KI-Phishing, Cyberkriminelle

KI-Phishing: Cyberkriminelle rüsten mit künstlicher Intelligenz auf

14.02.2026 - 08:22:12

Cyberkriminelle nutzen KI für perfekte Phishing-Angriffe im Behördenlook, während interne Schatten-KI und mangelnde Mitarbeitersensibilisierung die Risiken erhöhen.

Eine neue Welle hochprofessioneller Phishing-Angriffe stellt Unternehmen weltweit vor immense Herausforderungen. Sicherheitsbehörden warnen vor einer gefährlichen Eskalation, bei der Kriminelle täuschend echt als Behörden auftreten.

KI als Waffe: Der perfekte Betrug

Die Angriffe markieren einen Wendepunkt. Cyberkriminelle nutzen fortschrittliche große Sprachmodelle (LLMs), um grammatikalisch perfekte Nachrichten im Namen von Behörden zu erstellen. Klassische Warnsignale wie Rechtschreibfehler gehören damit der Vergangenheit an. Stattdessen setzen die Täter auf psychologische Manipulation – sie erzeugen künstliche Dringlichkeit oder drohen mit Strafen. In den letzten 72 Stunden häuften sich Fälle gefälschter E-Mails angeblicher Polizeibeamter oder SMS-Nachrichten von Verkehrsbehörden. Technologiekonzerne wie Microsoft warnen zudem vor neuen Techniken wie „Memory Poisoning“, bei denen der Speicher von KI-Assistenten manipuliert wird.

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Die interne Gefahr: Mitarbeiter als Schwachstelle

Während externe Bedrohungen intelligenter werden, wächst im Unternehmen eine unterschätzte Gefahr: die „Schatten-KI“. Mitarbeiter nutzen massenhaft nicht genehmigte KI-Tools, um ihre Produktivität zu steigern – und öffnen damit neue Einfallstore für Angreifer. Analysten von Gartner weisen darauf hin, dass diese Praxis bestehende Sicherheitskontrollen aushebelt. Der Faktor Mensch wird zur zentralen Angriffsfläche. Die neuen Phishing-Wellen nutzen gezielt Arglosigkeit und Vertrauen aus. Experten betonen: Ohne kontinuierliche Sensibilisierung der Belegschaft bleiben selbst die besten technischen Schutzmaßnahmen wirkungslos.

Globale Folgen: Kritische Infrastrukturen und KMU im Visier

Die Auswirkungen sind weitreichend. Behörden melden steigende Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen wie Energie- und Finanzsektor. Seit April 2025 wurden allein in der Schweiz über 260 solcher Angriffe registriert. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten ins Visier. Oft fehlen ihnen die Ressourcen, um mit der rasanten Bedrohungsentwicklung Schritt zu halten. Ransomware-Angriffe bleiben eine der größten Gefahren. Modelle wie Ransomware-as-a-Service (RaaS) senken die Einstiegshürde für Kriminelle und führen zu mehr Angreifergruppen.

Digitales Wettrüsten: Regulierungsdruck steigt

Die Lage gleicht einem Wettrüsten. Während Sicherheitsteams KI zur Abwehr nutzen, automatisieren Angreifer damit ihre Attacken. Diese Eskalation zwingt auch den Gesetzgeber zum Handeln. Verschärfte Vorgaben auf europäischer Ebene, wie die NIS-2-Richtlinie, erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Cyber-Resilienz nachweislich zu verbessern. Cybersicherheit ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern ein kritischer Geschäftsrisikofaktor für die Vorstandsetage. Die geopolitische Instabilität verschärft die Lage durch staatlich gesteuerte Wirtschaftsspionage.

Integrierte Sicherheit als Überlebensstrategie

Experten prognostizieren eine Zunahme hybrider Bedrohungen, die digitale und physische Angriffe kombinieren. Unternehmen müssen ihre Strategien grundlegend überdenken. Statt isolierter Technologielösungen ist ein integrierter Ansatz erforderlich, der Mensch, Prozesse und Technologie gleichermaßen berücksichtigt. Cybersicherheit muss von Beginn an in jede digitale Infrastruktur eingebettet sein. Entscheidend wird die Fähigkeit zur schnellen Reaktion auf Vorfälle. Letztlich hängt die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens davon ab, ob es eine echte Sicherheitskultur etablieren kann.

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