Lagardere Aktie: Schulden schmelzen
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 21:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Reisehandel als Rekordtreiber, sinkende Schulden, ein zäher Buchmarkt in Frankreich und Großbritannien — Lagardère zeigt am heutigen Dienstag ein Halbjahr mit vielen Facetten. Der französische Medien- und Handelskonzern legte Zahlen vor, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken, bei genauerem Hinsehen aber eine bemerkenswerte Entschuldungsgeschichte erzählen.
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 2,0 Prozent auf 4,44 Milliarden Euro, organisch sogar um 2,7 Prozent. Der Nettogewinn kletterte um 19,1 Prozent auf 56 Millionen Euro, das operative Ergebnis (Recurring EBIT) legte um 3,6 Prozent auf 233 Millionen Euro zu. Die Aktie reagierte am Dienstagnachmittag in Paris mit einem moderaten Plus von 0,56 Prozent auf 18,08 Euro — keine Überraschung angesichts der weitgehend erwartungskonformen Zahlen.
Reisehandel liefert Rekordmarge
Das eigentliche Zugpferd bleibt die Sparte Travel Retail. Sie steigerte ihren Umsatz um 3,1 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro und erzielte mit 121 Millionen Euro operativem Ergebnis einen Rekordwert für die Division. Die Marge kletterte auf 4,1 Prozent, obwohl der Nahost-Konflikt das Geschäft in Dubai, Abu Dhabi und Saudi-Arabien belastete und die Umsätze dort um 28 Prozent einbrechen ließ.
Kompensiert wurde das durch Wachstumsschübe andernorts: Lateinamerika legte dank neuer Flughafenöffnungen in Lima um 21 Prozent zu, Nordamerika wuchs um 5 Prozent. Frankreich selbst schwächelte wegen Umbauarbeiten am Flughafen Charles de Gaulle und indirekter Nahost-Effekte, ein Minus von 4 Prozent war die Folge.
Die Verlagssparte Lagardère Publishing tat sich mit einem leichten Umsatzrückgang von 0,4 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro schwerer, verbesserte aber die operative Marge auf 8,0 Prozent. Spanien und Lateinamerika glänzten mit einem Umsatzplus von 13 Prozent, während Frankreich und Großbritannien nachgaben — dort fehlt im zweiten Halbjahr ein neuer Asterix-Titel als Vergleichsbasis zum Vorjahr. Die kleinste Sparte, Lagardère Live, drehte mit 5 Millionen Euro operativem Gewinn weiter aus den roten Zahlen von 2024 heraus, getragen von starken Konzerttourneen.
Verschuldung sinkt deutlich
Der eigentliche Fortschritt zeigt sich in der Bilanz. Die Nettoverschuldung sank binnen zwölf Monaten um 201 Millionen Euro auf 1,795 Milliarden Euro. Der operative Cashflow verbesserte sich um 21 Prozent auf 70 Millionen Euro, was die Entschuldung zusätzlich stützte.
Der Verschuldungsgrad fiel damit auf das 2,2-Fache des EBITDA — vor einem Jahr lag er noch bei 2,5, vor zwei Jahren bei 3,0. Es ist bereits die dritte Periode in Folge mit sinkender Verschuldung, ein Trend, der dem Konzern mehr finanziellen Spielraum verschafft und die Zinskosten senkt: Die Nettofinanzierungskosten fielen von 63 auf 51 Millionen Euro.
Für das zweite Halbjahr bleibt die Herausforderung bestehen, die Nahost-bedingten Ausfälle im Reisehandel zu managen und im Verlagsgeschäft ohne den Asterix-Rückenwind des Vorjahres zu bestehen. Das Management kündigte für die betroffenen Regionen im Nahen Osten härtere Kostenmaßnahmen an, während in den übrigen Bereichen die disziplinierte Ausgabenkontrolle fortgesetzt werden soll.
Lagardere SCA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lagardere SCA-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Lagardere SCA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lagardere SCA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Lagardere SCA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
