Pilotversuch, Wohngeld-Anträge

KI startet Pilotversuch für Wohngeld-Anträge in Berlin

25.01.2026 - 16:23:12

Berlin testet in vier Bezirken KI-Software zur Vorprüfung von Anträgen, um die langen Bearbeitungszeiten zu verkürzen. Der Bund sichert die Finanzierung mit 2,4 Milliarden Euro.

Berlin testet ab heute Künstliche Intelligenz, um Bearbeitungszeiten für Wohngeld zu verkürzen. Das Pilotprojekt in vier Bezirken soll die chronischen Rückstände nach der „Wohngeld Plus“-Reform bekämpfen.

KI als Vorprüfer für Anträge

In Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Lichtenberg und Reinickendorf setzen die Behörden nun erstmals KI-Software ein. Sie prüft digitale Anträge auf Vollständigkeit, bevor sie an menschliche Sachbearbeiter gehen. Das Ziel: Die durchschnittliche Wartezeit von aktuell neun Wochen deutlich zu reduzieren.

„Die Hauptursache für Verzögerungen sind unvollständige Unterlagen“, erklärt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die KI soll fehlende Einkommensnachweise oder Mietbescheinigungen erkennen. So entfällt der zeitaufwändige Schriftwechsel nach der Antragstellung.

Die Teilnahme ist freiwillig. Antragsteller müssen explizit zustimmen, dass ihre Dokumente von der Software geprüft werden. Datenschützer betonen: Die KI trifft keine Entscheidungen über den Anspruch, sie bereitet nur vor.

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Bund stellt 2,4 Milliarden Euro bereit

Parallel zum Berliner Pilot sichert der Bund die Finanzierung. Das Bundeskabinett hat für 2026 insgesamt 2,4 Milliarden Euro für Wohngeld veranschlagt – 160 Millionen mehr als ursprünglich geplant.

Anders als zum Jahresbeginn 2025 gibt es diesmal keine automatische Erhöhung der Leistungssätze. Die nächste dynamische Anpassung erfolgt erst 2027. Individuelle Änderungen sind aber möglich, etwa bei Gehaltserhöhungen oder Mieterhöhungen.

Digitalisierung schreitet voran

In den meisten Bundesländern sind die digitalen Antragswege mittlerweile etabliert. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gelten mit ihren nahtlosen Online-Verfahren als Vorreiter.

Nutzer des Portals „Gemeinsam-Online“ sollten einen Wartungstermin beachten: Am Donnerstag, 29. Januar, sind zwischen 8 und 13 Uhr Störungen möglich.

Reform könnte System belasten

Langfristig könnte die geplante „Neue Grundsicherung“ das Wohngeld-System unter Druck setzen. Die Reform sieht strengere Obergrenzen für Wohnkosten vor.

Experten warnen: Wenn Haushalte aus der Grundsicherung fallen, könnten sie vermehrt Wohngeld beantragen. Das würde die Behörden ab Sommer 2026 vor neue Herausforderungen stellen.

Doch zunächst konzentriert sich alles auf den Berliner Pilotversuch. Gelingt es, die Bearbeitungszeiten spürbar zu senken, könnte das Modell Schule machen – und ein echter Durchbruch für die Digitalisierung des deutschen Verwaltungswesens werden.

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