Largo Aktie: 11-Prozent-Sturz auf 0,66 Euro
09.06.2026 - 19:35:02 | boerse-global.de
Der Vanadiumproduzent Largo notiert bei 0,66 Euro – ein Minus von über elf Prozent an einem einzigen Tag. Der Aktienkurs fällt damit auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 2,17 Euro im Oktober 2025 hat das Papier mehr als zwei Drittel seines Werts verloren.
Der RSI liegt bei 22,8 Punkten. Das ist der Bereich, den Börsianer als überverkauft bezeichnen. Kein Wunder bei einem Kursrutsch von über 43 Prozent in zwölf Monaten.
Das Tungsten-Problem
Largo besitzt zwei Wolfram-Projekte: Northern Dancer im kanadischen Yukon und Currais Novos in Brasilien. Beide sind zu 100 Prozent in Firmenbesitz. Ende Mai kündigte der Vorstand an, strategische Optionen zu prüfen.
Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß: Partnerschaften, Joint Ventures, Verkäufe oder Ausgliederungen sind denkbar. Auch Asset-Finanzierungen und Minderheitsbeteiligungen stehen auf dem Prüfstand. Das Ziel ist klar: Largo will den Wert dieser Nicht-Kernaktiva heben. Parallel dazu konzentriert sich das Unternehmen auf sein Hauptgeschäft mit Vanadium und Ilmenit in Brasilien.
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Der Kern des Geschäfts
Vanadium ist ein kritischer Rohstoff für Stahl, Luftfahrt, Verteidigung und Energiespeicher. Largo zählt zu den führenden Primärproduzenten. Für 2026 bestätigte der Konzern eine Vanadium-Produktion zwischen 10.500 und 12.000 Tonnen V?O?-Äquivalent.
Im ersten Quartal 2026 weitete sich der Nettoverlust aus – allerdings weniger stark als im Vorjahreszeitraum. Die US-Importzölle auf brasilianische Produkte belasteten das Geschäft. Die operative Leistung der Maracás-Menchen-Mine verbesserte sich dagegen.
Katalysatoren am Horizont
Largo baut parallel sein Standbein im Bereich saubere Energiespeicher aus. Über das Joint Venture Storion Energy produziert das Unternehmen Elektrolyt für Vanadium-Redox-Flow-Batterien. Diese Großspeicher sind für die Energiewende relevant.
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Auch Nebenprodukte könnten zur zweiten Säule werden. Largo prüft die Förderung von Kupfer, Platinmetallen, Nickel und Kobalt aus seinen Vanadium-Vorkommen.
Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der operative Turnaround greift. Und die strategische Überprüfung der Wolfram-Aktiva könnte einen Kurstreiber liefern. Konkrete Ergebnisse gibt es bislang nicht.
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