Finanzberater, Generation

KI wird zum Finanzberater der jungen Generation

14.01.2026 - 12:54:12

Eine klare Mehrheit der unter 40-Jährigen in Großbritannien nutzt KI für Finanzentscheidungen. Der Trend wird durch aktive KI-Agenten und die wahrgenommene Objektivität der Systeme angetrieben.

Eine klare Mehrheit junger Briten vertraut künstlicher Intelligenz bei der Geldanlage – ein Wendepunkt für die Finanzbranche. Neue Daten zeigen: 70 Prozent der unter 40-Jährigen setzen auf algorithmische Beratung.

Diese Entwicklung markiert das Ende des lange bestehenden „Vertrauensdefizits“ gegenüber KI im Bankwesen für die digitale Generation. Der Trend wird durch den rasanten Aufstieg sogenannter agentischer KI beschleunigt – autonomer Systeme, die nicht nur beraten, sondern auch Transaktionen ausführen. Für die Generationen Z und Y überwiegen offenbar Geschwindigkeit, Bequemlichkeit und die vermeintliche Objektivität der Algorithmen traditionelle Bedenken zu Datenschutz und menschlicher Kontrolle.

Die Zahlen offenbaren einen tiefen Graben im Finanzverhalten. Während sich 70 Prozent der jungen Erwachsenen in KI-gestützter Finanzberatung wohlfühlen, bleibt die ältere Bevölkerung skeptisch. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Strat7 vom Januar 2026.

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Demnach nutzen 55 Prozent aller britischen Erwachsenen gelegentlich KI-Plattformen für Finanzfragen. In der Generation Z sind es jedoch 81 Prozent, bei den Millennials 80 Prozent. Ein Bericht von Master of Code bestätigt: 70 Prozent der Gen Z sind aktive Nutzer generativer KI, wobei Finanzdienstleistungen ein Hauptanwendungsgebiet sind. Die Jugend integriert diese Tools fest in ihren Alltag – vom Budgetieren bis zur Anlageplanung.

Das Modell „Vertrauen, aber prüfen“

Trotz des hohen Vertrauens agieren junge Anleger nicht blind. Analysten beschreiben das vorherrschende Verhalten als „Trust but Verify“-Ansatz. Für Routineaufgaben ist KI der Standardberater. Bei folgenschweren Entscheidungen wünschen sich viele jedoch weiterhin die Option auf menschliches Eingreifen.

Warum die Jugend auf KI setzt

Drei Haupttreiber erklären den rasanten Vertrauensgewinn der letzten zwölf Monate.

  1. Aktive KI-Agenten: Der Schritt von simplen Chatbots zu aktiven, handelnden Systemen ist entscheidend. In Großbritannien setzt sich „Agentic Commerce“ durch. KI optimiert automatisch Sparzinsen oder wechselt in besser performende Fonds – ein enormer Mehrwert für digitalaffine Nutzer.
  2. Demokratisierte Finanzberatung: Die hohen Lebenshaltungskosten machen professionelle Beratung für viele Junge unerschwinglich. KI-Tools füllen diese Lücke. Berichten zufolge helfen algorithmische Insights Nutzern, durchschnittlich 399 Pfund (ca. 470 Euro) pro Jahr zu sparen. In London sind sogar Einsparungen von über 1.500 Pfund möglich.
  3. Wahrgenommene Objektivität: Junge Generationen halten KI oft für unvoreingenommener als menschliche Berater, die Verkaufsziele verfolgen könnten. Die datengetriebene Entscheidungsfindung spricht Digital Natives mehr an als beziehungsbasierte Bankgeschäfte.

Banken und Fintechs reagieren

Die Erkenntnis, dass 70 Prozent ihrer künftigen Kernkundschaft KI-Interaktionen bevorzugt, zwingt traditionelle Institute zum Umdenken.

Großbanken wie die Lloyds Banking Group integrieren generative KI direkt in ihre Apps. Der Fokus liegt nicht mehr auf FAQ-Bots, sondern auf komplexen Finanz-Coaches, die Echtzeit-Analysen und personalisierte Ratschläge bieten. Diese Features sind zum neuen Standard geworden, um junge Kunden zu gewinnen.

Doch der Mensch wird nicht ersetzt, sondern neu positioniert. Branchenberichte betonen ein Hybrid-Modell. KI übernimmt etwa 70 Prozent der Routineanfragen und Vermögensallokation. Menschliche Berater werden hingegen für komplexe, emotionale Lebensereignisse wie Trauerfälle, Scheidungen oder große Erbschaften qualifiziert.

Regulierer schalten sich ein

Mit der rasanten Adoption mehren sich die Rufe nach strenger Aufsicht. Da mittlerweile 70 Prozent der britischen Banken agentische KI nutzen oder testen, ist die Fairness der Systeme oberstes Gebot. Aufsichtsbehörden fordern zunehmend „Erklärbarkeit“: Wenn eine KI einen Kreditantrag ablehnt, muss die Begründung nachvollziehbar sein.

Sicherheit ist die andere Seite der Medaille. Junge Erwachsene sind zwar offen für KI, aber auch anfällig für KI-gestützten Betrug. Die Berichte von Strat7 und Master of Code zeigen, dass Datenschutzbedenken trotz hoher Nutzung bestehen. Banken investieren massiv in verhaltensbasierte Biometrie und KI-gestützte Betrugserkennung, um das gewonnene Vertrauen nicht zu verspielen.

Ausblick: Der Weg bis 2030

Die 70-Prozent-Marke vom Januar 2026 gilt als Basis, nicht als Obergrenze. Marktanalysten prognostizieren, dass bis 2030 über 90 Prozent der persönlichen Finanzinteraktionen der unter 40-Jährigen von KI vermittelt werden. Die Rolle der „Bankmanager“ wird sich zu der von „Relationship Managern“ wandeln, die die KI-Performance überwachen.

Die Zukunft wird wahrscheinlich von „Super-Apps“ dominiert, in denen ein einziger KI-Agent gleichzeitig Banking, Versicherungen, Investments und Steuerplanung verwaltet. Angetrieben von der jungen Generation durchläuft die Finanzlandschaft ihre tiefgreifendste Transformation seit der Einführung des Online-Bankings. Für die junge Bevölkerung Großbritanniens ist KI kein Spielzeug mehr, sondern ein verlässlicher Partner in Geldangelegenheiten.

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