Kroatien modernisiert Arbeitsrecht mit EU-Druck
20.02.2026 - 04:43:12 | boerse-global.deKroatien treibt mit neuen Regeln für ausländische Arbeitskräfte und mehr Gehaltstransparenz eine umfassende Arbeitsmarktreform voran. Die Regierung in Zagreb will den heimischen Arbeitsmarkt fairer und europäischer gestalten – mit direkten Auswirkungen auf Unternehmen und Beschäftigte.
Sprachtest wird zur Pflicht für ausländische Arbeitskräfte
Eine der umstrittensten Neuerungen betrifft ausländische Fachkräfte. Künftig müssen sie nach einem Jahr Aufenthalt einen Kroatisch-Test auf Grundniveau (A1.1) bestehen, um ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis verlängern zu können. Innenminister Davor Božinović betont: „Das ist ein klares Signal. Wer nach Kroatien kommt, soll die Landessprache respektieren und lernen.“
Doch die Reform bringt auch Erleichterungen: Arbeitserlaubnisse können statt für ein nun für bis zu drei Jahre erteilt werden – auch für Saisonkräfte und Studierende. Der Wechsel des Arbeitgebers innerhalb desselben Berufsfelds wird einfacher. Die erlaubte Arbeitslosigkeitsdauer während der Gültigkeit einer Genehmigung steigt auf drei Monate.
Ein Wermutstropfen: Die Bearbeitungsfrist für Anträge verlängert sich auf 90 Tage. Unternehmen müssen also früher planen.
Gehaltsgeheimnisse werden abgeschafft
Parallel vollzieht Kroatien eine kleine Revolution: Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz muss bis Juni 2026 umgesetzt werden. Das bedeutet das Ende der Geheimniskrämerei um Gehälter.
Konkret heißt das: Klauseln in Arbeitsverträgen, die das Sprechen über das eigene Gehalt verbieten, werden unwirksam. Stellenausschreibungen müssen künftig Gehaltsspannen oder ein Einstiegsgehalt nennen. Und Arbeitnehmer erhalten ein Auskunftsrecht über die durchschnittliche Vergütung für vergleichbare Tätigkeiten – aufgeschlüsselt nach Geschlechtern.
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Großunternehmen mit über 250 Mitarbeitern müssen ab Juni detaillierte Gehaltsdaten offenlegen. Für kleinere Firmen gelten Übergangsfristen.
Mindestlohn steigt, Gleichbehandlung wird Pflicht
Die Reformen sind eingebettet in eine breitere wirtschaftliche Aufholjagd. Seit Januar 2026 gilt ein höherer Mindestlohn von 1.050 Euro brutto monatlich – 80 Euro mehr als im Vorjahr. Die Regierung will sich damit an EU-Durchschnittswerte annähern.
Ein zentraler Grundsatz: Ausländische Arbeitskräfte müssen für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden wie kroatische Kollegen. Verstöße gegen Arbeitsgesetze oder Unterbringungsvorschriften werden härter bestraft. Unternehmen drohen hohe Geldstrafen und der Entzug von Arbeitserlaubnissen.
Mehr Bürokratie heute, mehr Attraktivität morgen?
Für Unternehmen mit internationalen Belegschaften bedeutet die Reform kurzfristig mehr Aufwand. Gehaltsstrukturen müssen überprüft, transparente Vergütungskriterien definiert und gegebenenfalls Sprachkurse organisiert werden.
Langfristig könnte die Modernisierung jedoch punkten: Mehr Transparenz stärkt das Vertrauen der Mitarbeiter. Klarere Regeln und längere Genehmigungsdauern bieten Planungssicherheit. Kroatien positioniert sich so als verlässlicher Standort in der EU – mit fairen Bedingungen für alle.
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