Lam Research Corporation-Aktie (US5324571083): Neues 52-Wochen-Hoch und Analysten im Fokus
10.06.2026 - 13:24:02 | ad-hoc-news.deVon AD HOC NEWS - Redaktion Unternehmen & Analysen Team | 10.06.2026
Die Aktie von Lam Research Corporation hat Anfang der Woche an der Nasdaq ein neues 52-Wochen-Hoch markiert und notierte im Tagesverlauf bis zu 349,09 US-Dollar, bevor sie bei rund 337,54 US-Dollar aus dem Handel ging. Laut Daten von MarketBeat liegt der Konsens der Analysten weiter bei einem „Moderate Buy“-Rating, während einzelne Häuser wie Wells Fargo ihre Kursziele deutlich nach oben angepasst haben. Zugleich mehren sich Mahnungen wie jene der Erste Group, die das Papier jüngst wegen erwarteten Margendrucks auf „Hold“ zurückgestuft hat. Damit liefert das aktuelle Analystenbild ein spannungsreiches Setup für Anleger, die den stark gelaufenen Halbleiterausrüster im Depot haben oder beobachten.
Analystenstimmen zu Lam Research: Zwischen Aufstufungen und Bremssignalen
Nach Daten von MarketBeat wird Lam Research von 34 Analysten beobachtet; 27 sprechen eine Kaufempfehlung aus, 7 stufen die Aktie mit „Hold“ ein. Insgesamt ergibt sich daraus ein Konsensrating „Moderate Buy“, also ein weiterhin überwiegend positives Votum, wenn auch nicht mehr mit uneingeschränkter Euphorie. Der durchschnittliche Zielkurs der erfassten Analysten liegt bei 306,52 US-Dollar und damit trotz der jüngsten Rally unterhalb des aktuellen Kursniveaus. Das verdeutlicht, dass der Markt der Bewertung des Unternehmens zuletzt mit hohem Tempo vorausgelaufen ist.
Besonders ins Auge fällt die aktuelle Einschätzung von Wells Fargo, die ihr Kursziel für Lam Research massiv von zuvor niedrigeren Niveaus auf 575 US-Dollar angehoben hat. Damit liegt dieses Ziel deutlich über dem Konsens und spiegelt die Erwartung wider, dass Lam Research langfristig überproportional vom Investitionszyklus rund um Künstliche Intelligenz und fortgeschrittene Fertigungstechnologien profitieren könnte. Wells Fargo positioniert sich damit klar im Lager der optimistischen Stimmen, die dem Unternehmen aufgrund seiner starken Marktstellung bei Ätz- und Beschichtungsanlagen hohe Margen und anhaltendes Wachstum zutrauen.
Kontrastierend dazu steht die jüngste Entscheidung der Erste Group, die Aktie auf „Hold“ abgestuft hat. Begründet wird der Schritt mit zunehmenden Risiken sinkender Brutto- und operativer Margen, die das Management selbst in seinem Ausblick reflektiert. Nach Einschätzung der Erste Group könnte der starke Investitionszyklus im Halbleitersektor perspektivisch auf höherem Wettbewerbsdruck und steigenden Kosten treffen, was die Profitabilität dämpfen würde. Diese mahnenden Stimmen zeigen, dass die Bewertungsfantasie nicht ohne Risiko ist und dass der künftige Margenverlauf ein wichtiger Prüfstein für die aktuelle Bewertung sein dürfte.
Für institutionelle Investoren bleibt Lam Research dennoch interessant, wie jüngste Positionsanpassungen bestätigen. So meldeten verschiedene Vermögensverwalter in den letzten Quartalen erhöhte Engagements in der Aktie, was den positiven Grundton vieler Profianleger unterstreicht. Auch wenn die Details einzelner Transaktionen häufig nur eingeschränkt öffentlich sind, zeigen 13F- und vergleichbare Meldungen, dass der Anteil institutioneller Investoren hoch bleibt und damit ein stabiler Nachfragepuffer im Markt vorhanden ist. Parallel dazu verweisen Beobachter auf die gestiegene Bedeutung von Lam Research im globalen Halbleiter-Ökosystem, was das Vertrauen großer Adressen in die mittelfristige Ertragskraft stützt.
In Summe ergibt sich aus den Analystenkommentaren ein ambivalentes, aber tendenziell freundliches Bild: Viele Häuser sehen in Lam Research einen Profiteur des KI-getriebenen Investitionszyklus und sprechen Kaufempfehlungen aus. Gleichzeitig signalisieren das moderatere Konsensrating „Moderate Buy“, der unter dem Kurs liegende Durchschnittszielkurs und einzelne Herabstufungen wie jene der Erste Group, dass ein Teil der Fantasie bereits im aktuellen Kurs eingepreist sein dürfte. Für Anleger bedeutet das, dass die künftige Entwicklung der Margen und der Investitionsbudgets der Chipindustrie genauer beobachtet werden muss als in ruhigen Marktphasen.
Neues 52-Wochen-Hoch: Kursentwicklung und Bewertung im Überblick
Die jüngste Kursbewegung von Lam Research war dynamisch. Die Aktie erreichte laut MarketBeat am Dienstag ein neues 52-Wochen-Hoch bei 349,09 US-Dollar, der Schlusskurs lag bei rund 337,54 US-Dollar. MarketBeat berichtet zugleich von einem Rückgang um 0,9 Prozent im Tagesverlauf, der vor allem als kurzfristige Konsolidation nach starken Anstiegen gewertet wird. Zuvor hatte TradingKey darauf hingewiesen, dass der Titel am 9. Juni mit einem Plus von 3,99 Prozent in den Handel gestartet war und damit sowohl den Technologiesektor als auch viele Wettbewerber outperformt hat. Auf Sicht von zwölf Monaten zählt Lam Research damit zu den stärkeren Werten im US-Tech-Segment.
Ein Blick auf Bewertungskennzahlen unterstreicht, wie ambitioniert der Markt die Aktie derzeit bepreist. Laut MarketBeat beträgt die Marktkapitalisierung des Unternehmens rund 402 Milliarden US-Dollar; das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird aktuell mit etwa 60,1 angegeben. Die PEG-Ratio, die das KGV ins Verhältnis zum erwarteten Gewinnwachstum setzt, liegt bei 2,51, was auf eine Bewertungsprämie gegenüber dem durchschnittlichen prognostizierten Wachstum hinweist. Hinzu kommt eine Beta-Kennzahl von 1,85, die eine deutlich höhere Schwankungsanfälligkeit als der Gesamtmarkt signalisiert. Diese Daten verdeutlichen, dass der Markt dem Unternehmen ein hohes Maß an Wachstums- und Margenfantasie zuschreibt, zugleich aber auch stärkere Ausschläge nach oben und unten einkalkuliert.
Auch auf Eurobasis zeigt sich die starke Performance. Das Finanzportal wallstreet-online weist für Lam Research eine Jahresperformance von über 100 Prozent aus. Demnach legte der Kurs auf Sicht von zwölf Monaten um rund 102 Prozent zu; auf 30-Tage-Sicht ergibt sich ein Gewinn von über 20 Prozent. Die Aktie hat ihr 52-Wochen-Tief im gleichen Zeitraum um deutlich mehr als 300 Prozent hinter sich gelassen, während sie aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Hoch notiert. Diese Daten unterstreichen, wie stark der Wert im Zuge des KI- und Halbleiterbooms nachgefragt wurde.
In Deutschland wird die Lam-Research-Aktie unter anderem über die Börsenplätze Xetra, Tradegate und Frankfurt gehandelt. Wallstreet-online nennt für die in Deutschland gelistete Aktie mit der WKN A40L1V zuletzt einen Realtimekurs von 274,13 Euro und eine Tagesveränderung von rund minus 2,8 Prozent. Im Wochenvergleich blieb die Bilanz dennoch deutlich positiv, was die hohe Volatilität bei gleichzeitig starkem übergeordneten Aufwärtstrend illustriert. Für deutsche Privatanleger bedeutet dies, dass neben der Entwicklung an der Nasdaq auch Wechselkurseffekte zwischen US-Dollar und Euro die Depotentwicklung beeinflussen.
Die Kombination aus neuen Hochs, ambitionierter Bewertung und erhöhter Volatilität sorgt dafür, dass viele Marktteilnehmer die Aktie enger verfolgen. Charttechnisch rückt die Frage in den Fokus, ob sich oberhalb der Zone um das jüngste Hoch eine neue Konsolidierungsbasis ausbildet oder ob Gewinnmitnahmen den Kurs zunächst stärker zurücksetzen. Intellectia.ai berichtete in einem früheren Marktkommentar, dass Lam Research auch stärkere Rückgänge von rund 5 Prozent in kurzer Zeit erleben kann, insbesondere wenn der breitere Halbleitermarkt schwächelt oder technische Marken wie die 20-Tage-Durchschnittslinie unterschritten werden. Solche Rücksetzer wurden in der Vergangenheit von vielen Marktteilnehmern als Gelegenheit genutzt, um Positionen in einem strukturell wachstumsstarken Segment aufzustocken.
Geschäftsmodell und Rolle im Halbleiter-Ökosystem
Lam Research ist ein spezialisierter Ausrüster der Halbleiterindustrie und entwickelt, produziert und wartet Anlagen, die insbesondere bei Ätz- und Beschichtungsprozessen in der Waferfertigung eingesetzt werden. Das Produktportfolio umfasst unter anderem ALTUS-Systeme zur Abscheidung konformer oder selektiver Schichten für Wolfram- oder Molybdän-Metallisierungsanwendungen sowie Coronus-Anlagen, die die Ausbeute der Fertigung verbessern sollen. Der Fokus auf technologisch anspruchsvolle Prozessschritte verschafft Lam Research in bestimmten Segmenten eine starke Wettbewerbsposition, die von Marktbeobachtern teils als quasi monopolartig beschrieben wird. Insbesondere im Bereich der Trockenätzsysteme gilt das Unternehmen als einer der weltweit führenden Anbieter.
Geografisch ist Lam Research breit diversifiziert. Das Unternehmen beliefert Kunden in den Vereinigten Staaten, China, Korea, Taiwan, Japan, Südostasien und Europa und folgt damit den globalen Fertigungsstandorten der großen Foundries und Speicherhersteller. Diese regionale Streuung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Märkten, macht das Geschäft jedoch gleichzeitig anfällig für regulatorische Eingriffe und Exportbeschränkungen, insbesondere im Handel mit China. Politische und regulatorische Risiken sind für Halbleiterausrüster inzwischen ein strategischer Faktor, der bei der Bewertung durch Analysten und Investoren eine immer größere Rolle spielt.
Operativ profitiert Lam Research von mehreren strukturellen Trends in der Halbleiterbranche. Dazu zählen die fortschreitende Miniaturisierung von Strukturen, der Übergang zu neuen Materialsystemen sowie der steigende Wafer-Bedarf durch Anwendungen wie Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing, 5G-Mobilfunk und autonomes Fahren. Für viele dieser Anwendungen werden hochkomplexe, mehrlagige Chipdesigns benötigt, die eine Vielzahl von Ätz- und Beschichtungsschritten erfordern. Lam Research positioniert sich genau in diesen wertschöpfungsintensiven Prozessschritten und kann so überdurchschnittliche Margen erzielen, solange die Nachfrage hoch bleibt.
Gleichzeitig ist das Geschäftsmodell kapitalintensiv und zyklisch. Investitionszyklen der großen Chipproduzenten führen zu Phasen mit hoher Auslastung und starkem Auftragseingang, gefolgt von Perioden, in denen die Kunden ihre Capex-Budgets reduzieren. Analysten weisen darauf hin, dass die aktuelle Investitionswelle rund um KI- und High-Performance-Computing-Infrastruktur eine neue Zyklusdimension erreicht hat, aber dennoch nicht frei von Schwankungen sein wird. Unternehmen wie Lam Research versuchen, diese Zyklen durch Service- und Wartungsverträge abzufedern, die laufende Einnahmen generieren und die Kundenbindung stärken. Diese Serviceumsätze bieten einen gewissen Puffer in schwächeren Investitionsphasen, können aber die Zyklik des Kernmaschinen-Geschäfts nicht vollständig neutralisieren.
Fundamentale Entwicklung und Ausblick des Managements
Die jüngsten Quartalszahlen von Lam Research wurden vom Markt positiv aufgenommen. Laut TradingKey hat das Unternehmen im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die Gewinnerwartungen übertroffen und ein robustes Wachstum in Schlüsselbereichen verzeichnet. Besonders hervor gehoben wird dabei die starke Nachfrage nach Anlagen, die für die Produktion von Chips für Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen benötigt werden. Diese Nachfrage stützt sowohl den Auftragseingang als auch die Auslastung der bestehenden Maschinenbasis, was sich in steigenden Margen niederschlägt.
Für das laufende vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 hat Lam Research eine Gewinnprognose von 1,50 bis 1,80 US-Dollar je Aktie abgegeben. Auf Basis der von MarketBeat zusammengetragenen Schätzungen erwarten Analysten im Schnitt einen Jahresgewinn von rund 5,67 US-Dollar je Aktie. Das Management signalisiert damit, dass der aktuelle Zyklus noch nicht am Ende ist, verweist aber zugleich auf potenzielle Belastungen durch Kostensteigerungen und einen möglichen Margendruck in einzelnen Segmenten. Diese vorsichtige Tonlage findet sich in den Kommentaren jener Analysten wieder, die ihre Einschätzung zuletzt neutraler formuliert haben.
Aus Investorensicht ist zudem relevant, wie das Unternehmen seine Kapitalallokation gestaltet. Lam Research nutzt freie Mittel traditionell für eine Mischung aus Forschung und Entwicklung, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen. Während Dividenden ein direktes Ausschüttungselement darstellen, dienen Rückkäufe dazu, die Zahl der ausstehenden Aktien zu reduzieren und so den Gewinn je Aktie zu stützen. In Phasen hoher Kursstände stellt sich allerdings die Frage, wie effizient solche Rückkäufe sind. Einige Analysten bevorzugen in dieser Situation erhöhte Investitionen in Technologie und Kapazitäten, um die technologische Führungsposition zu sichern.
Die Profitabilität des Unternehmens wird von vielen Beobachtern als stark eingeschätzt. In einer Analyse auf Seeking Alpha wird darauf hingewiesen, dass Lam Research in der Lage war, in den vergangenen Quartalen Rekordmargen zu erzielen, insbesondere im margenträchtigen Etch-Geschäft. Die Autorin bzw. der Autor dieser Analyse spricht von einer Art „Etch-Monopol“, das dem Unternehmen eine hohe Preissetzungsmacht gegenüber seinen Kunden verschaffen könnte. Diese Formulierung ist zwar zugespitzt, zeigt aber, wie dominant Lam Research in bestimmten Nischen wahrgenommen wird. Auf dieser Grundlage wird in der Analyse ein einjähriges Kursziel von 360 US-Dollar genannt, verbunden mit einer positiven Einschätzung des Risikoprofils.
Die Kehrseite der starken Profitabilität ist, dass sie Erwartungen für die Zukunft hochschraubt. Analysten wie jene der Erste Group verweisen darauf, dass steigende Personalkosten, höhere F&E-Aufwendungen und ein verschärfter Wettbewerb die Margenperspektive eintrüben könnten. Zudem könnten Investoren sensibel reagieren, falls die Wachstumsdynamik im KI-bezogenen Chipsegment nachlassen oder sich zeitlich verschieben sollte. In einem Umfeld, in dem der Markt hohe Multiples zahlt, können bereits moderate Enttäuschungen bei Umsatz oder Marge zu deutlichen Kursreaktionen führen. Für Anleger wird es daher wichtig sein, die Quartalsberichte und den jeweils aktualisierten Ausblick eng zu begleiten.
Lam Research im Wettbewerbsumfeld: Positionierung unter den Halbleiterausrüstern
Lam Research agiert in einem engen Kreis führender Halbleiterausrüster, zu denen unter anderem Applied Materials, KLA und ASML zählen. Während ASML mit seinen EUV-Lithographiesystemen eine quasi einzigartige Stellung im Markt einnimmt, ist Lam Research im Bereich Ätzen und Abscheiden besonders stark positioniert. Applied Materials wiederum verfügt über ein breiteres Portfolio, das neben Ätz- und Beschichtungstechnologien auch Deposition, Implantation und andere Prozessschritte umfasst. In diesem Umfeld konzentriert sich Lam Research auf jene Prozessschritte, in denen das Unternehmen technologisch führend ist und über signifikante Skaleneffekte verfügt.
Die Wettbewerbssituation ist dennoch dynamisch. Technologische Fortschritte, etwa durch neue Materialien oder Fertigungsverfahren, können dazu führen, dass sich die Nachfrage nach bestimmten Anlagenklassen verändert. Unternehmen, die frühzeitig auf diese Trends reagieren und ihre Produktlinien entsprechend ausrichten, verschaffen sich einen Vorsprung im Ringen um die Investitionsbudgets der großen Foundries und IDM-Hersteller. Lam Research investiert massiv in Forschung und Entwicklung, um seine Produktpalette an neue Nodes, Packaging-Technologien und 3D-Strukturdesigns anzupassen. Wie nachhaltig dieser Vorsprung ist, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Wettbewerber vergleichbare Lösungen anbieten und wie hoch die Wechselkosten auf Kundenseite sind.
Analysten betonen häufig die Bedeutung langfristiger Kundenbeziehungen in der Halbleiterausrüstung. Einmal qualifizierte Anlagen bleiben meist über mehrere Node-Generationen im Einsatz, während Folgeaufträge mit Blick auf Prozessharmonie und Kompatibilität häufig an etablierte Lieferanten gehen. Lam Research profitiert hier von seiner Historie und einem umfangreichen installierten Maschinenpark bei führenden Chipproduzenten in Asien, Europa und den USA. Serviceverträge und Upgrades der bestehenden Systeme stärken die Bindung zusätzlich und machen einen vollständigen Lieferantenwechsel für Kunden weniger attraktiv.
Allerdings herrscht unter den Ausrüstern auch ein intensiver Wettlauf um disruptive Innovationen. Themen wie High-NA-Lithographie, Advanced Packaging, 3D-DRAM-Strukturen und Gate-All-Around-Transistoren verändern die Anforderungen an Ätz- und Beschichtungsprozesse. Lam Research arbeitet an Lösungen, die diese neuen Anforderungen adressieren, etwa durch verbesserte Uniformität, geringere Defektdichten und höhere Durchsätze. Die Fähigkeit, frühzeitig produktionsreife Systeme bereitzustellen, kann dabei über Marktanteile in künftigen Fertigungsgenerationen entscheiden. Beobachter sehen Lam Research hier gut aufgestellt, verweisen aber zugleich darauf, dass sich technologische Führungspositionen im Halbleitersektor in der Vergangenheit schon mehrfach verschoben haben.
Was Privatanleger jetzt besonders im Blick behalten
Für Privatanleger, die Lam Research im Portfolio haben oder einen Einstieg prüfen, stehen derzeit mehrere Themen im Vordergrund. Erstens spielt die Bewertung eine zentrale Rolle: Mit einem KGV um 60 und einer PEG-Ratio deutlich über 2 preist der Markt erhebliches weiteres Wachstum ein. Diese Kennzahlen sind vergleichsweise hoch, insbesondere in einem Sektor, der immer wieder zyklischen Schwankungen unterliegt. Anleger sollten daher weniger auf absolute KGV-Schwellen schauen, sondern stärker darauf, ob das zugrunde liegende Gewinnwachstum und die Margenentwicklung mit den Erwartungen Schritt halten.
Zweitens rückt der Margentrend in den Mittelpunkt. Während einige Analysten in den jüngsten Quartalen beeindruckende Rekordmargen hervorheben, warnen andere vor einem möglichen Rückgang. Faktoren wie steigende Lohnkosten, höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung oder Preisdruck durch Kunden können die Profitabilität beeinträchtigen. Die Kommentare des Managements zur Brutto- und operativen Marge in den kommenden Quartalsberichten werden daher besonders genau gelesen werden. Schon kleine Anpassungen im Ausblick können angesichts der hohen Bewertung spürbare Kursreaktionen nach sich ziehen.
Drittens ist das makroökonomische Umfeld für Halbleiterausrüster zu beachten. Investitionspläne der großen Chipkonzerne hängen von Faktoren wie globaler Nachfrage nach Endgeräten, Datenzentren und KI-Anwendungen ab. Sollte sich das Wachstum dieser Endmärkte verlangsamen oder sollten größeren Kunden ihre Capex-Budgets temporär straffen, könnte dies Auftragslage und Umsatzwachstum von Lam Research beeinflussen. Hinzu kommen geopolitische Risiken, etwa Exportbeschränkungen für bestimmte Technologien in Richtung China, die das Geschäft in wichtigen Absatzregionen tangieren können.
Viertens sollten Anleger den Blick auf die Kapitalstruktur und Ausschüttungspolitik richten. Unternehmen wie Lam Research nutzen starke Cashflows häufig für Kombinationen aus Dividenden und Aktienrückkäufen. Während Dividenden ein wiederkehrendes Einkommen bieten, können Rückkäufe insbesondere in schwachen Marktphasen zusätzlichen Kurssupport liefern. In Phasen hoher Kurse wächst allerdings das Risiko, dass Rückkäufe zu wenig attraktiven Bewertungsniveaus erfolgen. Langfristige Investoren beobachten daher, wie flexibel das Management auf Bewertungs- und Marktveränderungen reagiert und ob Kapital primär in Wachstums- und Innovationsprojekte fließt.
Schließlich bleibt die Technologiebasis ein entscheidender Faktor. Die Fähigkeit von Lam Research, in Schlüsselbereichen wie 3D-Strukturen, fortgeschrittener Logik und Speichertechnologien innovative Lösungen anzubieten, beeinflusst die mittelfristige Wettbewerbsposition maßgeblich. Für Anleger ist es allerdings oft schwierig, die technische Tiefe dieser Entwicklungen im Detail zu beurteilen. Orientierung liefern hier langfristige Kundenbeziehungen, Marktanteilsentwicklungen sowie die Einschätzungen spezialisierter Branchenanalysten. Wer in diesem Segment investiert, sollte sich bewusst sein, dass technologische Sprünge sowohl Chancen als auch Risiken für etablierte Anbieter mit sich bringen.
Unabhängig von der persönlichen Einschätzung gilt: Die Lam-Research-Aktie bewegt sich in einem Umfeld hoher Erwartungshaltung und erhöhter Volatilität. Kurzfristige Kursausschläge sind damit wahrscheinlicher als bei defensiven Branchenwerten. Ein sorgfältiges Risikomanagement und eine klare Strategie zur Positionsgröße können helfen, dieses Risiko im eigenen Depot zu steuern.
Für Anleger in Deutschland ist zudem wichtig, den Handel über heimische Börsenplätze sowie Währungsaspekte im Blick zu behalten. Der Euro-Kurs zur Nasdaq-Notiz kann die Rendite deutlich beeinflussen, insbesondere bei starkem oder schwachem US-Dollar. Informationen zu Kursentwicklung, Handelsvolumen und relevanten Unternehmensmeldungen finden sich neben den US-Quellen auch auf deutschen Finanzportalen wie wallstreet-online oder direkt auf der Unternehmensseite von Lam Research.
Wer tiefer in die Details von Zahlen, Strategie und Guidance einsteigen möchte, findet weiterführende Informationen im Investor-Relations-Bereich von Lam Research sowie in den dort veröffentlichten Quartalspräsentationen und Webcasts. Diese Primärquellen ergänzen die teilweise sehr unterschiedlichen Einschätzungen der Analysten und helfen dabei, ein eigenes Bild von Chancen und Risiken zu entwickeln.
Insgesamt zeigt das Bild für Lam Research eine Mischung aus starkem Momentum, hoher Bewertung, positivem Analysten-Tonfall und ersten warnenden Stimmen. Wie sich dieses Spannungsfeld auflöst, wird maßgeblich von den kommenden Quartalszahlen und der Entwicklung im globalen Halbleiterzyklus abhängen.
Lam Research im Überblick: zentrale Kennzahlen
- Name: Lam Research Corporation
- Branche: Halbleiterausrüstung / Technologie
- Hauptsitz: Fremont, Kalifornien (USA)
- Kernmärkte: USA, China, Korea, Taiwan, Japan, Südostasien, Europa
- Umsatztreiber: Ätz- und Beschichtungsanlagen für Waferfertigung, KI- und HPC-getriebene Chipnachfrage
- Heimatbörse / Notierung: Nasdaq (Ticker: LRCX); Zweitnotiz u.a. Xetra/Frankfurt, WKN A40L1V
- Handelswährung: US-Dollar (Heimatbörse), Euro an deutschen Handelsplätzen
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