KNDS, Aktie

KNDS Aktie: 33-Milliarden-Auftragsbuch vor IPO

29.06.2026 - 01:42:18 | boerse-global.de

Rüstungskonzern KNDS startet am 13. Juli an die Börse, ohne frisches Kapital aufzunehmen. Deutschland und Frankreich sichern sich langfristig die Kontrolle.

KNDS Börsengang: Milliardenbewertung trotz staatlicher Dominanz
KNDS - Nahaufnahme eines stilisierten, leuchtenden Auftragsbuchs vor dem Hintergrund einer modernen Verteidigungsfabrik. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein prall gefülltes Auftragsbuch trifft auf Aktionäre ohne Mitspracherecht. Wenn der Rüstungskonzern KNDS am 13. Juli an die Börse geht, erwartet Investoren ein ungewöhnliches Konstrukt. Das Unternehmen sammelt kein frisches Kapital ein. Stattdessen zementieren Deutschland und Frankreich ihre absolute Kontrolle.

Keine neuen Aktien, kein Mitspracherecht

Der Börsengang bringt KNDS keinen einzigen Euro ein. Die bisherigen Eigentümer verkaufen lediglich bestehende Anteile. Die deutsche Staatsbank KfW übernimmt für bis zu 7,2 Milliarden Euro das Paket der Familie Wegmann. Frankreich reduziert seinen Anteil auf 40 Prozent.

Die restlichen 20 Prozent fließen an institutionelle Investoren. Privatanleger bleiben komplett außen vor. Die beiden Staaten binden sich derweil langfristig. Eine zehnjährige Sperrfrist verhindert schnelle Verkäufe. Fällt ein Staatsanteil unter 30 Prozent, muss die andere Seite zustimmen.

Milliarden-Aufträge treffen auf Bewertungsabschlag

Ursprünglich erhofften sich Banken eine Bewertung von 25 Milliarden Euro. Nun peilt das Management maximal 15 Milliarden Euro an. Dieser Abschlag hat einen klaren Grund. Die Regierungen halten 80 Prozent der Anteile und blockieren sich gegenseitig mit Vetorechten. Freie Aktionäre können die Strategie kaum beeinflussen.

Finanziell steht KNDS glänzend da. Das Auftragsbuch ist auf einen Rekordwert von gut 33 Milliarden Euro angewachsen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Die operative Marge lag bei starken 15 Prozent.

Die Nachfrage übersteigt das Angebot massiv. Die Folge: KNDS kann Panzer derzeit nicht schnell genug bauen. Das Management verhandelt deshalb über die Übernahme ehemaliger Autofabriken. Produktionsstätten von Volkswagen und Mercedes-Benz in Osnabrück und Ludwigsfelde stehen auf der Einkaufsliste.

Ein US-Großauftrag als Kurstreiber

Mitten in der Zeichnungsfrist könnte ein massiver Katalysator zünden. Die US-Armee entscheidet im Juli über einen Auftrag für bis zu 500 Haubitzen. KNDS bietet gemeinsam mit Leonardo DRS gegen Konkurrenten wie Rheinmetall. Ein Sieg würde den weltgrößten Rüstungsmarkt öffnen. Das dürfte die Nachfrage nach den Aktien massiv antreiben.

Am 13. Juli startet der offizielle Handel in Frankfurt und Paris. Bis dahin müssen die begleitenden Banken genügend institutionelle Käufer finden. Gelingt der US-Deal noch vor dem ersten Kurs, dürfte die Aktie das obere Ende der Bewertungsspanne mühelos erreichen.

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