KI-Workslop, Produktivitätssprünge

KI-Workslop bremst Produktivitätssprünge aus

25.01.2026 - 09:42:12

KI-Investitionen zeigen 2026 nicht den erhofften Effekt. Stattdessen ersticken Teams in minderwertigen, automatisch generierten Inhalten. Neue Berichte von Gartner, Josh Bersin und Indeed zeichnen ein ernüchterndes Bild der Arbeitswelt.

Das Analystenhaus stellt in seinen Future-of-Work-Trends für 2026 ein zentrales Problem klar: Die unkritische KI-Adoption führt oft zu mehr Arbeit, nicht zu weniger. Experten wie Emily Rose McRae prägen den Begriff „AI Workslop“.

Damit beschreiben sie die Flut von fehlerhaften oder generischen KI-Entwürfen für Texte, Code oder Präsentationen. Mitarbeiter verbringen dann unverhältnismäßig viel Zeit mit Nachbesserungen. Die erwartete Zeitersparnis bleibt aus.

Die Konsequenz? Workplace-Analytik muss ihre Metriken radikal anpassen. Das reine Messen von Output oder Bearbeitungsdauer führt in die Irre. Gartner rät Personalchefs, den Fokus auf „Effort Reduction“ – also Aufwandsreduzierung – zu legen.

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Die effizientesten Teams nutzen KI nicht am meisten, sondern am gezieltesten an den reibungsintensivsten Stellen ihrer Prozesse.

Verfrühte KI-Entlassungen werden zum Bumerang

Ein alarmierender Trend: Einige CEOs haben bereits Personal abgebaut, basierend auf der optimistischen Annahme sofortiger KI-Produktivitätsgewinne. Die Daten entlarven diese Rechnung als voreilig.

Im ersten Halbjahr 2025 waren nur rund 1 Prozent der Entlassungen auf nachweisbare KI-Produktivitätsgewinne zurückzuführen. Der Großteil beruhte auf Spekulation. Unternehmen, die ihre Teams zu früh verkleinert haben, müssen nun oft teuer neues Personal einstellen, um die Lücken zu füllen.

Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit einer evidenzbasierten Personalplanung. Moderne Analysetools müssen den tatsächlichen Nettonutzen von Automatisierung quantifizieren, bevor strategische Entscheidungen fallen.

HR wird zur Full-Stack-Funktion – mit digitalen Doppelgängern

Parallel dazu wandelt sich die Personalabteilung grundlegend. Analyst Josh Bersin spricht von der „Great Reinvention of Human Resources“. HR entwickelt sich von der Verwaltung zur strategischen Full-Stack-Funktion, die tief in die Tech-Architektur eingebettet ist.

Ein futuristischer Trend für 2026 sind digitale Zwillinge von Top-Performern. Unternehmen beginnen, KI-Avatare zu erstellen, die das Wissen und den Arbeitsstil ihrer besten Mitarbeiter replizieren. Das wirft neue Fragen auf: Sollen Mitarbeiter für das „Training“ ihrer digitalen Ebenbilder entlohnt werden?

Arbeitsmarkt spaltet sich: KI-Skills werden zum Standard

Die Folgen dieser Verschiebung sind auf dem Arbeitsmarkt klar sichtbar. Ein Bericht des Indeed Hiring Lab zeigt: Die Nachfrage nach KI-Kompetenzen explodiert.

  • Fast 45 Prozent aller Stellen in Data & Analytics enthielten im Dezember 2025 spezifische KI-Begriffe.
  • Der „Indeed AI Tracker“ erreichte einen Rekordwert von 4,2 Prozent aller ausgeschriebenen Jobs.

KI-Skills sind kein Bonus mehr, sondern Kernvoraussetzung. Gesucht werden Fachkräfte, die nicht nur Tools bedienen, sondern auch „Workslop“ verhindern und Qualität sichern können.

Doch eine Analyse von UKG offenbart eine gefährliche Lücke: Zwei von drei Organisationen sind auf eine tiefgreifende KI-Integration nicht vorbereitet. Nur 53 Prozent der Mitarbeiter fühlen sich dafür bereit. Viele Effizienzprobleme liegen also nicht an der Technik, sondern an mangelndem Training.

Regulatorischer Rahmen: Ein Jahr nach dem Emotions-KI-Verbot

Die Debatte um Workplace-Analytik findet in einem strengen regulatorischen Rahmen statt. Seit Februar 2025 ist die Emotionserkennung am Arbeitsplatz durch den EU AI Act verboten.

Dieses Verbot hat den Markt verändert. Statt auf wissenschaftlich fragwürdige Stimmungsanalysen setzen moderne Tools nun auf verhaltensbasierte Metriken:
* Kollaborationsmuster
* Kommunikationsflüsse
* Prozessengpässe

Europäische Unternehmen sind bei der Einführung US-amerikanischer Software besonders vorsichtig und setzen auf intensive Datenschutz-Audits, um hohe Strafen zu vermeiden.

Ausblick: Das Jahr der KI-Transformation

2026 markiert den Übergang von der Experimentier- zur Integrationsphase. Für die Team-Effizienz bedeutet das drei Schwerpunkte:

  1. Qualität vor Quantität: Analytik-Dashboards werden Metriken wie die „Rework Rate“ für KI-Inhalte prominent anzeigen.
  2. Echte Kollaboration: Erfolg misst sich daran, wie gut Teams ihre digitalen Helfer trainieren und orchestrieren.
  3. Schutz der mentalen Fitness: Die kognitive Belastung durch die Kontrolle von KI-Systemen steigt. Die psychische Gesundheit der Mitarbeiter wird zum harten Wirtschaftsfaktor.

Das Jahr 2026 wird die Spreu vom Weizen trennen. Unternehmen, die Analytik zur Überwachung nutzen, werden scheitern. Die Gewinner sind jene, die Daten einsetzen, um „Workslop“ zu eliminieren und echte Synergien zwischen Mensch und Maschine zu schaffen.

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