Lang, Schwarz

Lang & Schwarz Aktie: Multi-Market-Maker bis Ende 2026

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 20:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lang & Schwarz verzeichnet starkes Wachstum bei strukturierten Produkten, kämpft aber mit technischen Problemen von Trade Republic im Market Making.

Lang & Schwarz: Strukturierte Produkte treiben Gewinn, Trade Republic bremst
Abstrakte, atmosphärische Szene, die Finanzmarktgestaltung, elektronischen Handel und zukünftiges Wachstum auf den Kapitalmärkten darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Juli 2026 in einer Stellungnahme zur aktuellen Geschäftsentwicklung geäußert. Im Zentrum steht ein deutlich verbessertes Ergebnis im Geschäft mit strukturierten Produkten – begleitet von einem offenen Eingeständnis, dass das börsliche Market Making unter technischen Problemen bei Trade Republic leidet.

Strukturierte Produkte als Wachstumstreiber

Im Segment strukturierte Produkte erzielte Lang & Schwarz im ersten Halbjahr 2026 ein Ergebnis von rund 30 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch etwa 20 Millionen Euro gewesen. Parallel dazu wuchs die Zahl der Neuemissionen kräftig: Mehr als 75.000 neue Produkte kamen in den ersten sechs Monaten auf den Markt, verglichen mit rund 45.000 im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen spricht zudem von einer soliden Kapitalbasis.

Market Making unter Druck durch Trade Republic

Weniger erfreulich fällt die Einordnung im Bereich Market Making aus. Lang & Schwarz erklärte, dass technische Probleme bei Trade Republic das börsliche Market Making beeinträchtigen. Als Reaktion plant das Unternehmen ein Multi-Market-Maker-Modell, dessen Umsetzung bis Ende 2026 angestrebt wird. Damit will sich Lang & Schwarz von der Abhängigkeit von einem einzelnen Handelspartner lösen und die Marktrolle breiter aufstellen. Bis zur vollständigen Umsetzung bleibt die Belastung aus dem Trade-Republic-Geschäft jedoch ein Unsicherheitsfaktor für das laufende Geschäftsjahr.

Kurs erholt sich von Mehrjahrestief

Die Aktie reagierte auf die Nachrichtenlage mit Erholung. Am Donnerstag notiert das Papier bei 15,32 Euro und legt damit um 2,47 Prozent zu, nach einem Schlusskurs von 14,95 Euro am Mittwoch. Erst am 14. Juli 2026 hatte die Aktie mit 14,35 Euro ihr 52-Wochen-Tief markiert – der aktuelle Kurs liegt damit rund 6,76 Prozent darüber. Der Relative-Stärke-Index von 13,5 auf 14-Tage-Basis signalisiert einen extrem überverkauften Zustand, was den jüngsten Kursanstieg technisch erklären dürfte.

Die Diskrepanz zwischen dem operativen Fortschritt bei den strukturierten Produkten und den strukturellen Problemen im Market Making dürfte die Aktie vorerst weiter volatil halten. Ob das geplante Multi-Market-Maker-Modell die Trade-Republic-Abhängigkeit tatsächlich bis Jahresende auflöst, bleibt der entscheidende Fixpunkt für die kommenden Monate.

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