Fernzugriffe, Umdenken

KI und Fernzugriffe zwingen Unternehmen zum Umdenken

23.02.2026 - 06:09:11 | boerse-global.de

KI treibt Cyberangriffe massiv voran und wird gleichzeitig zum Top-Geschäftsrisiko. Unternehmen müssen auf Zero-Trust-Architekturen und strenge KI-Governance umstellen.

Die digitale Verteidigung von Unternehmen steht an einem Wendepunkt. US-Behörden warnen vor massiv ausgenutzten Sicherheitslücken, während künstliche Intelligenz Angriffe automatisiert. Für globale Konzerne wird die Absicherung ihrer KI-Systeme zur Chefsache.

KI als Waffe: Angriffe werden schneller und intelligenter

Die Bedrohungslage hat sich Ende Februar 2026 dramatisch verschärft. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA warnte am 20. Februar vor kritischen Lücken in Enterprise-Fernverwaltungstools. Angreifer scannen das Internet systematisch nach diesen Schwachstellen, um sich privilegierten Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Die Behörden setzen nun ultrakurze Fristen für das Schließen dieser Lücken durch.

Gleichzeitig treibt generative KI das Wettrüsten im Cyberraum voran. Sicherheitsforscher entdeckten Ende Februar mobile Schadsoftware, die KI-Modelle direkt in ihre Ausführung integriert. Diese Malware kann in Echtzeit Anweisungen zur Manipulation von Benutzeroberflächen generieren – und erschwert so ihre Entfernung. „Bedrohungsakteure nutzen KI, um Phishing-Kampagnen und Malware-Bereitstellung in einem Tempo zu skalieren, das menschliche Reaktionszeiten leicht übertrifft“, warnten Experten von Palo Alto Networks am 23. Februar.

Zero Trust und KI-Governance werden zum Standard

Unternehmen reagieren mit einer grundlegenden Neuausrichtung ihrer Sicherheitsarchitektur. Das traditionelle Perimeter-Modell wird durch strikte Zero-Trust-Prinzipien ersetzt, die von bereits im Netzwerk vorhandenen Bedrohungen ausgehen.

Ein zentraler Baustein ist die Governance interner KI-Nutzung. Da Mitarbeiter zunehmend – genehmigte und nicht genehmigte – KI-Tools für ihre Produktivität einsetzen, vergrößern sich die Angriffsflächen und Risiken für Datenlecks. Das US-Finanzministerium reagierte am 20. Februar mit einem neuen Rahmenwerk für KI-Risikomanagement, das besonders mittelständischen Unternehmen als Blaupause für sichere KI-Einführung dienen soll.

Cyberrisiko bleibt Top-Gefahr für die Wirtschaft

Die finanziellen und reputativen Folgen von Cyberangriffen haben IT-Sicherheit vom technischen Problem zum Top-Thema in Vorstandsetagen gemacht. Der Allianz Risk Barometer 2026 bestätigt: Cybervorfälle sind zum fünften Mal in Folge das größte globale Geschäftsrisiko. 42 Prozent der befragten Unternehmen nannten Cyberbedrohungen ihre größte Sorge – der höchste jemals gemessene Wert.

Künstliche Intelligenz selbst stieg im Ranking vom zehnten auf den zweiten Platz der größten Geschäftsrisiken. „KI feuert Bedrohungen an und vergrößert gleichzeitig durch erweiterte Angriffsflächen bestehende Schwachstellen“, so Risikoexperten der Allianz. Regulierer weltweit halten verstärkt Führungskräfte und Aufsichtsräte für Compliance-Verstöße haftbar.

Versicherer und Regierungen verschärfen Anforderungen

Die Konvergenz von KI-getriebenen Bedrohungen und strengeren Regulieren verändert den globalen Cybersicherheitsmarkt und die Versicherungslandschaft. Versicherer verlangen vor Policen-Abschluss Nachweise für erweiterte Endpoint Protection, strenge Lieferketten-Audits und robuste KI-Governance. Basis-Firewalls und Antivirensoftware reichen längst nicht mehr aus.

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Regierungen weltweit reagieren mit Initiativen. Großbritannien startete am 17. Februar eine Kampagne für grundlegenden Cyber-Schutz, nachdem 82 Prozent der mittleren und großen Unternehmen dort im vergangenen Jahr einen Vorfall meldeten. Die Cyberbehörde der VAE vereitelte am 21. Februar systematische Angriffe auf kritische Sektoren, bei denen organisierte Gruppen KI-Technologien ausnutzten.

Die Zukunft der Unternehmenssicherheit wird vom Wettlauf um die Absicherung autonomer KI-Tools im eigenen Netzwerk bestimmt. Unternehmen müssen in secure-by-design KI-Systeme investieren, die kontrolliertes Verhalten, strenge Zugriffsbeschränkungen und lückenlose Protokollierung bieten. Wer proaktiv automatisierte Abwehrmechanismen integriert und eine Kultur kontinuierlicher Sicherheit fördert, ist für die komplexe Bedrohungslandschaft der kommenden Monate am besten gewappnet.

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