KI-Tools erhöhen Arbeitsbelastung statt sie zu senken
16.03.2026 - 00:00:25 | boerse-global.deEine neue Studie zeigt: Künstliche Intelligenz führt bei vielen Beschäftigten zu mehr Stress und längeren Arbeitszeiten. Das versprochene Produktivitätsparadoxon schlägt ins Gegenteil um.
YouGov-Studie: Mehr Druck durch intelligente Systeme
Knapp ein Viertel der KI-Nutzer im Vereinigten Königreich berichtet von einer Zunahme des Arbeitsvolumens. Das geht aus einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Versicherers YuLife hervor. 26 Prozent der über 1.180 Befragten spüren sogar einen deutlichen Anstieg des Leistungsdrucks.
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Die eingesparte Zeit wird nicht zur Erholung genutzt, sondern sofort mit neuen, oft komplexeren Aufgaben gefüllt. Besonders überraschend: Die Sorge vor Jobverlust ist bei Angestellten in kaufmännischen und administrativen Berufen (36 Prozent) größer als bei Facharbeitern (25 Prozent).
Fast ein Drittel der Fachkräfte glaubt zudem nicht, dass die Produktivitätsgewinne bei den Beschäftigten ankommen.
Wissenschaft bestätigt: KI beschleunigt das Arbeitstempo
Eine Langzeitstudie der University of California, Berkeley, untermauert die Umfrageergebnisse. Forscher beobachteten acht Monate lang ein Technologieunternehmen. Ihr Fazit: KI erhöht nicht das Arbeitsvolumen, aber massiv dessen Intensität.
Mitarbeiter arbeiten zwar schneller, übernehmen dafür aber ein breiteres Aufgabenspektrum. Die Tools senken die Hemmschwelle für zusätzliche Projekte – viele dehnen ihre Arbeitszeit unbewusst aus, sogar in Pausen oder am späten Abend.
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Eine weitere Studie mit Softwareentwicklern brachte ein verblffendes Ergebnis: Bei komplexen Projekten arbeiteten sie mit KI-Hilfe sogar 19 Prozent langsamer. „Theoretische Leistungstests zeichnen oft ein zu optimistisches Bild“, so die Forscher.
Mentale Gesundheit leidet unter Dauerbeschleunigung
Burnout-Experten wie Kelly Swingler beobachten einen klaren Trend: KI führt bei vielen Klienten zu Überlastung statt Entlastung. Die Erwartung, ständig erreichbar zu sein und mehr zu leisten, wächst.
Die ständige kognitive Belastung durch das Wechseln zwischen KI-Tools kann langfristig das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Fehlerquote erhöhen. Auch das soziale Miteinander leidet: 36 Prozent der Generation Z empfinden Arbeitsinteraktionen zunehmend als rein transaktional.
Interessant: Männliche Angestellte berichten signifikant häufiger von erhöhtem Druck durch KI als ihre weiblichen Kolleginnen.
Gegenstrategien: Grenzen ziehen und umdenken
Arbeitsmarktexperten raten zu klaren Grenzen. Technikfreie Pausen und die strikte Trennung von Arbeit und Freizeit sind essenziell. Dies sollte als professionelle Stärke gelten, nicht als mangelndes Engagement.
Unternehmen müssen umdenken. „KI-Werkzeuge sollten nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Gesundheit fördern“, betont YuLife-Chef Tal Gilbert. Führungskräfte müssen nachhaltige Produktivität von reiner Arbeitsverdichtung unterscheiden können.
Die gewonnene Zeit sollte in Weiterbildung, Teamaustausch und Mitarbeiterwohlbefinden fließen. Pilotprojekte zur Arbeitszeitverkürzung – wie in Schweden – zeigen: Weniger Erschöpfung kann sogar Kreativität und Innovation steigern.
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