Konferenz-Teilnehmer, Visier

Konferenz-Teilnehmer im Visier neuer Phishing-Wellen

17.01.2026 - 01:56:12

Das Weltwirtschaftsforum stuft Cyber-Betrug als größtes Cybersicherheitsrisiko ein. Spezialisierte Kriminelle kapern Buchungsplattformen und nutzen KI für gezielte Angriffe auf Konferenzteilnehmer.

Hochspezialisierte Betrüger nutzen globale Tagungen als Einfallstor für Datendiebstahl und Kreditkartenbetrug. Die Methoden reichen von gefälschten Hotelpartnern bis zur Übernahme legitimer Buchungsplattformen. Ein aktueller Bericht des Weltwirtschaftsforums bestätigt den Trend: Cyber-Betrug ist zur größten Cybersicherheits-Sorge für Unternehmen weltweit geworden.

Die Angriffe sind besonders tückisch, weil sie maßgeschneidert sind. Die Betrüger kennen oft den Namen der Konferenz, für die sich das Opfer registriert hat. Ihre gefälschten Kommunikationswege zielen darauf ab, über manipulierte Zahlungsportale Kreditkartendaten abzugreifen oder unter dem Vorwand der Zimmerbestätigung sensible persönliche Informationen zu stehlen. Veranstalter und Sicherheitsexperten warnen eindringlich davor, Buchungen ausschließlich über offizielle Kanäle vorzunehmen.

Die Masche der „Zimmer-Piraten“

Eine weit verbreitete Masche sind sogenannte „Housing Pirates“ oder „Zimmer-Banditen“. Diese dritten Parteien kontaktieren Teilnehmer und Aussteller per E-Mail oder Telefon und geben sich als offizieller Unterkunftspartner der Veranstaltung aus. Sie locken mit besseren Konditionen oder Zugang zu ausgebuchten Zimmerkontingenten.

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Organisationen wie das International Precious Metals Institute (IPMI) oder die International Association of Emergency Managers (IAEM) warnen seit Langem vor diesem Betrug. Sie betonen, keine Verbindung zu diesen Anbietern zu haben. Eine Buchung bei ihnen kann teure Folgen haben: von betrügerischen Abbuchungen bis zum Fehlen einer echten Reservierung bei der Ankunft. Die Betrüger erzeugen gezielt Zeitdruck. Der einzig legitime Weg ist die Buchung über die offiziellen Links der Konferenzveranstalter.

Kompromittierte Buchungsplattformen: Die perfekte Tarnung

Noch raffinierter sind Angriffe, bei denen legitime Konten auf großen Reiseportalen wie Booking.com gekapert werden. Hier infizieren Cyberkriminelle zunächst Hotel-Systeme mit Schadsoftware, oft via Phishing-E-Mails, die als Gästeanfragen getarnt sind. Über das kompromittierte System gelangen sie in das Verwaltungspanel des Hotels auf der Buchungsplattform.

Von dort aus sehen sie echte Gästedaten: Namen, Buchungsdaten, Zimmertyp. Über das offizielle Nachrichtensystem der Plattform kontaktieren sie dann anstehende Gäste – auch Konferenzteilnehmer – mit betrügerischen Aufforderungen. Diese Nachrichten wirken absolut authentisch, da sie vom echten Hotelkonto stammen und korrekte Buchungsdetails enthalten. Typischerweise fordern sie eine „dringende Zahlungsbestätigung“, um eine Stornierung zu vermeiden. Die verlinkten Seiten sind täuschend echte Fälschungen, die nur zum Abgreifen von Kreditkarteninformationen dienen.

Weltwirtschaftsforum stuft Phishing als Top-Risiko ein

Die gezielten Angriffe auf Reisende und Konferenzteilnehmer sind Teil eines größeren Trends. Ein Bericht des Weltwirtschaftsforums vom 12. Januar 2026 stellt klar: Cyber-Betrug und Phishing haben Ransomware als größte Cybersicherheits-Sorge von Wirtschaftsführern abgelöst. Diese Betrugsmaschen erreichen Rekordniveau und verursachen erhebliche finanzielle Verluste.

Die Lage wird durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) durch Cyberkriminelle verschärft. KI hilft dabei, hochgradig personalisierte und überzeugende Phishing-E-Mails zu verfassen, die schwerer zu erkennen sind. Betrüger können sogar Social-Media-Profile nach Reiseplänen durchforsten, um Personen mit maßgeschneiderten Nachrichten zu targetieren. Generische, leicht zu erkennende Betrugsversuche werden so durch ausgeklügelte, persönliche Angriffe ersetzt, die auch aufmerksame Profis täuschen können.

Warum Konferenzteilnehmer im Fokus stehen

Für Betrüger sind Konferenzdelegierte ein lukratives Ziel. Sie buchen oft Reisen und Unterkünfte in unbekannten Städten und sind daher stärker auf E-Mail-Kommunikation angewiesen. Zudem reisen sie meist im Auftrag ihrer Organisationen und nutzen Firmenkreditkarten – ein höherwertiges Ziel für Kriminelle.

Die Flut an Kommunikation rund um eine große Veranstaltung – von Anmeldebestätigungen über Programm-Updates bis zu Hotelbuchungen – schafft ein unübersichtliches digitales Umfeld. Eine betrügerische E-Mail geht darin leichter unter. Cyberkriminelle nutzen diese Informationsüberlastung aus. Dringende Hinweise auf angebliche Reservierungsprobleme oder Zahlungsfehler sollen eine schnelle, unkritische Reaktion provozieren. Das professionelle Erscheinungsbild der Nachrichten, inklusive kopierter Logos und Formate, senkt die Hemmschwelle zusätzlich.

So schützen sich Teilnehmer

Die Verantwortung liegt bei Veranstaltern und Teilnehmern gleichermaßen. Während Organisatoren zunehmend Listen bekannter Betrüger veröffentlichen und auf offizielle Kanäle hinweisen, ist für Delegierte gesunde Skepsis der beste Schutz.

Experten raten zu diesen Maßnahmen:
* Nie auf Links in unaufgeforderten Buchungs-E-Mails klicken, selbst wenn die Absenderadresse legitim erscheint.
* Ausschließlich über die offizielle Konferenz-Website buchen oder eigenständig vertrauenswürdige Plattformen aufrufen.
* Dringende Aufforderungen direkt prüfen. Bei einer Nachricht zu angeblichen Zahlungsproblemen das Hotel oder die Plattform über die offizielle Telefonnummer oder Website kontaktieren – nicht über die in der verdächtigen E-Mail angegebenen Daten.
* Ungewöhnlich günstige Angebote skeptisch sehen. Unrealistisch niedrige Preise sind ein typisches Lockmittel der „Zimmer-Piraten“.
* Persönliche Daten schützen. Sensible Informationen nur auf sicheren, verschlüsselten Webseiten preisgeben, die man selbst aufgerufen hat.

In einer Zeit, in der Cyber-Betrug ein globales Spitzenrisiko darstellt, kann der kurze Moment des Innehaltens und der Überprüfung die wirksamste Verteidigung gegen diese perfiden Reisebetrügereien sein.

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