Kroger Aktie: Solides Quartal, Aktie fällt
18.06.2026 - 14:30:02 | boerse-global.deDer neue Kroger-Chef Greg Foran präsentierte heute sein erstes vollständiges Quartalsergebnis — und der Markt reagierte trotz solider Zahlen mit Skepsis. Im vorbörslichen Handel gab die Aktie rund drei Prozent nach.
Zahlen besser als ein Jahr zuvor
Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 auf 46,1 Milliarden Dollar, nach 45,1 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Unterm Strich verdiente Kroger 903 Millionen Dollar oder 1,46 Dollar je Aktie — gegenüber 1,29 Dollar im gleichen Quartal 2025. Bereinigt kletterte der Gewinn je Aktie auf 1,58 Dollar.
Besonders im Auge fällt das digitale Geschäft: Der bereinigte E-Commerce-Umsatz wuchs um 19 Prozent, der Werbezweig Kroger Precision Marketing legte mehr als 20 Prozent zu. Wachstumstreiber Nummer eins ist also nicht mehr das Ladengeschäft allein.
Margen unter Druck
Weniger erfreulich ist der Blick auf die Marge. Die Bruttomarge sank von 23,0 auf 22,7 Prozent. Als Ursachen nennt das Unternehmen höhere Transportkosten, Preisdruck bei Eiern sowie geplante Preisinvestitionen. Hinzu kamen gestiegene Ausgaben für Löhne und Arbeitsstunden — bewusste Investitionen in die Kundenerfahrung, wie das Management betont.
Die flächenbereinigten Erlöse ohne Kraftstoff stiegen nur um 1,0 Prozent, nach 3,2 Prozent im Vorjahresquartal. Dieser Rückgang dürfte einen Teil des Verkaufsdrucks erklären.
Jahresprognose bestätigt
Trotz des verhaltenen Starts hält Kroger an seiner Jahresprognose fest. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,10 und 5,30 Dollar sowie einen freien Cashflow von 2,7 bis 2,9 Milliarden Dollar. Das im Dezember 2025 genehmigte Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden Dollar soll noch bis Ende des Geschäftsjahres abgeschlossen werden. Mit einer Verschuldungsquote von 1,75 — gemessen am bereinigten EBITDA — liegt Kroger deutlich unterhalb des eigenen Zielkorridors von 2,30 bis 2,50, hat also reichlich finanziellen Spielraum.
Foran selbst formulierte die Ziellinie klar: Amerika's bester Lebensmittelhändler werden. Ob das Margenproblem bis zum nächsten Quartalsbericht im Herbst gelöst ist, wird zeigen, ob der Markt das Vertrauen zurückgewinnt.
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