Koreanische Batterieriesen setzen auf Roboter-Markt
18.01.2026 - 07:09:12Südkoreas führende Batteriehersteller drängen mit Hochleistungszellen in den Milliardenmarkt für humanoide Roboter. LG Energy Solution und Samsung SDI nutzen ihre Expertise, um das entscheidende Problem der Maschinen zu lösen: die Energieversorgung.
Die Entwicklung humanoider Roboter schreitet rasant voran – schneller als viele erwartet hatten. Doch die menschenähnlichen Maschinen stehen vor einem grundlegenden Problem: Woher nehmen sie die nötige Energie für einen kompletten Arbeitstag? Genau hier setzen die koreanischen Batterietitanen an. Sie adaptieren ihre bewährte Nickel-Cobalt-Mangan (NCM)-Technologie aus der Elektromobilität für die speziellen Anforderungen der Roboter. Der Markt könnte sich zu einem milliardenschweren Geschäftsfeld entwickeln, gerade rechtzeitig, um schwankende Nachfrage im Elektroauto-Sektor auszugleichen.
Der entscheidende Engpass bei humanoiden Robotern ist der Platz. Während Elektroautos große, dedizierte Batteriepacks haben, muss die Energiequelle bei humanoiden Maschinen in einen menschenähnlichen Torso passen. Das macht die Energiedichte – also wie viel Energie auf kleinstem Raum gespeichert werden kann – zum alles entscheidenden Faktor.
Hier punktet die NCM-Chemie gegenüber Alternativen wie Lithium-Eisenphosphat (LFP). LFP-Batterien sind zwar oft günstiger und stabiler, haben aber eine deutlich geringere Energiedichte. Für einen Roboter, der laufen, schwere Lasten heben oder das Gleichgewicht halten soll, ist das ein Ausschlusskriterium. Aktuelle Modelle wie Hyundais neuer ‘Atlas’-Roboter kommen nur auf zwei bis vier Stunden Betriebszeit. Für einen vollwertigen Acht-Stunden-Arbeitstag braucht es eine technologische Sprunginnovation.
Seit August 2024 gelten für KI‑Systeme neue EU‑Regeln — auch humanoide Roboter fallen vielfach darunter. Unternehmen und Entwickler müssen Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und umfangreiche Dokumentationspflichten beachten; sonst drohen Bußgelder und Marktbeschränkungen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, welche Pflichten jetzt gelten, welche Fristen zu beachten sind und welche konkreten Schritte Sie sofort umsetzen sollten. KI-Verordnung: Umsetzungsleitfaden jetzt herunterladen
Koreanische Giganten sichern sich Schlüsselpositionen
Die koreanischen Konzerne sind bereits tief in der Roboter-Entwicklungsszene verwurzelt. LG Energy Solution liefert nach Brancheninformationen die zylindrischen NCM-Zellen für Teslas ‘Optimus’-Roboter. Auch die Service- und Industrieroboter des US-Unternehmens Bear Robotics werden mit Batterien aus Südkorea betrieben.
Samsung SDI wiederum ist eng mit den Roboterambitionen der Hyundai Motor Group verflochten. Dessen Batterien versorgen bereits den Service-Roboter ‘DAL-e’ und die Lieferplattform ‘MobED’. Diese etablierte Partnerschaft gibt Samsung SDI einen klaren Vorteil, wenn Hyundai seinen hochmodernen Atlas-Roboter in den eigenen Fabriken einsetzen will. Die Strategie ist eindeutig: Man will zum führenden Energiequelle-Lieferanten für die nächste Automatisierungswelle werden.
Nächste Generation: 4680-Zellen und Festkörperbatterien
Die Industrie arbeitet bereits an der übernächsten Generation. Besonders vielversprechend sind die 4680-Batteriezellen mit ihrem größeren Format (46 Millimeter Durchmesser, 80 Millimeter Höhe). Sie versprechen bei gleichem Bauraum mehr Leistung als die aktuell verbreiteten 2170-Zellen. LG Energy Solution plant die Massenproduktion dieser Zellen noch in diesem Jahr in seinem Werk in Arizona.
Der langfristige Game-Changer könnten jedoch Festkörperbatterien sein. Sie ersetzen den flüssigen Elektrolyten durch ein festes Material. Das verspricht nicht nur noch höhere Energiedichte und geringeres Gewicht, sondern auch ein deutlich geringeres Brandrisiko – ein entscheidender Sicherheitsfaktor für Roboter, die eng mit Menschen zusammenarbeiten sollen. Die Betriebszeit könnte im Vergleich zu heutigen NCM-Zellen um über 50 Prozent steigen. Bis zur kommerziellen Reife werden zwar noch einige Jahre vergehen, aber die Forschung läuft auf Hochtouren.
Neues Schlachtfeld im globalen Batteriekrieg
Der Fokus auf den Roboter-Markt kommt für die koreanische Batterieindustrie zum idealen Zeitpunkt. Nach einem temporären Nachfrage-Einbruch im Elektroauto-Sektor eröffnet sich hier ein gewaltiges neues Geschäftsfeld. Die etablierte Dominanz in der Hochleistungs-NCM-Chemie gibt den Konzernen einen technologischen Vorsprung in einem Bereich, in dem Energiedichte nicht verhandelbar ist.
Die Finanzwelt hat das Potenzial erkannt. Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Prognose für den globalen Humanoid-Roboter-Markt bis 2035 kürzlich auf 38 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert – eine Versechsfachung gegenüber der Schätzung vom Vorjahr.
Ausblick: Wer versorgt die Roboter-Workforce?
Der Fahrplan ist abgesteckt. Hyundai plant, den Atlas-Roboter ab 2028 in seinem Werk in Georgia einzusetzen. Diese frühe Praxiserprobung wird zur Nagelprobe für Roboter und ihre Energieversorgung zugleich. Der Erfolg solcher Einsätze hängt maßgeblich davon ab, ob die Batterien einen ganzen Arbeitstag durchhalten.
Der Wettlauf um kleinere, leichtere und leistungsfähigere Batterien wird sich mit dem Übergang von Prototypen zur Serienproduktion weiter verschärfen. Die Innovationen der koreanischen Firmen legen heute das Fundament für die autonome Belegschaft von morgen. Der evolutionäre Schritt von heutigen NCM-Zellen über das 4680-Format bis hin zu Festkörperbatterien wird entscheidend bestimmen, wie schnell und in welchem Umfang die humanoide Robotik-Revolution tatsächlich kommt.
Übrigens: Wer bereits humanoide Roboter entwickelt oder plant, sie in Fabriken einzusetzen, sollte die Anforderungen der EU‑KI‑Verordnung kennen. Der Gratis‑Leitfaden fasst die wichtigsten Fristen, Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten zusammen und liefert praxisnahe Checklisten, mit denen Sie Ihr System korrekt klassifizieren und rechtskonform bereitstellen können. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden anfordern


