KI-Kompetenznetzwerk, Schweiz

KI-Kompetenznetzwerk: Schweiz schafft zentrale Anlaufstelle

01.02.2026 - 00:44:12

Die Schweiz etabliert ein nationales KI-Netzwerk, um Wirtschaft und Verwaltung bei der sicheren Anwendung der Technologie zu unterstützen und den strengen Datenschutz zu gewährleisten.

Die Schweiz bündelt ihre KI-Expertise: Ein neues nationales Kompetenznetzwerk soll Regierung, Wirtschaft und Wissenschaft beim Umgang mit künstlicher Intelligenz unterstützen. Die Initiative soll Vertrauen schaffen und Rechtssicherheit erhöhen.

Angesichts des rasanten technologischen Wandels reagiert die Schweizer Bundesverwaltung mit einer zentralen Koordinierungsstelle. Das neu gegründete Kompetenznetzwerk für künstliche Intelligenz (CNAI) fungiert als Dreh- und Angelpunkt für alle Fragen zu KI, Datenschutz und regulatorischen Rahmenbedingungen. Ziel ist es, den innovationsfreundlichen, aber sicheren Einsatz der Technologie voranzutreiben.

Netzwerk als Wissensvermittler und Vernetzer

Das CNAI versteht sich nicht als Projektträger, sondern primär als Enabler und Facilitator. Seine Kernaufgaben liegen in der Wissensvermittlung, der Vernetzung von Experten verschiedener Disziplinen und der Beratung bei komplexen Fragestellungen. Bestehende Fachstellen wie das Kompetenzzentrum für Datenwissenschaft (DSCC) werden eingebunden, um praktische Expertise zu teilen und Doppelarbeit zu vermeiden.

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Die Gründung geht auf einen Auftrag des Bundesrates aus dem Jahr 2019 zurück und ist Teil der übergeordneten Strategie „Digitale Schweiz“. Damit positioniert sich das Land bewusst als einer der wettbewerbsfähigsten digitalen Standorte Europas. Die interne Verwaltung soll von geteilten Erkenntnissen aus KI-Projekten profitieren und so effizienter werden.

Datenschutz als nicht verhandelbare Leitplanke

Ein zentraler Fokus des Netzwerks liegt auf der engen Verzahnung von KI-Anwendungen mit dem strengen Schweizer Datenschutzgesetz (DSG). Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) betont, dass das technologieneutrale DSG direkt auf KI-gestützte Datenverarbeitungen anzuwenden ist.

Entwickler und Anwender sind gesetzlich verpflichtet, Transparenz zu gewährleisten. Das bedeutet: Bürger müssen über Zweck, Funktionsweise und Datenquellen eines KI-Systems informiert werden. Sie haben zudem das Recht zu erfahren, ob sie mit einer Maschine interagieren, und können eine Überprüfung automatisierter Einzelentscheidungen durch einen Menschen verlangen. Das CNAI soll dabei helfen, diese abstrakten rechtlichen Vorgaben in die Praxis zu übersetzen.

Mehr Rechtssicherheit für die Wirtschaft

Für Schweizer Unternehmen kommt die zentrale Anlaufstelle zur rechten Zeit. Viele Firmen experimentieren noch mit KI, oft fehlt es an klarem Geschäftsnutzen. Eine Analyse der Boston Consulting Group zeigt, dass nur rund 5 Prozent der Unternehmen KI so einsetzen, dass sie das Betriebsergebnis spürbar verbessert.

Das Netzwerk will Orientierung bieten und bei den Grundlagen erfolgreicher KI-Projekte helfen. Dazu gehören klare Ziele, der Einsatz qualitativ hochwertiger Daten und die systematische Integration von KI-Ergebnissen in operative Entscheidungen. Wirtschaftsverbände begrüßen den Schritt als notwendig, um die Innovationskraft zu stärken und das öffentliche Vertrauen in die Technologie zu festigen.

Internationaler Kontext und kommende Regulierung

Die Schweiz agiert in einem dynamischen globalen Umfeld. Im März 2025 unterzeichnete sie die KI-Konvention des Europarats zu Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Bis Ende 2026 soll eine Vernehmlassungsvorlage für eine umfassende nationale KI-Regulierung erarbeitet werden.

Diese künftige Gesetzgebung wird sich an den Prinzipien der Europaratskonvention orientieren. Schwerpunkte sind Transparenz, Datenschutz und Nichtdiskriminierung. Das CNAI wird in diesem Prozess beratend mitwirken, um praxistaugliche Regeln zu entwickeln, die Innovation fördern statt sie zu behindern. Der Ansatz ist risikobasiert: Je höher das potenzielle Schadensrisiko einer KI-Anwendung, desto strenger die Auflagen.

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