Kompany attackiert Mourinho nach Rassismus-Eklat
20.02.2026 - 16:51:06 | boerse-global.deVincent Kompany reißt dem Fußball den Deckel von der Rassismus-Debatte. Der Trainer des FC Bayern München geht in einer emotionalen Pressekonferenz scharf mit seinem Kollegen José Mourinho ins Gericht. Anlass sind die Vorfälle im Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid.
Mourinhos umstrittene Täter-Opfer-Umkehr
Auslöser der Kontroverse war ein mutmaßlich rassistischer Ausfall des Benfica-Spielers Gianluca Prestianni gegen Real Madrids Vinícius Jr. Nach dem Spiel schob Mourinho dem brasilianischen Star jedoch eine Mitschuld zu. Dessen Torjubel sei provokant gewesen, so der Portugiese. Um den Rassismusvorwurf zu entkräften, verwies er auf Vereinslegende Eusébio.
Diese Reaktion nennt Kompany nun einen „gewaltigen Fehler in Sachen Führung“. In einer fast zwölfminütigen Stellungnahme wirft der Bayern-Coach Mourinho vor, den Charakter von Vinícius Jr. zu attackieren. „Das darf man nicht akzeptieren“, so Kompany.
„War Mourinho damals bei Eusébio dabei?“
Besonders empört zeigt sich Kompany über die Instrumentalisierung von Eusébio. Der Trainer, dessen Vater aus dem Kongo stammt, erinnert an das Leid schwarzer Spieler in den 1960er-Jahren. „War Mourinho bei jeder Auswärtsreise dabei, um zu sehen, was Eusébio ertragen musste?“, fragt Kompany rhetorisch.
Sein Vater und Eusébio hätten damals nur eine Option gehabt: schweigen und zehnmal besser sein. Den Namen der Ikone heute zu nutzen, um die Erlebnisse von Vinícius Jr. zu bewerten, sei inakzeptabel. Kompany betont die Glaubwürdigkeit der emotionalen Reaktion des Brasilianers und seines Teamkollegen Kylian Mbappé.
Experten-Rückenwind für den Bayern-Trainer
Kompany erhält prominente Unterstützung. Legenden wie Wayne Rooney und Clarence Seedorf verurteilen Mourinhos Kommentare scharf. Seedorf wirft dem Benfica-Coach vor, rassistische Beleidigungen zu rechtfertigen.
Die Aussagen des einen von nur zwei schwarzen Trainern in der Bundesliga erhalten dadurch zusätzliches Gewicht. Kompany betont, er verurteile Mourinho nicht als Person, sondern dessen Verhalten in dieser spezifischen Situation.
UEFA ermittelt – die Debatte ist entfacht
Die UEFA hat inzwischen eine Untersuchung eingeleitet. Ihr Ethik- und Disziplinarkomitee prüft den Vorwurf des diskriminierenden Verhaltens. Der Prozess könnte Wochen dauern.
Eines ist bereits jetzt klar: Die klaren Worte Kompanys haben eine grundsätzliche Debatte über Führung und Verantwortung im Fußball entfacht. Sie stellen die Frage, wie der Sport künftig mit solchen Eklats umgehen will – und ob er die Opfer schützt oder ihr Verhalten infrage stellt.
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