Herzstück, Cybersicherheit

KI wird 2026 zum Herzstück der Cybersicherheit

08.02.2026 - 20:14:12

Eine Studie zeigt, dass fast 80 Prozent der Sicherheitschefs KI-Lösungen priorisieren, um gegen raffinierte Angriffe zu bestehen und Effizienz zu steigern.

KI-gesteuerte Lösungen dominieren die Budgetplanung von Sicherheitschefs weltweit. Eine neue Studie zeigt: Fast 80 Prozent der CISOs priorisieren künstliche Intelligenz für das kommende Jahr. Der Grund? Die Angreifer nutzen KI bereits – die Verteidiger müssen nachziehen.

Diese strategische Neuausrichtung spiegelt eine wachsende Dringlichkeit wider. Es geht darum, immer raffiniertere, KI-gesteuerte Bedrohungen zu bekämpfen und gleichzeitig die operative Effizienz zu steigern. Die Umfrage des Venture-Capital-Geber Glilot Capital unter Führungskräften von Global Playern wie Blackstone, Virgin und Rakuten unterstreicht einen klaren Konsens: KI ist keine Experimentiertechnologie mehr, sondern ein kritischer Baustein moderner Sicherheitsarchitekturen.

Die Treiber des KI-Budgetbooms

Der primäre Katalysator für diese Umschichtung ist die sich wandelnde Bedrohungslage. Angreifer weaponisieren KI für Social Engineering, Malware-Erstellung und automatisierte Phishing-Kampagnen. Die Sicherheitsverantwortlichen erkennen die Notwendigkeit, Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Die Daten zeigen eine detaillierte Aufschlüsselung der neuen Investitionsprioritäten.

Anzeige

Passend zum Thema KI-Sicherheit haben viele CISOs heute ein großes Problem: Die EU‑KI‑Verordnung verlangt Dokumentation, Risikobewertung und Kennzeichnungspflichten — und Unwissen kostet Zeit und kann Bußgelder nach sich ziehen. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden fasst die wichtigsten Pflichten, Risikoklassen und ersten Schritte verständlich zusammen, so dass Ihr Security-Team schnell priorisieren und Governance etablieren kann. Ideal für CISOs, die KI in Security‑Prozessen skalieren wollen. Kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden jetzt herunterladen

Konkret fließen 77,8 Prozent der neuen Investitionen in KI-gestützte Cybersicherheits-Tools. Weitere 41,3 Prozent der CISOs reservieren Mittel für KI-Systeme, die Sicherheitsaufgaben automatisieren sollen. Hinter dem Push zu KI steht aber nicht nur die Abwehr. Es ist auch der Wunsch nach mehr Effizienz und die Herausforderung, ausufernde digitale Landschaften zu managen.

Viele Unternehmen kämpfen mit einem wahren Werkzeug-Wildwuchs („Tool Sprawl“). Manche Firmen betreiben über 50 verschiedene Sicherheitslösungen. Diese Komplexität schafft blinde Flecken und operative Engpässe. KI-gesteuerte Plattformen versprechen Abhilfe: Sie bündeln Warnmeldungen, automatisieren Antworten und bieten eine einheitlichere Sicht auf die Sicherheitslage. Die Konsolidierung zu integrierten Plattformen wird so zur Schlüsselstrategie für optimierte Sicherheitsbudgets.

Schwerpunkte der KI-Investitionen

Die CISOs investieren nicht undifferenziert in KI, sondern zielen auf spezifische, wirkungsstarke Bereiche ab. Neben den allgemeinen Fokus auf KI-Tools und Automatisierung gehören zu den Top-Prioritäten für 2026 der Cloud-Datenschutz und die Identitätsbedrohungserkennung. Jeweils 33 Prozent der Befragten nannten diese Kategorien. Weitere 22 Prozent priorisieren das Management von Schwachstellen und Lösungen für die Angriffsfläche des Unternehmens.

Dieser gezielte Ansatz zeigt ein gereiftes Verständnis dafür, wo KI am effektivsten ist. In Cloud-Umgebungen kann KI Fehlkonfigurationen und anomale Aktivitäten aufspüren, die sonst unbemerkt blieben. Bei Identitäts- und Zugriffsmanagement können Algorithmen den Missbrauch von Zugangsdaten und potenzielle Account-Übernahmen in Echtzeit erkennen. Durch die Automatisierung dieser kritischen Funktionen können Security-Teams menschliche Analysten für strategischere Aufgaben freisetzen – ein wichtiger Schritt gegen den anhaltenden Fachkräftemangel.

Die Herausforderungen der KI-Einführung

Trotz des klaren Trends ist der Übergang nicht ohne Hürden. Eine große Sorge der Sicherheitsverantwortlichen ist die Sicherheit der KI-Systeme selbst. Untersuchungen zeigen: Während 71 Prozent der CISOs berichten, dass KI Zugang zu ihren Kernbusiness-Systemen hat, traut nur ein kleiner Teil seinem Team zu, diesen Zugang effektiv zu kontrollieren.

Die rasche, oft nicht genehmigte Einführung von KI-Tools in Unternehmen – ein Phänomen, das als „Shadow AI“ bekannt ist – schafft neue Schwachstellen. Diese kann das Security-Team nur schwer überwachen und kontrollieren. Zudem klafft eine Lücke zwischen der Bereitstellung von KI-Werkzeugen und der Implementierung robuster Governance-Richtlinien. Die überwältigende Mehrheit der Organisationen hat derzeit keine vollständige Transparenz über ihre „KI-Identitäten“ und ist wenig zuversichtlich, Missbrauch erkennen zu können. Dies unterstreicht den dringenden Bedarf an neuen Sicherheitsrahmen, die speziell für das KI-Zeitalter entwickelt wurden.

Ausblick: KI als neuer Standard in der Verteidigung

Der breite Budget-Pivot zu KI-gesteuerten Lösungen markiert 2026 einen Point of No Return für die Cybersicherheitsbranche. Dies ist kein kurzlebiger Trend, sondern eine fundamentale Neugestaltung der Verteidigungsstrategien. Da die Digitalisierung fortschreitet, wächst die Komplexität der IT-Landschaften weiter. KI-gestützte Sicherheit wird damit nicht nur vorteilhaft, sondern essenziell.

Der Fokus wird sich künftig von der ersten Einführung hin zur Reifung und Optimierung von KI in Security-Abläufen verlagern. Zu erwarten ist ein stärkerer Schwerpunkt auf die Entwicklung von KI-Sicherheitskompetenzen, die weitere Konsolidierung von Tools zu intelligenten Plattformen und der Aufbau umfassender Governance-Rahmen für KI-Systeme. Die massiven Investitionen der Tech-Giganten in KI-Infrastruktur werden die Innovation weiter beschleunigen und fortschrittliche Abwehrwerkzeuge zugänglicher machen. Die CISOs, die diesen Übergang erfolgreich meistern, werden jene sein, die die Kraft der KI nicht nur zur Abwehr neuer Bedrohungen nutzen, sondern auch, um widerstandsfähigere und effizientere Sicherheitsprogramme für die Zukunft aufzubauen.

Anzeige

PS: Die Übergangsfristen der EU‑KI‑Verordnung laufen bereits — jetzt gilt es, KI‑Systeme korrekt zu klassifizieren und zu dokumentieren. Dieser kostenlose Praxis‑Guide erklärt Schritt für Schritt, welche Nachweise, Kennzeichnungen und Prozesse Sie sofort umsetzen sollten, damit Ihr Unternehmen regulatorisch sicher bleibt. Perfekt für Security‑ und Compliance‑Teams, die jetzt handeln müssen. Jetzt kostenlosen KI‑Compliance‑Guide sichern

@ boerse-global.de