KI-Pilot, Großbritannien

KI-Pilot: Großbritannien investiert 27 Millionen Euro in Schul-Administration

25.01.2026 - 11:30:11

Die Verwaltungskosten im Bildungswesen werden neu definiert. Nach den Debatten des Weltwirtschaftsforums in Davos über Künstliche Intelligenz (KI) und Arbeitsmarktfolgen geht der Bildungssektor nun in die konkrete Umsetzung. Großbritannien startet ein millionenschweres Pilotprojekt, während Tech-Giganten neue Werkzeuge vorstellen. Das Ziel: Lehrkräfte von administrativem Ballast befreien.

Am Mittwoch, den 21. Januar 2026, kündigte die britische Bildungsministerin Bridget Phillipson eine massive Aufstockung des KI-Pilotprogramms der Regierung an. Auf der Bildungsmesse BETT UK in London stellte sie ein Investitionspaket von umgerechnet 27 Millionen Euro vor. Ab September 2026 sollen KI-Tools in über 1.000 Grundschulen, weiterführenden Schulen und Bildungseinrichtungen zum Einsatz kommen.

Es ist eines der größten staatlich geförderten Experimente zur Produktivitätssteigerung im Bildungsbereich. Das britische Bildungsministerium (DfE) will damit evidenzbasiert prüfen, wie KI die Arbeitsbelastung von Lehrkräften senken kann. Im Fokus stehen Aufgaben wie Unterrichtsplanung, Korrekturen und Datenauswertung. Besonderes Augenmerk liegt auf der Unterstützung von Schülern mit besonderem Förderbedarf (SEND), wo der Verwaltungsaufwand oft am höchsten ist.

Analysten werten den Schritt als Wendepunkt: Die Politik gestaltet den Markt aktiv mit, anstatt ihn nur zu beobachten. Staatliche Gelder sollen jene Tools identifizieren, die messbare Zeitersparnis bringen – und nicht nur digitale Hektik verursachen.

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Tech-Riesen setzen auf nahtlose Integration

Parallel nutzten Technologiekonzerne die BETT-Messe, um ihre Antwort auf das Produktivitätsversprechen zu präsentieren. Am 22. Januar kündigte Google eine Reihe neuer KI-Funktionen für sein Bildungssystem an. Kern ist die tiefere Integration des Gemini-KI-Modells in Google Classroom.

Lehrkräfte sollen künftig direkt in der vertrauten Plattform Unterrichtspläne, Tests und Verwaltungskommunikation generieren können. Eine neue Partnerschaft mit der Khan Academy bringt zudem einen KI-gestützten „Writing Coach“ ins Klassenzimmer. Er gibt Schülern sofortiges, personalisiertes Feedback – eine Aufgabe, die traditionell immense Zeitressourcen bindet.

Diese Updates zielen direkt auf die größte Hürde der Technologieakzeptanz: die mangelnde Integration. Indem KI-Fähigkeiten in die bestehende Infrastruktur eingebettet werden, soll der Reibungsverlust durch das Wechseln zwischen dutzenden Apps minimiert werden. Die Devise lautet: Maximale Zeitrendite für jede administrative Stunde.

Studie offenbart das zentrale Problem: Zersplitterung

Das Potenzial ist groß, doch neue Daten zeigen die anhaltenden Hindernisse. Der am 20. Januar veröffentlichte „EdTech Trends 2026“-Report von Jotform liefert eine Momentaufnahme. Demnach nutzen zwar 65 Prozent der befragten Bildungsfachleute aktiv KI-Tools.

Doch ein kritischer Engpass wird sichtbar: 73 Prozent beklagen einen „Mangel an Integration zwischen den Systemen“. Fast die Hälfte der Lehrkräfte setzt KI für administrative Aufgaben ein, etwa zum Zusammenfassen von Dokumenten. Viele leiden jedoch unter „Platform Fatigue“ und müssen im Schnitt acht verschiedene digitale Tools verwalten.

Diese Diskrepanz unterstreicht ein wirtschaftliches Grundproblem. Ein Bericht von Anthropic Mitte Januar stellte fest: Zwar sind die Kosten für die Automatisierung textbasierter Routineaufgaben im letzten Jahr um etwa 75 Prozent gesunken. Doch um diese Ersparnis in komplexen Organisationen wie Schulen zu realisieren, braucht es nahtlose Integration. Sparrt eine Lehrkraft 10 Minuten beim Erstellen eines Berichts, braucht aber 15 Minuten für den Datentransfer zwischen inkompatiblen Systemen, ist die Produktivitätsbilanz negativ.

Die große Vision: Vom Zeitfresser zum Produktivitäts-Multiplikator

Die Entwicklungen der letzten 72 Stunden sind Teil des breiteren ökonomischen „Produktivitätsschocks“, der in Davos diskutiert wurde. Ökonomen und Unternehmenslenker wie Nvidia-Chef Jensen Huang sehen KI als Multiplikator, nicht als Jobkiller.

Im Bildungssektor bedeutet das eine Konzentration auf „hochwertige“ Arbeit. Senkt man den „Kostenaufwand“ (in Zeit und Mühe) für niedrigschwellige Aufgaben wie Multiple-Choice-Korrekturen oder Terminplanung, wird menschliches Kapital frei. Dieses kann dann für hochwertige Tätigkeiten wie Mentoring, emotionale Unterstützung und komplexe Wissensvermittlung eingesetzt werden.

Das Tony Blair Institute unterstützt diese Sicht. In einem Briefing vom 22. Januar verweist es auf Versuche, in denen KI-Hilfen die Unterrichtsvorbereitungszeit um bis zu 31 Prozent reduzierten – ohne Qualitätseinbußen. Die Metrik „gesparte Zeit pro Aufgabe“ wird zur neuen Währung für die Bewertung von Bildungstechnologie.

Ausblick: Vom Pilotprojekt zur Bildungspolitik

Mit dem Start des britischen Piloten im September 2026 tritt der Bildungssektor in eine Phase der strengen Validierung ein. Die Tage des experimentellen, wilden KI-Einsatzes sind vorbei. Strukturierte Programme mit klaren Produktivitäts-Kennzahlen (KPIs) treten an ihre Stelle.

Für die kommenden 12 bis 18 Monate zeichnen sich drei Trends ab:
* Tool-Konsolidierung: Schulen werden sich von isolierten KI-Apps hin zu integrierten Plattformen bewegen, um die Zersplitterung zu bekämpfen.
* Standardisierte Metriken: Der britische Pilot wird voraussichtlich branchenweite Standards etablieren, um „gesparte Lehrerzeit“ zu messen. Dies wird das Marketing von EdTech-Firmen weltweit beeinflussen.
* Politisch gesteuerte Einführung: Regierungen weltweit beobachten das 27-Millionen-Euro-Experiment genau. Bei Erfolg könnten ähnliche „Produktivitätssubventionen“ folgen, bei denen öffentliche Gelder für KI-Tools fließen, die eine nachgewiesene Senkung der Verwaltungskosten belegen.

Die Botschaft dieser Woche ist klar: Es geht nicht mehr darum, ob KI in Schulen zum Einsatz kommt, sondern wie sie optimiert werden kann, um eine echte Rendite auf die wertvollste Ressource im Bildungswesen zu erzielen: die Zeit der Lehrkräfte.

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