KI-gestützte, SMS-Betrüger

KI-gestützte SMS-Betrüger erbeuten fast 400.000 Euro

18.02.2026 - 07:01:12

Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz für personalisierte Smishing-Angriffe, die zu hohen finanziellen Schäden führen. Behörden warnen vor gefälschten Nachrichten von Rentenversicherung und Finanzamt.

Eine neue Welle von SMS-Betrug überrollt Deutschland und Österreich. Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz, um ihre Angriffe persönlicher und überzeugender zu gestalten. Ein besonders drastischer Fall aus Oberösterreich zeigt die akute Gefahr: Ein 58-Jähriger verlor am vergangenen Wochenende fast 400.000 Euro an Betrüger, die sich per SMS als Finanzamt ausgaben.

So läuft der perfide Betrug ab

Der Mann aus dem Bezirk Linz-Land erhielt eine SMS zur angeblichen Verlängerung seiner „Finanz Online ID“. Der Link führte auf eine gefälschte Webseite, wo er seine Bankzugangsdaten eingab. Anschließend kontaktierten ihn die Täter telefonisch – als vermeintliche Bankmitarbeiter. Sie behaupteten, sein Konto sei gehackt worden und müsste wiederhergestellt werden.

Über mehrere Stunden hinweg manipulierten sie das Opfer zu mehreren Transaktionen. Die Dreistigkeit gipfelte darin, dass ein Komplize sich als Kriminalbeamter ausgab. Er holte die Bankomatkarte des Geschädigten persönlich ab und hob damit Bargeld ab.

Deutschland im Visier: KI macht Phishing gefährlicher

Auch deutsche Behörden warnen vor einer neuen Flut von Betrugsversuchen. Aktuell kursieren besonders gefälschte Nachrichten, die angeblich von der Deutschen Rentenversicherung stammen und zur „Aktualisierung“ von Daten auffordern. Eine neue Masche zielt auf Nutzer von KI-Diensten wie OpenAI ab, die mit angeblichen Abo-Problemen und Kontosperrungen lockt.

Daneben bleibt der altbekannte „Hallo Mama/Hallo Papa“-Betrug via SMS weit verbreitet. Die Nutzung von KI ermöglicht es Kriminellen, ihre Nachrichten individuell anzupassen und sprachlich fehlerfrei zu gestalten. Das erschwert die Erkennung erheblich.

Die Psychologie hinter dem „Smishing“

Der Erfolg dieser als Smishing (SMS-Phishing) bekannten Masche beruht auf psychologischer Manipulation. Die Täter erzeugen gezielt Dringlichkeit oder Angst, indem sie mit Kontosperrungen oder rechtlichen Schritten drohen. Sie missbrauchen die Namen vertrauenswürdiger Institutionen.

Die Kombination aus SMS und folgendem Anruf verstärkt die Glaubwürdigkeit. Textnachrichten genießen oft mehr Vertrauen als E-Mails – und werden auf dem Smartphone schneller unüberlegt angeklickt.

Ein Milliardenschweres Kriminalitätsfeld

Die Bedrohung durch Cyberkriminalität bleibt in Deutschland auf hohem Niveau. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte für 2024 über 131.000 Fälle – bei einer hohen Dunkelziffer. Die finanziellen Schäden sind enorm und können existenzbedrohend sein.

Kriminelle agieren zunehmend professionell und nutzen die „Underground Economy“. Diese bietet kriminelle Dienstleistungen quasi am Fließband an. Phishing und Smishing gelten als Haupteinfallstore für weiterfühende Cyberangriffe.

So schützen Sie sich effektiv

Experten erwarten, dass die Angriffe noch zielgerichteter werden. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen:

  • Grundlegende Skepsis: Seien Sie misstrauisch gegenüber allen unaufgeforderten Nachrichten.
  • Nicht klicken: Folgen Sie niemals Links in verdächtigen SMS oder E-Mails.
  • Direkt nachfragen: Kontaktieren Sie die angegebene Organisation über deren offizielle, selbst recherchierte Kanäle.
  • Technische Sicherheit: Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung, halten Sie Software aktuell und erwägen Sie eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter.
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Wer Opfer eines Betrugs geworden ist, sollte umgehend die Bank kontaktieren, Passwörter ändern und Anzeige bei der Polizei erstatten.

@ boerse-global.de

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