KIMM, Datenfabrik

KIMM eröffnet Datenfabrik für den globalen Roboter-Wettlauf

15.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.de

Südkorea fokussiert sich im Wettbewerb um humanoide Roboter auf die Generierung von Trainingsdaten. Mit einer Open Data Factory und Offshore-Standorten will das Land zu den Marktführern aufschließen.

KIMM eröffnet Datenfabrik für den globalen Roboter-Wettlauf - Foto: über boerse-global.de
KIMM eröffnet Datenfabrik für den globalen Roboter-Wettlauf - Foto: über boerse-global.de

Südkorea setzt im milliardenschweren Wettrennen um humanoide Roboter voll auf Daten. Das Korea Institute of Machinery and Materials (KIMM) hat eine eigene Open Data Factory eröffnet und damit einen strategischen Schwenk eingeläutet: Nicht mehr die mechanische Hardware, sondern die Menge an Trainingsdaten aus der realen Welt entscheidet über die Marktreife.

Vom Text-Modell zum physischen Lernen

Die künstliche Intelligenz verlässt die reine Text- und Bildwelt. Der neue Fokus liegt auf Physical AI – Systemen, die durch physische Interaktion lernen. „Der Engpass für kommerzielle Roboter ist nicht die Mechanik, sondern der Mangel an hochwertigen Trainingsdaten“, erklärt Park Chanhoon vom Forschungsministerium. Genau hier setzt die neue Datenfabrik in Daejeon an.

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Auf rund 1.000 Quadratmetern simulieren Forscher typische Wohnumgebungen. In nachgebauten Küchen, Wohn- und Schlafzimmern trainieren humanoide Roboter Alltagsaufgaben: Sie räumen Regale ein, sortieren Müll oder reinigen Oberflächen. Jede Bewegung wird aufgezeichnet.

Drei Säulen für autonome Aufgaben

Das KIMM-System basiert auf drei KI-Kernen. Zuerst wandelt eine Task-Extraction-KI menschliche Vorführungen in digitale Daten um. Eine Virtualisierungs-KI erstellt dann digitale Zwillinge der realen Räume für Simulationen. Schließlich berechnet eine Task-Execution-KI die präzisen Bewegungsabläufe für den echten Roboter.

„Südkorea startete etwas später in den Humanoid-Sektor“, räumt KIMM-Präsident Ryu Seokhyun ein. „Jetzt geht es darum, bei praktischen Aufgaben zu konkurrieren, nicht nur bei der Beweglichkeit.“

Daten-Flywheel: Mehr Roboter, bessere KI

Die Branche setzt auf einen sich selbst verstärkenden Kreislauf, den Data Flywheel. Je mehr Roboter im Einsatz sind, desto mehr Interaktionsdaten generieren sie. Diese Daten verbessern wiederum die KI-Modelle, was zu leistungsfähigeren Robotern führt.

Südkoreanische Tech-Firmen entwickeln daher spezielle Vision-Language-Action-Modelle. Diese sollen Robotern helfen, komplexe physikalische Variablen zu verstehen und darauf zu reagieren. Ziel ist es, durch systematische Daten aus Fabriken und von menschlichen Verhaltensweisen zu den Vorreitern aus den USA und China aufzuschließen.

Offshore-Strategie: Datenfabrik in Usbekistan

Der Datenhunger ist so groß, dass Unternehmen ins Ausland expandieren. Der südkoreanische Roboterhersteller Robotis baut derzeit eine riesige Datenfabrik in Usbekistan. Auf einem 110.000 Quadratmeter großen Gelände, gefördert durch Steueranreize der usbekischen Regierung, sollen ab Oktober 2026 Daten gesammelt werden.

Bis zu 1.000 Mitarbeiter werden dort Roboter durch Bewegungen führen, um wertvolle Aktionsdaten für das Maschinenlernen zu generieren. Analysten schätzen, dass die Anlage nach ihrer Fertigstellung die Kapazitäten führender chinesischer Wettbewerber erreichen oder übertreffen könnte.

Mega-Investitionen im Heimatmarkt

Parallel fließen beispiellose Summen in die heimische Infrastruktur. Die Hyundai Motor Group investiert ab 2026 insgesamt 9 Billionen Won (rund 6,1 Milliarden Euro) in einen Innovations-Hub in Saemangeum. Herzstück des Komplexes für Robotik, KI und Wasserstoff wird ein spezielles KI-Datenzentrum sein.

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Bis 2028 will Hyundai dort zudem einen Roboter-Fertigungscluster mit einer Jahreskapazität von 30.000 Einheiten errichten. Die Kombination aus eigener Hardwareproduktion und dedizierter Datenverarbeitung unterstreicht die nationale Strategie: Südkorea will seine Forschungsanstrengungen in einem einheitlichen Rahmen bündeln.

Ein Markt mit explosivem Wachstum

Die Investitionen kommen zu einem Zeitpunkt, in dem die Marktprognosen dramatisch nach oben korrigiert werden. Laut Statista soll der globale Markt für Physical AI von 22,5 Milliarden Dollar (2025) auf 64,3 Milliarden Dollar bis 2030 wachsen. Goldman Sachs rechnet sogar mit einem Humanoid-Robotermarkt von 38 Milliarden Dollar bis 2035.

Der Druck von internationalen Rivalen ist hoch. US-Startups wie Figure AI demonstrieren bereits fortgeschrittene Fähigkeiten im Haushalt, während chinesische Firmen mehrere eigene Datenfabriken betreiben. Die Verfügbarkeit von Trainingsdaten ist zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden.

Die Weichen sind gestellt. Gelingt es Südkorea, mit seiner Open Data Factory und den Offshore-Anlagen genug hochwertige Daten zu generieren und heimischen Forschern zugänglich zu machen, könnte das Land seine Stärke als Hardware-Hersteller in eine Führungsposition im Ökosystem der Physical AI verwandeln. Der Wettlauf hat eine neue Ebene erreicht.

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