Klarna Aktie: 186 Millionen Rückstellungen bremsen Euphorie
16.05.2026 - 18:08:04 | boerse-global.deStarke Zahlen, schwacher Ausblick: Bei Klarna prallen gerade zwei Geschichten aufeinander. Das Auftaktquartal zeigte kräftiges Wachstum im Zahlungsnetzwerk. Am Freitag dominierten aber Kreditrisiken und eine vorsichtige Prognose. Die Aktie gab damit einen Teil des jüngsten Sprungs wieder ab.
Starkes Quartal, kühle Reaktion
Klarna steigerte den Umsatz im Auftaktquartal um 44 Prozent auf 1 Milliarde Dollar. Damit lag der Zahlungsdienstleister über der Markterwartung von 945,1 Millionen Dollar. Treiber waren mehr Verbraucher und Händler im globalen Netzwerk.
Am Vortag hatte die Aktie zeitweise deutlich zugelegt. Der Impuls war nachvollziehbar: Die wichtigsten Kennzahlen lagen über den Erwartungen, das operative Profil wirkte robuster. Am Freitag änderte sich die Lesart.
In Euro schloss die Aktie bei 13,06 Euro und verlor am Freitag 3,55 Prozent. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Plus von 5,66 Prozent stehen.
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Das größere Bild bleibt angeschlagen. Seit Jahresanfang liegt der Titel rund 46 Prozent im Minus. Der Kurs notiert zwar über dem kurzfristigen Durchschnitt, aber noch klar unter dem mittleren Verlauf der vergangenen Monate.
Kreditverluste bremsen die Euphorie
Der Knackpunkt sind die Kreditverluste. Klarna bildete im Quartal Rückstellungen von 186 Millionen Dollar, nach 136 Millionen Dollar im Vorjahr. Das ist ein Anstieg um 37 Prozent.
Für ein Buy-now-pay-later-Modell ist das sensibel. Die Bewertung hängt stark daran, ob Wachstum ohne deutlich höhere Ausfälle gelingt. Steigen die absoluten Verluste, reagiert der Markt schnell vorsichtig.
Gemessen am Bruttowarenvolumen blieben die Rückstellungen nahezu stabil: 0,55 Prozent nach 0,54 Prozent im Vorjahr. Im US-Finanzierungsgeschäft verbesserten sich Zahlungsrückstände seit dem Hoch um 36 Basispunkte.
Ausblick dämpft die Stimmung
Für das laufende Quartal erwartet Klarna Erlöse zwischen 960 Millionen und 1 Milliarde Dollar. Der Marktkonsens lag zuvor bei 1,065 Milliarden Dollar. Das erklärt, warum starke Vergangenheitszahlen allein nicht reichten.
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Das Management verwies auf normale Saisonalität und ungünstigere Wechselkurse. Für das Gesamtjahr hält der Konzern an einem Bruttowarenvolumen von mehr als 155 Milliarden Dollar fest. Das hilft, nimmt aber den Druck aus der Quartalsprognose nicht vollständig heraus.
Analysten sehen kein klares Bild
- BMO Capital hob das Kursziel von 16 auf 17 Dollar an und blieb bei „Market Perform“.
- Wells Fargo senkte das Kursziel von 32 auf 26 Dollar, hält aber an „Overweight“ fest.
- TD Cowen startete die Bewertung mit „Hold“ und einem Kursziel von 16 Dollar.
- Needham blieb bei „Hold“, verwies aber auf bessere Ausfalltrends und strengere Kostenkontrolle.
Kurzfristig liefert der Bereich um 13 Euro eine wichtige Orientierung. Ein Rückfall unter den kurzfristigen Durchschnitt bei 12,44 Euro würde den jüngsten Rebound schwächen. Oberhalb davon bleibt eine Erholung in den mittleren 14-Euro-Bereich möglich, solange Kreditqualität und Prognose nicht weiter enttäuschen.
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