Kleinanzeigen stellt Bezahlsystem um – Betrüger schlagen sofort zu
03.04.2026 - 01:18:51 | boerse-global.deDer Online-Marktplatz Kleinanzeigen hat sein Bezahlsystem auf die Infrastruktur des Finanzdienstleisters Adyen umgestellt. Gleichzeitig warnen Behörden vor einer neuen Welle professioneller Betrugsversuche. Nutzer müssen sich nun in einer doppelten Herausforderung zurechtfinden.
Neue Technik, alte Tricks: Die Umstellungsphase nutzen Betrüger aus
Kleinanzeigen übernimmt die Zahlungsabwicklung jetzt in Eigenregie. Das Ziel: ein schnellerer Checkout und bessere Kontrolle. Die neue Adyen-Infrastruktur soll Betrug proaktiv erkennen können.
Ob beim Online-Shopping oder bei Zahlungen auf Marktplätzen – Kriminelle nutzen jede Unsicherheit während technischer Umstellungen gezielt aus. Wie Sie Ihr Android-Smartphone und Ihre sensiblen Bezahldaten in wenigen Minuten gegen Hacker absichern, zeigt dieser kostenlose PDF-Ratgeber. 5 einfache Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos sichern
Doch Sicherheitsexperten warnen. Kriminelle nutzen die Verwirrung während solcher Umstellungen oft aus. Sie schicken gefälschte Systembenachrichtigungen, um Nutzer auf Phishing-Seiten zu locken. Die Plattform betont daher: Alle Kommunikation und Zahlungen müssen in der offiziellen App oder auf der Webseite bleiben.
„Quishing“: Der QR-Code als gefährliche Falle
Parallel verbreitet sich eine tückische Masche namens „Quishing“ – eine Kombination aus QR-Code und Phishing. Betrüger schicken als vermeintliche Verkäufer Fotos von gefälschten Post-Rechnungen. Darauf ist ein QR-Code abgedruckt, den der Käufer zur „Bestätigung“ scannen soll.
Der Code leitet auf täuschend echte Phishing-Seiten, die Kreditkartendaten abfragen. Die Masche nutzt das Vertrauen in QR-Codes aus. Verbraucherschützer betonen: Seriöse Dienste verlangen niemals die Eingabe von Finanzdaten über einen per Chat geschickten QR-Code.
Erstverkäufer im Visier: So machen es sich Kriminelle leicht
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) beobachtet gezielte Angriffe auf neue Nutzer. Betrüger suchen systematisch nach Profilen ohne Bewertungen. Diese Erstinserenten kennen die Sicherheitsmechanismen oft noch nicht.
Die Masche beginnt harmlos. Der angebliche Käufer zeigt sich unkompliziert und will sofort zahlen. Schnell wird der Chat jedoch auf externe Messenger wie WhatsApp verlagert. Dort folgen Links zu gefälschten Zahlungsbestätigungen oder die Aufforderung, einen „Verifizierungs“-SMS-Code einzugeben. Dieser Code dient in Wahrheit oft dazu, den Account zu übernehmen.
Klassiker bleiben gefährlich: Dreiecksbetrug und gekaperte Accounts
Auch alte Betrugsmodelle laufen weiter auf Hochtouren. Beim Dreiecksbetrug agiert der Kriminelle als Mittelsmann: Er bietet eine Ware an, die er nicht hat, und kauft sie gleichzeitig bei einem echten Verkäufer. Das Opfer zahlt an den echten Verkäufer, der die Ware an den Betrüger schickt. Am Ende hat der Käufer nichts, und der Verkäufer steht mit Rückforderungen da.
Zudem kapern Betrüger vermehrt bestehende Accounts mit guter Bewertungshistorie. Unter dieser seriösen Tarnung schalten sie Anzeigen für teure Elektronik. Die positive Historie senkt die Hemmschwelle für Vorauszahlungen. Die wichtigste Schutzmaßnahme dagegen bleibt die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).
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Betrug als Industrie: KI schreibt perfekte Phishing-Texte
Die aktuelle Lage zeigt eine beunruhigende Entwicklung. Online-Betrug wird industriell betrieben. Künstliche Intelligenz verfasst täuschend echte Nachrichten ohne Grammatikfehler. Das früher sichere Erkennungsmerkmal „schlechte Sprache“ fällt damit weg.
Die Reaktionszeit der Kriminellen auf neue Sicherheitsmaßnahmen ist extrem kurz. Kaum war die Adyen-Umstellung bekannt, tauchten schon Phishing-Kampagnen mit dem Thema auf. Die technische Absicherung der Plattformen ist nur eine Seite. Die andere ist die Wachsamkeit jedes einzelnen Nutzers.
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