KOSPI: 5,72-Prozent-Absturz unter 6.700
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drei Krisenfaktoren trafen den südkoreanischen Aktienmarkt am Freitag mit voller Härte. Steigende Ölpreise, geopolitische Eskalationen und ein Einbruch im Chipsektor drückten den Leitindex KOSPI massiv ins Minus. Mit einem Tagesverlust von 5,72 Prozent auf 6.690,62 Punkte rutschte das Barometer unter die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Zählern.
Sicherheitsmechanismen greifen
Der Handelstag war von Panikverkäufen geprägt. Ein „Sell Sidecar“ stoppte den Programmhandel vorübergehend für fünf Minuten, um den rapiden Absturz abzufedern. Auslöser für die Nervosität waren Berichte über militärische Spannungen zwischen Washington und Teheran. Parallel dazu kletterte der Preis für Brent-Öl über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Die Unsicherheit trieb vor allem ausländische und institutionelle Investoren aus dem Markt.
Besonders die technologische Basis Südkoreas geriet unter Druck. Anleger hinterfragen zunehmend die Nachhaltigkeit des KI-gesteuerten Superzyklus. Dies führte zu einer Liquidierung großer Positionen bei den Halbleiter-Giganten.
* SK Hynix brach um über acht Prozent ein.
* Samsung Electronics verlor rund 7,6 Prozent an Wert.
* Hyundai Motor gab um 7,18 Prozent nach.
Einige wenige Lichtblicke gab es im Gesundheits- und Rüstungssektor. Samsung Biologics stieg nach starken Quartalsergebnissen um elf Prozent. Auch Hanwha Aerospace legte um 3,34 Prozent zu, da Verteidigungswerte von der unsicheren Weltlage profitierten.
Fokus auf Wirtschaftsdaten
In der kommenden Woche rücken heimische Fundamentaldaten in den Vordergrund. Die Märkte warten auf die Veröffentlichung der Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsätze für Juni. Diese Daten werden zeigen, wie stark die hohen Energiekosten die Binnennachfrage bereits belasten.
Dazu kommen die vorläufigen Handelsbilanzen für Juli. Investoren achten hierbei spezifisch auf die Exportvolumina von Mikrochips. Diese Zahlen geben Aufschluss darüber, ob der aktuelle Kurssturz durch eine reale Abkühlung im Welthandel untermauert wird. Der KOSPI notiert nach der jüngsten Talfahrt weit unter seinem 52-Wochen-Hoch von 9.385,59 Punkten.
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