KOSPI, Speicherchip-Zweifel

KOSPI: Speicherchip-Zweifel drücken Seoul

02.07.2026 - 16:49:39 | boerse-global.de

Südkoreas Leitindex KOSPI fällt zeitweise um sieben Prozent, ausgelöst durch Verkäufe bei KI-Chipwerten nach negativen Branchenmeldungen.

KOSPI-Einbruch: Meta-Cloud-Pläne und Apple-Gerüchte belasten
KOSPI - Ein detaillierter Speicherchip im Vordergrund, unscharf im Hintergrund die Skyline von Seoul unter einem grauen Himmel. Symbolisiert wirtschaftliche Zweifel. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein einziger Cloud-Plan von Meta reicht aus, um den gesamten südkoreanischen Aktienmarkt ins Wanken zu bringen. Der KOSPI brach am Donnerstag zeitweise um bis zu sieben Prozent ein — der steilste Rückgang seit Monaten. Auslöser war ein Ausverkauf bei KI-Halbleiterwerten, der von den USA über Asien schwappte und ausgerechnet Südkoreas Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix hart traf.

Zwei Meldungen genügten für den Ausverkauf

Der Stimmungsumschwung begann mit Berichten, wonach Meta Platforms ein eigenes Cloud-Infrastrukturgeschäft prüft, um Rechenkapazität für künstliche Intelligenz zu verkaufen. Investoren lesen das als Signal, dass die üppigen Ausgaben der Hyperscaler für KI-Infrastruktur künftig disziplinierter ausfallen könnten. Fast zeitgleich sickerte durch, dass Apple Speicherchips von chinesischen Zulieferern prüft — eine direkte Bedrohung für Südkoreas dominante Speicherhersteller.

Die Reaktion fiel entsprechend heftig aus. SK Hynix fiel auf den niedrigsten Stand seit dem 17. Juni, Samsung Electronics auf den schwächsten Kurs seit dem 8. Juni. Verstärkt wurde der Druck durch die US-Speicherchiphersteller Micron Technology und SanDisk, die über Nacht beide mehr als zehn Prozent verloren hatten.

Der Ausverkauf blieb nicht auf Korea beschränkt. Japans Nikkei 225 gab 1,5 Prozent ab, während der breitere TOPIX noch leicht zulegte. Speicherhersteller Kioxia Holdings brach um mehr als 14 Prozent ein, Zulieferer wie Ibiden, Murata und Furukawa Electric folgten mit teils zweistelligen Verlusten. Auch der taiwanesische Chipriese TSMC geriet unter Druck, nachdem Anleger die hohen Bewertungen der Branche nach der diesjährigen Rally neu hinterfragten.

Fundamentaldaten spielten keine Rolle

Bemerkenswert: Südkoreas Inflationsdaten entsprachen den Erwartungen, das Exportwachstum blieb robust. Der Einbruch hatte also weniger mit heimischen Wirtschaftsdaten zu tun als mit einem plötzlichen Stimmungswechsel gegenüber der gesamten KI-Lieferkette. Genau das macht die Bewegung so unberechenbar — ein Sentiment-Schock, kein fundamentales Problem.

Während der KOSPI taumelte, blickten US-Futures bereits wieder nach vorn: Nasdaq-100- und S&P-500-Kontrakte notierten leicht im Plus, Investoren richteten den Fokus auf anstehende US-Konjunkturdaten. Zusätzliche Unsicherheit brachten erwartete Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu Handels- und Wirtschaftspolitik, die globale Risikobereitschaft weiter beeinflussen dürften. Ob sich die Erholung der US-Futures auf den asiatischen Handel am Freitag überträgt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die kommenden Kommentare aus Washington ausfallen.

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