KI-Screening erkennt Brustkrebs früher und besser
30.01.2026 - 03:03:11Eine KI-gesteuerte Mammografie ist der herkömmlichen Doppelbefundung durch Radiologen deutlich überlegen. Das belegen jetzt die endgültigen Ergebnisse der weltweit größten Studie aus Schweden, die einen Wendepunkt in der Krebsfrüherkennung markieren.
Veröffentlicht wurden die bahnbrechenden Ergebnisse der MASAI-Studie am 29. Januar 2026 im renommierten Fachjournal The Lancet. Forscher der Universität Lund untersuchten über 100.000 Frauen und liefern den bisher stärksten Beleg für den routinemäßigen Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Brustkrebs-Screenings. Die Technologie verspricht nicht nur bessere Patientenergebnisse, sondern könnte auch dem akuten Mangel an Fachradiologen entgegenwirken.
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Die vollständigen Daten zeigen einen klaren Vorteil der KI-gestützten Auswertung. Die entscheidende Erkenntnis: Die Rate sogenannter Intervallkarzinome sank um 12 Prozent. Dabei handelt es sich um Krebsfälle, die in den zwei Jahren zwischen den regulären Screening-Terminen diagnostiziert werden. Diese Kennzahl gilt als zentraler Indikator für die Wirksamkeit eines Früherkennungsprogramms.
Die KI-Methode entdeckte also mehr Tumore bereits beim ersten Termin und verhinderte, dass sie sich bis zur nächsten Untersuchung weiterentwickeln konnten. Zudem identifizierte sie mehr klinisch relevante Krebsarten, ohne die Rate falsch-positiver Befunde zu erhöhen. In der KI-Gruppe wurden 81 Prozent der Krebsfälle beim Screening entdeckt, in der Kontrollgruppe mit Standardmethode nur 74 Prozent.
Studie mit über 105.000 Teilnehmerinnen überzeugt
Die Aussagekraft der Ergebnisse basiert auf dem robusten Design der Studie. Zwischen April 2021 und Dezember 2022 wurden über 105.900 schwedische Frauen nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zugeteilt. Eine Gruppe erhielt die in Europa übliche Doppelbefundung durch zwei Radiologen. In der anderen Gruppe analysierte zunächst ein KI-System die Mammografie-Aufnahmen.
Die KI sortierte die Fälle vor: Scans mit niedrigem Risiko wurden nur von einem Radiologen begutachtet, solche mit hohem Risiko weiterhin von zweien. In allen Fällen diente die KI den menschlichen Experten als Unterstützung, indem sie verdächtige Stellen auf den Bildern markierte. Diese Methode war hoch effektiv und erreichte eine Sensitivität von 80,5 Prozent – gegenüber 73,8 Prozent in der Kontrollgruppe.
Lösung für den Fachkräftemangel in Sicht?
Die Ergebnisse haben tiefgreifende Implikationen für Brustkrebs-Screenings weltweit. Die Fähigkeit der KI, die Genauigkeit zu steigern und gleichzeitig die Arbeitslast für Menschen zu verringern, spricht ein drängendes Problem an: den Mangel an Radiologen in vielen Gesundheitssystemen.
Indem ein einzelner Radiologe mit KI-Unterstützung risikoarme Scans sicher beurteilen kann, wird wertvolle Expertise freigesetzt. Das könnte Wartezeiten für Patientinnen verkürzen und es Spezialisten ermöglichen, sich auf komplexere Fälle zu konzentrieren. Gesundheitsexperten sehen in den Studienergebnissen eine solide Grundlage für die flächendeckende Einführung der Technologie.
Wegweisende Validierung für die Medizin der Zukunft
Die MASAI-Studie gilt als maßgebliche wissenschaftliche Validierung für den Einsatz von KI in der Medizin. Als nächste Schritte planen die Forscher, die langfristige Kosteneffektivität und die Leistung der KI über mehrere Screening-Runden hinweg zu analysieren.
Angesichts steigender Krebsdiagnosen in den kommenden Jahren werden Technologien, die Effizienz und Genauigkeit der Früherkennung verbessern, immer wichtiger. Der schwedische Versuch zeigt den konkreten Nutzen Künstlicher Intelligenz und dürfte ähnliche Implementierungen in anderen Ländern beschleunigen. Die Ära der KI-gestützten Diagnostik in der klinischen Routine hat begonnen.
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