Kongsberg: Malaysia fordert 124-Millionen-Rückerstattung
02.06.2026 - 20:48:49 | boerse-global.deKongsberg Gruppen gerät wegen eines gescheiterten Rüstungsgeschäfts unter Druck. Malaysia verlangt von der Tochter Kongsberg Defence & Aerospace eine formelle Rückerstattung für ein Projekt, das nach dem Entzug der norwegischen Exportlizenz nicht mehr umgesetzt werden konnte.
An der Börse kam das nicht gut an. Die Aktie fiel am Dienstag um 3,10 Prozent auf 29,08 Euro und notierte damit klar unter dem Vortagesschluss von 30,01 Euro. Mit dem Rückgang gehörte der Titel zu den schwächeren Werten im Umfeld des Tageshandels.
Streit um NSM-Auftrag
Im Zentrum steht ein Vertrag aus dem Jahr 2018 über Naval Strike Missile-Systeme für sechs malaysische Littoral Combat Ships. Der Auftragswert lag bei 124 Millionen Euro. Nach dem Widerruf der Exportlizenz durch die norwegische Regierung kam das Geschäft nicht zur Ausführung.
Nach Angaben aus Malaysia wurden bereits rund 95 Prozent des Vertragsvolumens bezahlt. Jetzt verlangt das Land die vollständige Rückzahlung. Für Kongsberg ist das heikel, weil der Fall nicht nur finanzielle Folgen haben kann, sondern auch die politische Dimension des Rüstungsgeschäfts sichtbar macht.
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Rekordaufträge als Gegengewicht
Operativ steht der Konzern weiter solide da. Der Auftragsbestand erreichte zuletzt 152 Milliarden norwegische Kronen, nach 113,2 Milliarden Kronen ein Jahr zuvor. Das ist ein deutlicher Puffer für die kommenden Monate.
Im ersten Quartal trugen vor allem ein 16-Milliarden-Kronen-Auftrag für Drohnenabwehrsysteme in Polen und weitere F-35-Aufträge zum Wachstum bei. Der Umsatz stieg um 26 Prozent auf 9,2 Milliarden Kronen, das operative Ergebnis kletterte um 55 Prozent auf 1,54 Milliarden Kronen.
Der Kursverlauf zeigt dennoch, wie sensibel Anleger auf juristische und politische Risiken reagieren. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn zwar noch deutlich im Plus, notiert aber unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und bleibt mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 60,13 Prozent auffällig schwankungsanfällig.
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Blick auf Juni
Für das laufende Geschäftsjahr hält das Management an einem positiven Ausblick fest. Der Konzern erwartet für 2026 ein höheres Umsatzwachstum als im Vorjahr. Rund 27 Milliarden Kronen aus dem aktuellen Auftragsbestand sollen noch in den restlichen Monaten des Jahres ausgeliefert werden.
Spannend wird nun der Kapitalmarkttag im Juni. Dort dürfte Kongsberg weitere Details zu den Wachstumsplänen nach dem Spin-off der maritimen Sparte und der Neuausrichtung des Digitalgeschäfts liefern. Für die Aktie bleibt damit vor allem entscheidend, ob die starke operative Entwicklung den Streit um den Malaysia-Auftrag überlagern kann.
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