KOSPI, Minus

KOSPI: 30 Prozent Minus seit Rekordhoch

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 05:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der südkoreanische Leitindex fällt in den Bärenmarkt. Geopolitische Risiken und Margin Calls verstärken den Abwärtsdruck trotz starker Halbleiterexporte.

KOSPI stürzt ab: Bärenmarkt und hohe Hebel belasten Südkorea
Ein fallender Börsenchart in Rot mit einem stilisierten Won-Symbol vor einer verschwommenen, modernen Stadtlandschaft Seouls bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Südkoreas Leitindex KOSPI kämpft nach dem offiziellen Rutsch in den Bärenmarkt um eine Bodenbildung. Während Schnäppchenjäger bei den schwergewichtigen Halbleiterwerten zugreifen, lasten geopolitische Spannungen und eine extreme Hebel-Volatilität auf dem Markt. Die Nervosität ist hoch.

Halbleiter stützen den Markt

Der KOSPI notiert aktuell bei 6.566 Punkten, was einem Minus von 2,87 Prozent entspricht. Damit setzt sich die Abwärtsbewegung fort, nachdem der Index seit seinem Rekordhoch im Juni rund 30 Prozent an Wert verloren hat. Lichtblicke liefern derweil die Exportdaten für die ersten 20 Tage im Juli. Diese stiegen um 52,3 Prozent.

Besonders der Halbleitersektor profitiert von dieser fundamentalen Entwicklung. Schwergewichte wie Samsung Electronics und SK Hynix versuchen sich nach massiven Kursverlusten an einer Erholung. SK Hynix stabilisierte sich zeitweise nach seinem Rekordabsturz von 15 Prozent, den das Papier Anfang des Monats verzeichnete. Ein RSI-Wert von 33,8 deutet darauf hin, dass der Gesamtmarkt technisch überverkauft ist.

Margin Calls beschleunigen Abwärtsdruck

Ein strukturelles Risiko bleibt die hohe Verschuldung privater Anleger. Gehebelte ETFs haben in Südkorea ein Volumen von über 40 Milliarden Dollar erreicht. Margin Calls bei mehr als 1,2 Millionen Konten führten zuletzt zu beschleunigten Verkäufen. Die jährliche Volatilität liegt aktuell bei 65 Prozent — ein Wert, der sogar Kryptowährungen wie Bitcoin übertrifft.

Hinzu kommt die Schwäche der heimischen Währung. Der Won verharrt in einer Spanne von 1.470 bis 1.480 zum US-Dollar. Dies belastet vor allem die Industrie und den Konsumgütersektor, da Importe teurer werden. Die Aufsichtsbehörden reagierten bereits und stoppten die Erstnotiz neuer gehebelter Einzelaktien-Produkte am 16. Juli.

Investoren richten ihren Blick nun auf die politische Lage im Nahen Osten. Jede weitere Eskalation zwischen den USA und dem Iran dürfte die Erholung der Technologieaktien unmittelbar gefährden.

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