Länder-Tarifabschluss, Gewerkschaften

Länder-Tarifabschluss: 5,8 Prozent

15.02.2026 - 06:09:12 | boerse-global.de

Gewerkschaften und Tarifgemeinschaft einigen sich auf gestaffelte Gehaltserhöhungen für den öffentlichen Dienst. Die Vereinbarung erstreckt sich über 27 Monate und bringt Verbesserungen bei Ausbildung und Arbeitsbedingungen.

Tarifstreit beigelegt: 5,8 Prozent Lohnplus in 27 Monaten. Gewerkschaften und Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) präsentierten den Abschluss am frühen Samstagmorgen. Hunderttausende Beschäftigte in Berlin profitieren, zugleich steigen die Kosten für die Länderhaushalte.

Was der Abschluss bedeutet

Der Abschluss sieht eine lineare Gehaltserhöhung in drei Stufen vor. Zum 1. April 2026 steigen die Einkommen um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro monatlich. Am 1. März 2027 folgt ein weiteres Plus von 2,0 Prozent, und zum 1. Januar 2028 kommen 1,0 Prozent hinzu. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 27 Monate und endet am 31. Januar 2028. Die ursprünglich geforderte Erhöhung von sieben Prozent bzw. mindestens 300 Euro monatlich wurde damit verfehlt. Die Vereinbarung streckt die Belastung für die öffentlichen Kassen über drei Haushaltsjahre hinweg.

Nachwuchs, Ost-West und Arbeitsbedingungen

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Auszubildenden: Ausbildungsentgelte steigen um 150 Euro. Die unbefristete Übernahme von Auszubildenden nach Abschluss wird wieder in Kraft gesetzt – ein wichtiges Signal für sichere Perspektiven im öffentlichen Dienst. Historisch bedeutsam ist die vollständige Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost- und Westdeutschland. 36 Jahre nach der Wiedervereinigung wird der Rest-Unterschied beseitigt: Kündigungsschutz gilt künftig auch im Osten auf West-Niveau, und bisher längere Arbeitszeiten an Universitätskliniken in den neuen Ländern werden angeglichen. Zudem verbessern sich Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit, um belastende Tätigkeiten angemessen zu honorieren.

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Verhandlungen, Reaktionen und politische Folgen

Der Abschluss entstand nach zähen Verhandlungen. Die ersten beiden Verhandlungsrunden im Dezember 2025 und im Januar 2026 blieben ergebnislos; Warnstreiks in der Woche vor der dritten Runde gehörten zum Druckmittel der Gewerkschaften. In Berlin legten am 11. Februar Tausende Beschäftigte in Kitas, Schulen, Behörden und Hochschulen die Arbeit nieder, um den Druck zu erhöhen. Die Tarifparteien kommunizierten schließlich eine Einigung, die als tragfähiger Kompromiss gilt.

Reaktionen fielen gemischt aus: Die Gewerkschaften sahen in der Realisierung einer realen Lohnsteigerung einen wichtigen Schritt und hielten Anschluss an Bund und Kommunen für gelungen. Die Arbeitgeberseite sprach von einem Kompromiss, der die finanziellen Grenzen des Machbaren respektiere. Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel, bezeichnete die Gesamtkosten des Abschlusses inklusive der erwarteten Übertragung auf Beamtinnen und Beamte auf über 12,34 Milliarden Euro.

Finanzielle Auswirkungen speziell für Berlin

Für das Land Berlin bedeuten die Ergebnisse eine deutliche Haushaltsbelastung. Es wird erwartet, dass der Senat die Tarifeinigung zeit- und wirkungsgleich auf Landesbeamte und Versorgungsempfänger überträgt, wie es in der Vergangenheit üblich war. Die laufenden Kosten binden Mittel, die andernfalls für Investitionen oder soziale Projekte fehlen könnten. Neben der unmittelbaren Lohnerhöhung bleibt die Frage, wie die Landespolitik die kommenden Jahre finanziell absichert, ohne die Rahmenbedingungen anderer wichtiger Vorhaben zu gefährden. Wie Berlin diese Belastung schultern wird, bleibt eine zentrale politische Aufgabe in der nächsten Haushaltsdebatte.

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