KNDS Aktie: Britische Armee bestellt 72 Haubitzen
24.05.2026 - 22:51:16 | boerse-global.deDie britische Armee bestellt 72 RCH 155 Haubitzen – ein Auftrag im Wert von rund einer Milliarde Pfund. Für KNDS kommt der Deal kurz vor dem geplanten Börsengang im Sommer zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt.
Die neuen Artilleriesysteme ersetzen die AS90-Kanonen, die Großbritannien 2023 an die Ukraine lieferte. Die ersten Auslieferungen sollen 2028 beginnen. Produziert wird in Stockport und Telford, was rund 500 Arbeitsplätze in der britischen Rüstungsindustrie schaffen dürfte. Die RCH 155 trifft Ziele in bis zu 75 Kilometern Entfernung. Der Auftragsbestand von KNDS liegt damit bei über 20 Milliarden Euro.
Staatlicher Einstieg vor dem IPO
Parallel dazu sichert sich die Bundesregierung eine 40-Prozent-Beteiligung an KNDS – noch vor dem Börsengang. Bei einer Unternehmensbewertung von bis zu 20 Milliarden Euro kostet der Einstieg den Bund rund acht Milliarden. Langfristig plant der Staat, seinen Anteil auf 30 Prozent zu reduzieren.
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Damit entsteht eine paritätische Eigentümerstruktur: Die Bundesregierung hält denselben Anteil wie die französische Regierung. KNDS ist Hersteller des Leopard 2 und des Boxer-Spähpanzers – systemkritische Plattformen für beide Armeen.
Indes bereitet sich der Konzern auf den Börsengang vor. Ein Verkauf der bestehenden Beteiligung am Getriebehersteller RENK wird geprüft. Das würde den Fokus auf das Kerngeschäft – gepanzerte Fahrzeuge und Artillerie – schärfen. RENK-Aktien notierten zuletzt bei 48,96 Euro, plus 1,74 Prozent am Freitag.
Auftragsboom trotz Vertrauenskrise
Die strategische Neuaufstellung fällt in ein widersprüchliches politisches Klima. Eine aktuelle INSA-Umfrage ergab, dass nur 17 Prozent der Deutschen Vertrauen in die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr haben, 72 Prozent äußerten Misstrauen.
Die massiven Auftragsbücher der europäischen Rüstungsindustrie liefern indes ein starkes fundamentales Fundament. Der UK-Auftrag gibt dem Börsengang zusätzlichen Rückenwind. Marktbeobachter rechnen mit einer Bestätigung der Bewertungsspanne von 18 bis 20 Milliarden Euro – ein entscheidender Faktor für das institutionelle Interesse.
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