KI-Phishing, Angriffswelle

KI-Phishing: Neue Angriffswelle trifft Deutschland mit voller Wucht

24.02.2026 - 05:57:09 | boerse-global.de

Das BSI warnt vor KI-gestützten Phishing-Angriffen, die täuschend echt sind. Smishing und Quishing über mobile Geräte nehmen dramatisch zu, während das öffentliche Bewusstsein hinterherhinkt.

Deutschland erlebt eine neue, alarmierende Welle von Phishing-Angriffen, die durch Künstliche Intelligenz (KI) eine bisher unerreichte Gefahr darstellen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor täuschend echten Nachrichten, die kaum noch von echten Banken oder Behörden zu unterscheiden sind. Die Zeiten auffälliger Grammatikfehler sind vorbei – jetzt geht es um perfekt personalisierte Betrugsversuche.

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KI als Kraftmultiplikator für Kriminelle

Generative KI ermöglicht es Cyberkriminellen, massenhaft fehlerfreie und hochgradig personalisierte Phishing-Köder zu erstellen. Die Systeme analysieren Online-Verhalten und Kommunikationsstile, um maßgeschneiderte Nachrichten zu formulieren. Die Effizienz ist dramatisch gestiegen: Die Erstellung einer überzeugenden Betrugsnachricht dauert nur noch Minuten. Das ermöglicht polymorphe Angriffe, die ständig ihr Erscheinungsbild ändern und so signaturbasierte Sicherheitssysteme umgehen.

Laut einem Bericht von Anfang Februar 2026 hat sich die Geschwindigkeit der Angreifer vervierfacht. Vom ersten Eindringen bis zum Abfluss gestohlener Daten vergehen manchmal nur noch 72 Minuten. KI senkt die Einstiegshürde für Kriminalität erheblich und professionalisiert das Vorgehen durch Phishing-as-a-Service (PhaaS)-Modelle.

Smartphone im Fadenkreuz: Die Gefahr lauert im QR-Code

Die aktuelle Welle konzentriert sich stark auf mobile Endgeräte. Zwei Methoden stehen im Vordergrund: „Smishing“ (Phishing per SMS) und das besonders tückische „Quishing“ (Phishing per QR-Code). Diese Taktiken umgehen traditionelle E-Mail-Sicherheitsgateways, da der schädliche Link in einer Bilddatei – dem QR-Code – verborgen ist.

Das Scannen eines solchen Codes verlagert die Interaktion vom oft besser geschützten Firmen-Laptop auf das private Smartphone. Aktuelle Betrugsversuche, wie sie die Verbraucherzentrale am 23. Februar dokumentierte, nutzen Links zu gefälschten Bank-Webseiten. Die Zunahme von QR-Code-Angriffen ist dramatisch: Zwischen 2023 und 2025 stiegen sie um 400 Prozent.

Unternehmen müssen Abwehrstrategien dringend anpassen

Drei von vier Industrieunternehmen schätzen die Bedrohungslage als hoch ein, doch an der strategischen Umsetzung mangelt es oft. Experten raten zu einem mehrschichtigen Ansatz. Technisch sind fortschrittliche E-Mail-Sicherheitslösungen unerlässlich, die auch KI-basierte Angriffe erkennen. Kollaborationstools wie Microsoft Teams sollten so konfiguriert werden, dass die Kommunikation mit externen Kontakten kontrolliert wird.

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Der Faktor Mensch bleibt das zentrale Einfallstor. Sicherheitsschulungen müssen modernisiert werden und realistische Szenarien wie Mehrkanal-Angriffe, Chat-Nachrichten und gefälschte Anrufe abbilden. Entscheidend ist das Einüben fester Prozesse: Jede Aufforderung zur Änderung von Bankdaten muss über einen unabhängigen, verifizierten Kanal gegengeprüft werden.

Gesellschaftliche Herausforderung: Zu wenig Bewusstsein für reale Gefahr

Die Cyber-Bedrohungslage in Deutschland wird von Experten als „ernst und dynamisch“ beschrieben. Social Engineering ist bei rund 65 Prozent der Vorfälle die Methode für den Erstzugang. Gleichzeitig fühlen sich 64 Prozent der Menschen in Deutschland laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage nicht ausreichend über hybride Bedrohungen wie Phishing informiert. Diese Lücke zwischen wachsender Bedrohung und öffentlichem Bewusstsein stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

Ausblick: Die Angriffe werden noch raffinierter

Experten rechnen mit einer weiteren Eskalation. Zukünftige Kampagnen werden auf Multi-Channel-Angriffe setzen, bei denen E-Mails, Messenger-Nachrichten, SMS und KI-gestützte Anrufe kombiniert werden. Eine E-Mail kündigt einen Vorgang an, der kurz darauf durch eine Chat-Nachricht und einen Anruf eines vermeintlichen Vorgesetzten „bestätigt“ wird.

Für Unternehmen und Bürger bedeutet dies, eine Kultur der permanenten Wachsamkeit zu etablieren. Das BSI rät grundsätzlich: Niemals sensible Daten auf Aufforderung per Link preisgeben. Jede unerwartete Nachricht, die Dringlichkeit erzeugt, sollte misstrauisch machen. Die Verifizierung über einen zweiten, unabhängigen Kanal bleibt die wirksamste Verteidigungslinie.

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