Lancet-Kommission, Sehverlust

Lancet-Kommission: Sehverlust und Cholesterin erhöhen Demenzrisiko

17.02.2026 - 21:10:12

Eine aktualisierte Analyse erweitert die Liste vermeidbarer Demenz-Risiken um Sehverlust und hohes LDL-Cholesterin. Insgesamt könnten bis zu 45 Prozent der Fälle verhindert werden.

Eine aktualisierte Analyse der renommierten Lancet-Kommission erweitert die Liste der vermeidbaren Demenz-Risikofaktoren. Neu hinzugekommen sind Sehverlust im Alter und hohe LDL-Cholesterinwerte im mittleren Lebensalter. Insgesamt listet der Bericht nun 14 beeinflussbare Faktoren auf.

Laut der internationalen Expertenkommission ließen sich durch das konsequente Angehen dieser Risiken bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen verhindern oder deutlich verzögern. Die neuen Erkenntnisse bieten klare Ansatzpunkte für Vorsorge.

Zwei neue Faktoren auf der Risikoliste

Die „Lancet standing Commission on dementia prevention, intervention, and care“ hat ihre Liste von 2020 aktualisiert. Zu den bereits bekannten zwölf Faktoren wie Bluthochdruck, Hörverlust, Rauchen und sozialer Isolation kommen jetzt zwei weitere hinzu.

  • Hohes LDL-Cholesterin (ab ca. 40 Jahren): Verantwortlich für schätzungsweise 7 Prozent der Demenzfälle. Es kann die Bildung schädlicher Amyloid-Plaques im Gehirn fördern.
  • Unbehandelter Sehverlust (im späteren Leben): Steht für etwa 2 Prozent der Fälle.
Anzeige

Da hohes LDL-Cholesterin neu als Demenz-Risiko genannt wird, ist es jetzt besonders wichtig, die eigenen Blutwerte zu kennen. Ein kostenloser 25-seitiger PDF-Report erklärt verständlich, welche Laborwerte (inkl. Cholesterin) wirklich zählen, wann Handlungsbedarf besteht und welche Spezialtests sinnvoll sein können – direkt per E‑Mail. Laborwerte jetzt kostenlos checken

Warum Augen und Ohren so wichtig sind

Die Aufnahme von Seh- und Hörverlust unterstreicht die zentrale Rolle der sensorischen Gesundheit. Eine nachlassende Sehfähigkeit kann, ähnlich wie Schwerhörigkeit, zu weniger sozialen Kontakten und geistiger Stimulation führen. Das Gehirn wird weniger gefordert – das Risiko steigt.

Die Behandlung mit Hörgeräten gilt bereits als kostengünstige und wirksame Präventionsmaßnahme. Ein ähnlicher Effekt wird für die Korrektur von Sehschwächen erwartet. Weltweit bleiben bei etwa 12,5 Prozent der Menschen über 50 Jahre Sehprobleme unbehandelt.

Lebensstil und Umwelt bleiben entscheidend

Aktuelle Studien bestätigen zudem die Bedeutung von Umweltfaktoren. Die Belastung mit Feinstaub (PM2.5) wird immer klarer mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko in Verbindung gebracht. Die ultrafeinen Partikel können Entzündungsprozesse im Gehirn auslösen.

Eine Untersuchung für Deutschland zeigt das konkrete Potenzial: Rund 36 Prozent der Demenzfälle hierzulande lassen sich auf zwölf veränderbare Risikofaktoren zurückführen. Die einflussreichsten sind:
* Depressionen
* Schwerhörigkeit
* Niedriges Bildungsniveau
* Übergewicht
* Diabetes

Prävention ist eine lebenslange Aufgabe

In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die neuen Leitlinien machen deutlich: Ein großer Teil der Erkrankungen ist potenziell vermeidbar. Experten betonen, dass Vorsorge in jedem Alter beginnt.

Modellrechnungen zeigen: Würden die Risikofaktoren bis 2050 um 15 Prozent reduziert, könnten in Deutschland etwa 170.000 Neuerkrankungen verhindert werden. Die wirksamsten Instrumente liegen nahe: ein gesunder Lebensstil und eine gute medizinische Vorsorge.

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.