KI-Produktivitätsparadoxon bremst Firmen aus
04.01.2026 - 12:45:12KI-Tools steigern die persönliche Effizienz, doch in den Unternehmensbilanzen schlägt sich das kaum nieder. Neue Daten zeigen eine wachsende Kluft zwischen dem individuellen Tempo und der organisatorischen Trägheit. Das Jahr beginnt mit einer ernüchternden Bilanz der digitalen Transformation.
Persönlicher Schub trifft auf Firmen-Trägheit
Einerseits melden Angestellte Produktivitätssteigerungen von bis zu 33 Prozent durch KI-Assistenten. Andererseits sehen fast 96 Prozent der investierenden Unternehmen keine dramatischen Verbesserungen in der Gesamteffizienz.
Der Fokus lag zu lange auf der Einzelproduktivität. Wenn ein Mitarbeiter schneller arbeitet, sein Team aber nicht, verpufft der Effekt. Ein Beispiel: Ein Marketingmanager generiert zehnmal mehr Entwürfe, doch die manuelle Rechtsprüfung erzeugt nur einen Stau. Der Flaschenhals verlangsamt den Gesamtprozess.
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„Workslop“: KI schafft mehr Arbeit, als sie löst
Ein zentraler Begriff der Debatte ist „Workslop“. Er beschreibt die Flut an minderwertigen KI-Erzeugnissen, die mehr Verwaltungsaufwand erzeugen, als sie einsparen. Mitarbeiter verbringen zunehmend Zeit damit, fragmentierte Tools zu managen oder fehlerhafte Outputs zu korrigieren.
Statt Automatisierung erleben viele Abteilungen mehr Koordinationsaufwand. Wenn Plattformen nicht miteinander kommunizieren, müssen Mitarbeiter als menschliche Schnittstellen Daten manuell übertragen. Die gewonnene Zeit wird sofort wieder in das Management der Technologie investiert.
J-Kurven-Effekt: Warum Umschulung die Statistik drückt
Ein weiterer Bremsfaktor ist der J-Kurven-Effekt. Unternehmen investieren derzeit massiv in die Umschulung ihrer Belegschaft. Dieser Prozess bindet Ressourcen und senkt kurzfristig die messbare Produktivität pro Kopf.
Die Logik ist simpel: Während Mitarbeiter komplexe KI-Systeme lernen, sind sie im Tagesgeschäft weniger präsent. Die Rendite dieser Investition – der eigentliche Produktivitätssprung – wird erst in kommenden Quartalen erwartet. Das Ausbleiben von Entlassungswellen wirkt paradoxerweise als statistische Bremse.
Solow-Paradoxon 2.0: Die Reifungkrise der KI
Die Situation erinnert an das berühmte Solow-Paradoxon von 1987: Man sah Computer überall, nur nicht in den Produktivitätsstatistiken. Heute wiederholt sich die Geschichte mit generativer KI – nur viel schneller.
Marktbeobachter werten die Diskrepanz als Zeichen einer Reifungskrise. Es reicht nicht mehr, Mitarbeitern Chatbot-Lizenzen zu geben. Echte Sprünge erfordern eine fundamentale Umgestaltung von Geschäftsprozessen. Die Frage lautet nicht mehr „Was kann die KI?“, sondern „Wie passt sie in unseren Workflow?“.
Vom Werkzeug zum Teamkollegen
Für 2026 erwarten Experten eine Strategieverschiebung. Der Fokus wird sich von isolierten Co-Piloten hin zu systemischen KI-Agenten verlagern, die ganze Prozessketten autonom bearbeiten.
Unternehmen, die ihre Datensilos aufbrechen und KI als Teamkollegen begreifen, könnten die Produktivitätslücke schließen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die massiven Investitionen Früchte tragen. Bis dahin bleibt die Spannung zwischen dem produktiven Individuum und dem trägen Unternehmen bestimmend.
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