TikTok, Welle

KI und TikTok treiben Welle falscher Selbstdiagnosen

22.01.2026 - 12:42:12

Gesundheitsverbände schlagen Alarm: Immer mehr Menschen stellen sich online falsche Diagnosen. Algorithmen und KI-Chatbots verunsichern Nutzer und belasten Praxen.

Soziale Plattformen stehen im Zentrum der Kritik. Eine Studie im Fachjournal PLOS ONE analysierte die 100 beliebtesten ADHS-Videos auf TikTok. Das Ergebnis: Rund die Hälfte enthielt medizinische Falschinformationen.

Dort werden alltägliche Verhaltensweisen wie Vergesslichkeit oft als klare Krankheitssymptome umgedeutet. Algorithmen bevorzugen diese emotionalen Inhalte – unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Das verzerrt die Realität: Nutzer schätzen den ADHS-Anteil in der Bevölkerung laut Befragungen auf bis zu 33 Prozent. Tatsächlich liegt er bei nur etwa fünf Prozent.

KI-Chatbots: Der halluzinierende Dr. Robot

Neben Social Media nutzen Millionen Menschen frei zugängliche KI-Tools für Gesundheitsratschläge. Diese Systeme klingen eloquent, neigen aber zum Erfinden von Fakten. Im psychischen Bereich ist das riskant.

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Analysen aus 2025 zeigten, dass KI-Chatbots in komplexen Diagnose-Szenarien oft nicht evidenzbasierte Ratschläge gaben. Dennoch ist das Vertrauen hoch: Jugendliche nutzen soziale Medien und KI laut dem Deutschland-Barometer Depression fast genauso oft wie professionelle Klinik-Webseiten.

Cyberchondrie: Wenn die Angst online geht

Die Folge heißt Cyberchondrie – eine moderne Hypochondrie, die durch Online-Recherchen angefacht wird. Krankenkassen wie AOK und Pronova BKK berichten von steigenden Fallzahlen.

Der Teufelskreis beginnt oft harmlos:
* Ein Nutzer googelt ein Symptom oder fragt eine KI.
* Algorithmen liefern die dramatischsten Ergebnisse zuerst.
* Der Nutzer hält eine schwere Erkrankung für wahrscheinlich.

Dieser Kreislauf belastet die Psyche und das Gesundheitssystem. Ärzte verbringen immer mehr Zeit damit, Patienten von ihren Internet-Diagnosen wegzubringen. Das bindet Ressourcen, die anderswo fehlen.

Regulierung im Wettlauf mit Viralität

Die EU hat mit dem AI Act erste Regeln geschaffen. Sie stuft KI im Gesundheitswesen als Hochrisiko-Anwendung ein. Doch die Durchsetzung gegenüber globalen Plattformen bleibt schwierig.

Kritiker fordern eine klare Kennzeichnungspflicht: Nutzer müssen sofort erkennen können, ob ein Video von einem Arzt oder einem Laien stammt. Plattformen wie YouTube experimentieren bereits mit Hervorhebungen für zertifizierte Anbieter. Ein Wettlauf mit der Viralität von Falschmeldungen.

Die Lösung: Mehr Gesundheitskompetenz

Experten sehen für 2026 den Schlüssel nicht in Verboten, sondern in besserer Aufklärung. Schulen sollen kritisches Hinterfragen von Online-Informationen lehren.

Gleichzeitig wird die nächste KI-Generation erwartet: Sie soll auf geprüften medizinischen Datenbanken basieren – nicht auf dem freien Internet. Bis dahin bleibt der Appell der Ärzte: Das Netz hilft zur Orientierung. Die Diagnose gehört in die Praxis.

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