Krypto-Markt, Druck

Krypto-Markt unter Druck: Regulierer setzen Kurs in USA und EU

13.02.2026 - 23:21:10

Der globale Kryptomarkt steckt in einer Abwtsphase. Während Bitcoin auf den vierten wöchentlichen Verlust in Folge zusteuert, formieren sich die Aufsichtsbehörden in den USA und der EU neu ? mit unterschiedlichen Strategien.

Die Stimmung an den Kryptomärkten ist auf dem Tiefpunkt. Der ?Fear & Greed?-Index verharrt in der Zone der ?extremen Angst?. Diese Risikoaversion der Anleger speist sich aus Verlusten bei Tech-Aktien weltweit und der Erwartung wichtiger US-Inflationsdaten. Sie könnten die Zinspolitik der US-Notenbank beeinflussen.

Ein deutliches Signal senden die institutionellen Investoren: Aus den erst kürzlich zugelassenen Bitcoin-ETFs flossen allein am Donnerstag rund 410 Millionen Euro ab. Diese Abflüsse setzen einen mehrwöchigen Trend fort. Der Gesamtmarkt rutschte unter eine Marktkapitalisierung von 2,5 Billionen Euro und liegt damit deutlich unter dem Rekordhoch vom Ende 2025.

Auch große Altcoins leiden. Ethereum verlor 1,3 Prozent auf etwa 1.944 Euro, XRP fiel um 1,7 Prozent auf 1,35 Euro. Bitcoin selbst notierte mit einem Minus von 1,1 Prozent bei circa 66.464 Euro und näherte sich der wichtigen Unterstützungsmarke von 60.000 Euro.

USA: SEC startet ?Project Crypto? für klare Regeln

Während die Märkte schwächeln, vollzieht die US-Börsenaufsicht SEC eine strategische Kehrtwende. Statt weiter primär auf Strafverfolgung zu setzen, kündigte SEC-Chef Paul S. Atkins vor dem Kongress eine neue Initiative an: ?Project Crypto?.

Gemeinsam mit der Terminbörsenaufsicht CFTC will die SEC eine klare Taxonomie für Krypto-Token entwickeln. Ziel ist es, Innovatoren und Investoren endlich verständliche Regeln an die Hand zu geben. Dieser Kurswechsel folgt auf ein Jahr der Entspannung: Die Zahl der SEC-Enforcement-Maßnahmen im Krypto-Bereich sank 2025 um 60 Prozent, Geldstrafen machten nur noch drei Prozent des Vorjahresvolumens aus.

Im Kongress stockt derweil die Debatte um umfassende Gesetze wie den CLARITY Act. ?Project Crypto? ist der Versuch der Behörden, selbst für mehr Klarheit zu sorgen, während die Politik nach Lösungen sucht.

EU: MiCA-Übergangsfrist endet ? Druck auf Anbieter steigt

Während die USA ihr Regelwerk erst entwerfen, tritt die Europäische Union in die heiße Phase der Umsetzung. Die Frist für die vollständige MiCA-Zulassung aller Krypto-Dienstleister (CASPs) in der EU endet am 1. Juli 2026.

Bereits am 2. März 2026 läuft eine wichtige Übergangsfrist für Anbieter von elektronischen Geldtoken aus. Die Europäische Bankenaufsicht EBA gab nun Leitlinien heraus, unter welchen Bedingungen diese Firmen weiter operieren dürfen. Die Europäische Wertpapieraufsicht ESMA bekräftigte diese Maßnahmen.

MiCA soll den bisher zersplitterten europäischen Kryptomarkt harmonisieren und durch einheitliche Regeln Rechtssicherheit und Anlegerschutz schaffen. Die Uhr tickt für Hunderte von Unternehmen.

Zwei Wege, ein Ziel: Die Zukunft des Krypto-Rahmens

Die aktuelle Lage zeigt zwei grundverschiedene regulatorische Philosophien. Die USA versuchen, ihr Regelwerk von Grund auf neu und maßgeschneidert für digitale Assets zu entwerfen. Die EU setzt dagegen auf die konsequente Durchsetzung eines bereits beschlossenen, einheitlichen Gesetzesrahmens.

Für die Märkte bleiben die US-Inflationsdaten der kurzfristige Stimmungsbarometer. Langfristig wird entscheidend sein, wie sich ?Project Crypto? entwickelt und wie die europäische Industrie die finalen MiCA-Deadlines meistert. Die kommenden Monate werden die Weichen für die Zukunft des globalen Krypto-Ökosystems stellen.

@ boerse-global.de

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