L3Harris, Aktie

L3Harris Aktie: Zwei Raketen-Deals auf einmal

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 15:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

L3Harris erhält Rahmenverträge für THAAD und PAC-3 MSE. Die Produktion der Antriebssysteme soll massiv gesteigert werden.

L3Harris sichert sich zwei Großaufträge für Raketenabwehr
Abstrakte Darstellung der Luft- und Raumfahrtindustrie mit einer technologischen Raketenkomponente vor einem Horizont. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwei Rahmenverträge an einem Tag, beide mit demselben Partner, beide mit demselben Ziel: mehr Raketenantriebe, schneller produziert. L3Harris baut sein Geschäft mit Lockheed Martin und dem US-Verteidigungsministerium deutlich aus — und das gleich in zwei zentralen Raketenabwehrprogrammen.

THAAD-Produktion soll sich vervierfachen

Im ersten Abkommen verpflichtet sich L3Harris, die Antriebsproduktion für das THAAD-System zu vervierfachen. Die siebenjährige Vereinbarung ist nach Unternehmensangaben der größte THAAD-Antriebsauftrag, den L3Harris je erhalten hat. Finanzielle Details blieben unter Verschluss, die endgültige Vertragsfassung wird für später in diesem Jahr erwartet.

L3Harris fertigt für THAAD die Feststoff-Boostmotoren sowie die Flüssigkeits-Lenksysteme, die das System zur Abfangvorrichtung im letzten Anflug steuern. THAAD soll ballistische Bedrohungen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Erdatmosphäre abfangen und kommt nach Unternehmensangaben seit Produktionsbeginn auf eine hundertprozentige Erfolgsquote bei Abfangtests.

PAC-3 MSE: Produktion soll sich fast verdreifachen

Parallel dazu hat L3Harris einen zweiten Rahmenvertrag unterzeichnet — diesmal für das Patriot-Abwehrsystem PAC-3 MSE. Auch hier laufen Lockheed Martin und das Department of War als Vertragspartner mit, auch hier gilt eine Laufzeit von sieben Jahren. Der Vertrag soll die Produktion mehrerer Antriebskomponenten für den PAC-3-MSE-Abfangflugkörper nahezu verdreifachen, darunter den zweistufigen Feststoffantrieb, Lagesteuerungsmotoren und den sogenannten Lethality Enhancer, der die Wirkung gegen Marschflugkörper erhöht.

Beide Aufträge fügen sich in eine breitere Investitionsoffensive ein. L3Harris baut derzeit rund 60 neue Anlagen und erweitert oder modernisiert knapp eine Million Quadratmeter Fertigungs- und Bürofläche an seinen Standorten für Feststoffraketenmotoren in Alabama, Virginia und Arkansas. Die Investitionssumme bewegt sich nach Unternehmensangaben im Milliardenbereich.

Hintergrund der Beschleunigung ist eine Beschaffungsstrategie des Department of War, die kritische Rüstungsgüter schneller in die Truppe bringen soll. Ein eigens eingerichteter Munitions-Beschleunigungsrat hat mehrere von L3Harris belieferte Programme — darunter THAAD — für den Kapazitätsausbau identifiziert.

Am Freitag schloss die L3Harris-Aktie bei 300,21 Dollar, ein moderates Plus von 0,18 Prozent. Beide Rahmenverträge sollen im weiteren Jahresverlauf 2026 in verbindliche Verträge überführt werden — erst dann dürften sich auch die finanziellen Dimensionen der beiden größten Antriebsaufträge in der Unternehmensgeschichte konkretisieren.

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