KI-Gipfel soll Kreislaufwirtschaft revolutionieren
16.01.2026 - 02:53:12Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) setzt voll auf Künstliche Intelligenz. Auf einem Digital-Gipfel im März will die Branche zeigen, wie KI Mülltrennung und Recycling effizienter macht.
Die Abfallwirtschaft steht unter Druck: steigende Mengen, strenge EU-Vorgaben und Personalmangel. Künstliche Intelligenz soll jetzt den Durchbruch bringen. „Smart Recycling ist keine Zukunftsvision mehr, sondern entsteht gerade“, sagt ein Branchenkenner. Der bvse lädt für Anfang März 2026 zum ersten digitalen KI-Gipfel. Dort diskutieren Industrie, Tech-Experten und Politiker konkrete Anwendungen – von der Verwaltung bis zum Roboter im Sortierwerk.
Vom Büro bis zum Sortierband: Das Programm
Organisiert wird der Gipfel vom bvse-Fachausschuss für Technik, Logistik und Digitalisierung. Den Auftakt macht Dr.-Ing. Thomas Vögele vom DFKI Robotics Innovation Center mit einem Vortrag zu „Smart Recycling – KI und Robotik“. Im Fokus stehen zwei Bereiche: die digitale Optimierung von Logistik und Verwaltung sowie der technische Einsatz an der Sortieranlage.
Im Büro könnten KI-Assistenten Routen planen, Behälterfüllstände vorhersagen und Meldungen automatisieren. An der Anlage selbst geht es um Sensoren und Algorithmen, die Materialien präzise erkennen. Ein eigener Block widmet sich der Robotik. Sie soll künftig gefährliche oder schwere Arbeiten übernehmen. Die Botschaft ist klar: Ohne High-Tech sind die ambitionierten Recyclingquoten kaum zu schaffen.
Passend zum Thema KI‑Einsatz in der Entsorgungswirtschaft: Seit August 2024 gelten neue EU‑Regeln zur KI‑Nutzung, die Betreiber industrieller Systeme betreffen – von Dokumentation bis Risikobewertung. Wer KI in Sortieranlagen oder Logistikprozessen einsetzt, muss Kennzeichnungspflichten und Nachweispflichten beachten. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt kurz, welche Pflichten jetzt gelten und wie Unternehmen compliance‑sicher vorgehen. Der Leitfaden enthält Checklisten zur Risikoklassifizierung und Praxisbeispiele etwa für Machine‑Vision‑Systeme. Kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen
Durchbruch bei Kunststoffen: KI sortiert Lebensmittelverpackungen
Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie dringend die Branche auf KI angewiesen ist. Seit dem 14. Januar 2026 ist ein neues KI-gestütztes Sortiersystem für PET-Schalen im Gespräch. Es löst ein entscheidendes Problem: Die EU schreibt vor, dass recyceltes Plastik für neue Lebensmittelverpackungen nur aus alten Lebensmittelverpackungen stammen darf. Herkömmliche Systeme können das nicht unterscheiden.
Die neue KI, ein sogenannter Intelligenter Objekt-Identifikator, erkennt winzige Merkmale: die Form der Schale, Oberflächenstrukturen oder Drucke. So sortiert sie lebensmitteltaugliches PET sauber aus. Dies ermöglicht erstmals ein echtes „Schale-zu-Schale“-Recycling. Der Clou: Das System lernt ständig dazu und kann für neue Aufgaben trainiert werden – ohne teure Hardware-Umrüstungen.
Schweres Gerät wird smart: KI sortiert Bauschutt
Doch KI kann mehr als nur Kunststoffe. Forschungsprojekte wie SmartRecycling-Up unter Leitung des DFKI entwickeln Systeme für schwierige Abfallströme wie Bauschutt oder gemischten Siedlungsabfall. Bisher wird hier viel von Hand sortiert – teuer und ineffizient.
Die Lösung: Bagger und Kräne werden mit einer Sensorplattform ausgestattet. Multispektralkameras und Tiefensensoren scannen den Abfallhaufen. Eine KI analysiert die Daten in Echtzeit und erkennt Materialien wie Holz, Metall oder bestimmte Kunststoffe im dreidimensionalen Raum. Der Roboterarm greift dann gezielt zu. So können wertvolle Rohstoffe schon vor dem Schreddern aussortiert und gerettet werden. Die Effizienz steigt, die Kosten sinken.
Warum die Branche jetzt auf KI setzt
Der Druck auf die Entsorgungswirtschaft wächst von allen Seiten. Die Betriebskosten steigen, Fachkräfte für die manuelle Sortierung fehlen, und die politischen Vorgaben werden immer ambitionierter. KI verspricht hier die entscheidende Verbesserung: höhere Sortiergenauigkeit, mehr Produktivität und reine Sekundärrohstoffe für hochwertige Anwendungen.
Der bvse-Gipfel soll zum Katalysator werden. Er soll den Wissenstransfer beschleunigen und Investitionen in skalierbare KI-Lösungen anschieben. Die langfristige Vision sind intelligente, vernetzte Systeme, die den gesamten Materialfluss optimieren. Je mehr Daten die KI verarbeitet, desto klüger wird sie – und desto unverzichtbarer für eine echte Kreislaufwirtschaft.
Übrigens: Der bvse‑Gipfel treibt KI‑Projekte voran – aber viele Anbieter unterschätzen die Dokumentations‑ und Kennzeichnungspflichten nach dem AI‑Act. Der Gratis‑Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung fasst die wichtigsten Anforderungen, Übergangsfristen und praktische To‑dos für Entwickler und Anwender zusammen. Ideal für Entscheider in Entsorgung, Anlagenbau und Logistik, die ihre KI‑Systeme rechtssicher aufsetzen wollen. So vermeiden Sie Bußgelder und schaffen gleichzeitig Vertrauen bei Kunden und Behörden. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden sichern


