Kimwolf-Botnetz infiziert 1,8 Millionen Android-Geräte
31.12.2025 - 11:43:12Das Kimwolf-Botnetz kontrolliert über 1,8 Millionen Android-Geräte und nutzt Blockchain-Technologie, um DDoS-Angriffe und kriminelle Aktivitäten zu verschleiern.
Ein massives Botnetz namens Kimwolf hat weltweit über 1,8 Millionen Android-Geräte unter seine Kontrolle gebracht. Sicherheitsexperten warnen vor einer neuen Welle der IoT-Kriminalität, bei der unscheinbare TV-Boxen zu mächtigen Angriffswerkzeugen umfunktioniert werden.
Die Entdeckung gelang Sicherheitsforschern durch eine statistische Auffälligkeit: Eine unbekannte Domain übertraf Mitte Dezember plötzlich die globalen Zugriffszahlen von Google. Analysen enthüllten das Herzstück von Kimwolf. Das Botnetz spezialisiert sich auf schlecht gesicherte Android-TV-Boxen und Tablets und dürfte auch 2026 noch für erhebliche Probleme sorgen.
Die Anatomie eines Super-Botnetzes
Was Kimwolf so gefährlich macht, ist nicht nur die Masse, sondern die brutale Effizienz. Laut dem Sicherheitsunternehmen QiAnXin XLab gab das Netzwerk zwischen dem 19. und 22. November rund 1,7 Milliarden DDoS-Angriffsbefehle aus.
Die Malware ist für hohe Performance optimiert und nutzt die infizierten Geräte für zwei Hauptzwecke:
* Massive DDoS-Angriffe, um Webseiten und Server mit Datenfluten lahmzulegen.
* Ein globales Proxy-Netzwerk, hinter dem die Betreiber ihre kriminellen Aktivitäten wie Betrug oder Spam verschleiern.
Im Verbund mit dem verwandten Botnetz Aisuru schätzen Experten die potenzielle Angriffskapazität auf bis zu 30 Terabit pro Sekunde. Diese Feuerkraft reicht aus, um die Infrastruktur großer Konzerne oder ganzer Regionen empfindlich zu stören.
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Warum Ihre TV-Box im Visier steht
Kimwolf wirft ein grelles Licht auf das Sicherheitsdesaster im Internet der Dinge (IoT). Die Malware zielt gezielt auf günstige Android-TV-Boxen, Set-Top-Boxen und Tablets ab. Diese “No-Name”-Geräte werden oft über Online-Marktplätze vertrieben und erhalten so gut wie nie Sicherheitsupdates.
Infektionen gibt es weltweit, mit Schwerpunkten in Brasilien, Indien und den USA. Doch auch in europäischen Wohnzimmern laufen tausende kompromittierte Geräte. Das Tückische: Die Nutzer bemerken meist nichts. Die Box funktioniert normal, während sie im Hintergrund Teil einer globalen Cyber-Armee ist.
Blockchain als uneinnehmbares Versteck
Die Betreiber von Kimwolf reagieren flexibel auf Gegenmaßnahmen. Nachdem erste Kommandoserver abgeschaltet wurden, wechselten sie ihre Taktik. Statt auf klassische Domains setzen sie nun auf den Ethereum Name Service (ENS).
Domains mit der Endung .eth liegen dezentral auf der Blockchain. Für Strafverfolger ist es damit nahezu unmöglich, die Steuerungsinfrastruktur des Botnetzes dauerhaft lahmzulegen. Zusätzlich verschleiert die Malware ihre Kommunikation mit Verschlüsselungstechniken wie DNS over TLS, die bösartigen Traffic vor herkömmlichen Firewalls verstecken.
Die Bedrohungslage für 2026
Kimwolf markiert einen Wendepunkt. Die größte Gefahr geht nicht mehr nur von Smartphones aus, sondern von vergessenen Android-Geräten im Heimnetzwerk. Experten sehen Parallelen zum berüchtigten Mirai-Botnetz von 2016, halten Kimwolf aber für technisch ausgereifter.
Die Verbindung zu Aisuru legt nahe, dass hier eine professionell organisierte Gruppe am Werk ist, die ihre Angriffskraft vermutlich als DDoS-as-a-Service an andere Kriminelle vermietet. Für Internet-Provider und Cloud-Dienste bedeutet dies eine enorme Herausforderung, ihre Abwehrsysteme ständig anzupassen.
So schützen Sie sich
Mit dem Jahreswechsel ist die Gefahr nicht gebannt. Experten erwarten, dass die Nutzung von Blockchain-Technologien zur Absicherung von Botnetzen 2026 zum Standard werden könnte.
Für Verbraucher gibt es klare Sicherheitsempfehlungen:
* Kaufen Sie vernetzte Geräte nur von etablierten Herstellern, die regelmäßige Sicherheitsupdates garantieren.
* Isolieren Sie unsichere Geräte wie günstige TV-Boxen in einem separaten Gast-WLAN, um den Zugriff auf sensible Heimgeräte zu unterbinden.
* Ein regelmäßiger Neustart kann einige Malware-Varianten temporär entfernen, bietet aber keinen dauerhaften Schutz.
Die Botschaft zum Jahresende ist klar: Die unauffälligen Geräte in unseren Wohnzimmern sind längst Teil eines globalen Cyber-Schlachtfelds.
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