KNDS Aktie: 6 bis 7 Milliarden für 40 Prozent
23.06.2026 - 13:39:38 | boerse-global.de
Deutschland ebnet den Weg für einen der größten Rüstungs-Börsengänge Europas. Die Eigentümerfamilien, die 50 Prozent an KNDS halten, haben sich offenbar bereit erklärt, einen 40-Prozent-Anteil an die Bundesregierung zu verkaufen — ein entscheidender Schritt vor dem geplanten Doppellisting in Frankfurt und Paris.
Milliardendeal räumt Hürde aus dem Weg
Der Transaktion liegt eine Bewertung von 15 bis 18 Milliarden Euro zugrunde. Die Bundesregierung zahlt dafür voraussichtlich zwischen 6 und 7 Milliarden Euro. Damit gleicht Berlin seine Beteiligungsposition der des französischen Staates an, der die andere Hälfte von KNDS hält.
Der Deal schafft die Voraussetzung für das IPO. Noch in dieser Woche könnte KNDS die offizielle Börsenabsicht bekanntgeben. Im Rahmen des Listings sollen jeweils 10 Prozent der Anteile von den Familien und 10 Prozent vom französischen Staat veräußert werden.
Starke Zahlen, volle Auftragsbücher
KNDS entstand 2015 aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Rüstungskonzern Nexter. Das Unternehmen produziert Leopard-2- und Leclerc-Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Munition — Systeme, die mehr als 40 Streitkräfte weltweit nutzen.
Die Finanzlage ist robust. 2025 erzielte KNDS einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro, ein Plus von knapp 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand kletterte auf 33,1 Milliarden Euro — nach 23,5 Milliarden Euro Ende 2024.
Das Timing ist günstig. Europa erhöht seine Verteidigungsausgaben deutlich, die Nachfrage nach Landsystemen steigt. Ein Börsengang mitten in dieser Rüstungskonjunktur dürfte das Interesse institutioneller Investoren wecken.
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