 Millionen Dollar, bereinigt bei 786 Millionen Dollar. Unterm Strich blieben nach US-GAAP nur 5 Millionen Dollar Gewinn, umgerechnet 0,03 Dollar je Aktie. Auf bereinigter Basis fiel das Ergebnis mit 13 Millionen Dollar beziehungsweise 0,12 Dollar je Aktie etwas höher aus.
Für das erste Halbjahr zeigt sich ein freundlicheres Bild. Der Nettoumsatz erreichte 1.564 Millionen Dollar, bereinigt 1.459 Millionen Dollar. Der GAAP-Gewinn lag bei 106 Millionen Dollar oder 0,94 Dollar je Aktie, der bereinigte Gewinn bei 60 Millionen Dollar beziehungsweise 0,54 Dollar je Aktie.
Wachstum trotz schwachem Quartalsgewinn
CEO Peter Orszag verwies auf die besten Netto-Zuflüsse im Asset Management seit knapp 20 Jahren und ein Rekordniveau beim verwalteten Vermögen. In der Beratungssparte erreichte Lazard die stärkste Position in den Halbjahres-Ranglisten für angekündigte Transaktionen seit 2014.
CFO Tracy Farr ordnete das schwache Quartalsergebnis ein: Eine erhöhte Steuerquote habe die Zahlen belastet, sei aber nicht repräsentativ für die Jahresrate. Hinzu kommt, dass Lazard eine umfangreiche Phase der Neuausrichtung im Berater-Team hinter sich lässt – die Investitionen in neue Talente sollen sich künftig stärker in den Erträgen niederschlagen.
Dividende bleibt unverändert
Parallel zu den Zahlen bestätigte der Vorstand die Quartalsdividende von 0,50 Dollar je Aktie. Die Auszahlung erfolgt am 14. August 2026 an Aktionäre, die am 3. August 2026 im Bestand sind.
Die unveränderte Ausschüttung trotz des schwachen Quartalsgewinns deutet darauf hin, dass das Management die Delle als vorübergehend einstuft. Die kommenden Quartale müssen zeigen, ob die von Orszag beschriebene Trendwende bei der Berater-Produktivität tatsächlich in höheren Gewinnen ankommt.
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