KNGF, Leitlinien

KNGF aktualisiert Leitlinien und warnt vor Fachkräftemangel

22.02.2026 - 11:40:12 | boerse-global.de

Der niederländische Physiotherapieverband KNGF professionalisiert die Behandlung von Krebs und Fußleiden mit neuen Leitlinien, sieht sich jedoch durch eine Marktanalyse der Aufsichtsbehörde und massive Finanzierungsprobleme herausgefordert.

Die niederländische Physiotherapie steht vor einem Wendepunkt. Während der Berufsverband KNGF die Behandlung von Krebs und Fußschmerzen mit neuen Leitlinien professionalisiert, droht gleichzeitig ein massiver Personalmangel. Eine Marktanalyse der Aufsichtsbehörde NZa löste heftige Kritik aus.

Neue Regeln für Krebsnachsorge und Fußleiden

In den letzten Tagen veröffentlichte die Königlich Niederländische Gesellschaft für Physiotherapie (KNGF) entscheidende Aktualisierungen ihrer Praxisleitlinien. Ein Schwerpunkt liegt auf der Rehabilitation nach Kopf-Hals-Tumoren. Die komplett überarbeiteten Module ersetzen Vorgaben von 2014 und richten sich an alle beteiligten Gesundheitsdienstleister.

Physiotherapeuten spielen bei diesen Krebsarten eine immer wichtigere Rolle. Die neue Leitlinie empfiehlt eine präzise Abstimmung von Bewegung und Ernährung, die eng an die Belastbarkeit der Patienten angepasst wird. Dies erfordert eine nahtlose Zusammenarbeit mit spezialisierten Diätassistenten.

Zusätzlich kündigte der Verband eine überarbeitete Richtlinie zur Behandlung der Plantarfasziopathie an – einer schmerzhaften Fußerkrankung. Beide Updates sollen die Behandlungsqualität auf Basis der neuesten Forschung spürbar verbessern.

Anzeige

Wer neben der fachlichen Behandlung auch selbst aktiv etwas gegen Rücken- und Gelenkschmerzen tun möchte, findet praktische Hilfe für zu Hause. Der kostenlose E‑Book-Report „Krafttrainings‑Übungen“ erklärt sechs leicht umsetzbare Übungen, die gezielt Muskulatur stärken und Beschwerden vorbeugen – besonders geeignet für Menschen ab 50. Gratis-Ratgeber ‚Krafttrainings-Übungen‘ sichern

Leitlinie für Schulterschmerzen in Abstimmung

Eine weitere wichtige Richtlinie befindet sich in der finalen Phase. Die Empfehlungen zum subakromialen Schmerzsyndrom (SAPS) wurden der Niederländischen Orthopädischen Vereinigung zur Kommentierung vorgelegt. Ziel ist eine optimale Abstimmung zwischen ärztlicher Diagnose und physiotherapeutischer Behandlung.

Dieser evidenzbasierte Leitfaden soll die Versorgungsqualität steigern und unerwünschte Unterschiede zwischen Therapeuten reduzieren. Bis Mitte März können Fachkreise noch Stellung zum Entwurf beziehen, bevor er endgültig verabschiedet wird.

Verband attackiert Aufsichtsbehörde scharf

Doch die fachlichen Erfolge werden von einem heftigen politischen Konflikt überschattet. Die niederländische Gesundheitsaufsicht NZa veröffentlichte kürzlich einen Marktbericht zur Physiotherapie. Darin sieht der KNGF das Kernproblem verfehlt.

Die Behörde hatte zwar auf zukünftige Risiken hingewiesen, aber aus Sicht des Verbands keine wirksamen Lösungen geliefert. Stattdessen verlasse sich der Bericht zu sehr auf den freien Markt. Das KNGF fordert dringend politisches Eingreifen.

Der Grund: Die aktuellen Vergütungen liegen weit unter den tatsächlichen Kosten. Laut Verbandsdaten bringt eine reguläre Sitzung nur etwa 35 Euro, kostet aber 45 Euro. Diese Schere treibe Fachkräfte aus dem Beruf. Der KNGF verlangt Mindesttarife, um den drohenden Personalmangel abzuwenden.

Leitlinien ebnen Weg für Kassenleistungen

Trotz der finanziellen Sorgen zeigt die Leitlinienarbeit konkrete Erfolge. Seit Januar übernimmt die Grundversicherung die Behandlung der axialen Spondyloarthritis – einer rheumatischen Erkrankung. Voraussetzung ist, dass Therapeuten nach der entsprechenden KNGF-Leitlinie geschult sind.

Dieser direkte Zusammenhang zwischen evidenzbasierter Leitlinie und Kassenzulassung unterstreicht die Bedeutung der Verbandsarbeit. Für die Umsetzung stellt das KNGF spezielle E-Learning-Module bereit.

Die kommenden Monate werden entscheidend. Während die neuen Leitlinien die Praxis weiter professionalisieren, bleibt die finanzielle Basis fragil. Experten warnen: Ohne faire Tarife könnte die hohe Versorgungsqualität langfristig gefährdet sein.

Anzeige

Die Kurse spielen verrückt – oder folgen sie nur Mustern, die du noch nicht kennst?

Emotionale Kurzschlussreaktionen auf unruhige Märkte kosten dich bares Geld. Vertraue bei deiner Geldanlage stattdessen auf kühle Analysen und harte Fakten. Seit 2005 navigiert 'trading-notes' Anleger mit präzisen Handlungsempfehlungen sicher durch jede Marktphase. Hol dir dreimal pro Woche unaufgeregte Experten-Strategien in dein Postfach.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Jetzt abonnieren.