KI-gestützte, Betrugswelle

KI-gestützte Betrugswelle trifft deutsche Smartphone-Nutzer

26.02.2026 - 09:10:42 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen KI für täuschend echte SMS- und WhatsApp-Nachrichten, um an sensible Daten zu gelangen. Verbraucherschützer und Polizei warnen vor der akuten Gefahr und geben konkrete Schutzempfehlungen.

Eine neue Welle täuschend echter Betrugsnachrichten überflutet deutsche Smartphones. Kriminelle nutzen Künstliche Intelligenz, um ihre SMS- und WhatsApp-Angriffe perfekt zu gestalten. Verbraucherschützer und Polizei warnen aktuell vor der akuten Gefahr durch sogenanntes Smishing.

Die Verbraucherzentrale warnte diese Woche vor einer neuen Qualität der Betrugsmaschen. KI-gestützte Sprachmodelle generieren Nachrichten ohne die früher typischen Rechtschreibfehler. Das erschwert die Erkennung für Laien erheblich. Parallel meldete die Polizei Nordrhein-Westfalen einen konkreten Fall: Ein 78-Jähriger verlor durch eine gefälschte WhatsApp-Nachricht einen vierstelligen Betrag.

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Wie KI den perfekten Betrugstext schreibt

Die aktuellen Smishing-Kampagnen wirken bemerkenswert professionell. Traditionelle Erkennungsmerkmale verlieren an Bedeutung. Die eingesetzte KI erstellt nicht nur fehlerfreie, sondern auch kontextuell passende Texte in großer Menge. Die Täter nutzen anonyme SMS-Gateways für den Massenversand zu minimalen Kosten.

Besonders verbreitet sind zwei Szenarien. Zum einen fordern SMS im Namen von Banken zu dringenden Sicherheitschecks auf. Untätigkeit, so die Drohung, führe zur Kontosperrung. Zum anderen grassieren gefälschte Benachrichtigungen von Paketdiensten wie DHL. Die enthaltenen Links führen auf Phishing-Seiten, die Bankdaten abgreifen oder Schadsoftware installieren.

WhatsApp: Vom digitalen Enkeltrick zum Gruppenbetrug

Neben SMS hat sich WhatsApp zum zentralen Einfallstor entwickelt. Der Fall aus Kerken zeigt den digitalisierten Enkeltrick: Betrüger gaben sich als Sohn in Not aus. Sie bauen durch Alltagskonversation Vertrauen auf, bevor sie um Geld bitten.

Eine weitere, verheerende Masche ist der Anlagebetrug in geschlossenen WhatsApp-Gruppen. Davor warnt auch die österreichische Finanzmarktaufsicht. Opfer werden in scheinbar exklusive Investment-Gruppen gelockt. Komplizen präsentieren gefälschte Erfolgsberichte und versprechen hohe Renditen. Anfangs zahlen sie sogar kleine Gewinne aus. Sobald größere Summen fließen, brechen sie den Kontakt ab.

„Ghost Pairing“: Wenn Kriminelle Ihr Konto übernehmen

Die Angriffe gehen über reines Social Engineering hinaus. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor der technischen Methode „Ghost Pairing“. Dabei kapern Kriminelle unbemerkt das WhatsApp-Konto des Opfers auf ihrem eigenen Gerät.

Der Angriff beginnt oft mit einer Phishing-Nachricht von einem bereits gekaperten Konto eines Bekannten. Der Link führt zu einer gefälschten Seite. Dort gibt das Opfer seine Telefonnummer und den per SMS erhaltenen Verifizierungscode ein. Mit diesem Code autorisiert es unwissentlich das Gerät des Angreifers. Der hat fortan vollen Zugriff und nutzt das Konto für weitere Betrugstaten.

Ein Milliardengeschäft mit hohen Klickraten

Die Smishing-Welle ist Teil eines größeren Trends. Deutschland steht im Fokus von Cyberkriminellen. Eine Analyse für 2025 zeigte 18,6 Millionen kompromittierte Nutzerkonten hierzulande. Der wirtschaftliche Schaden durch Cyberkriminalität wurde auf über 202 Milliarden Euro geschätzt.

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Da herkömmliche Updates allein oft nicht ausreichen, um komplexe Phishing-Angriffe und Kontenübernahmen zu verhindern, empfehlen Experten zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. Welche fünf Maßnahmen Ihr Smartphone spürbar sicherer machen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden. Kostenlosen Android-Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Warum setzen Kriminelle so stark auf SMS? Die Klickrate bei SMS-Links ist sechs- bis achtmal höher als bei E-Mails. Diese einfache Verfügbarkeit von KI-Technologie wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Sie ermöglicht auch weniger versierten Kriminellen hochprofessionelle Angriffe.

So schützen Sie sich vor den KI-Betrügern

Angesichts der Bedrohung sind konkrete Schutzmaßnahmen entscheidend. Behörden und Verbraucherschützer empfehlen ein Bündel an Vorkehrungen.

Absolute Skepsis ist die erste Regel. Klicken Sie niemals auf Links in unerwarteten SMS oder WhatsApp-Nachrichten. Egal, wie glaubwürdig der Absender erscheint.

Immer verifizieren. Bei einer verdächtigen Nachricht von einem Bekannten oder einer Firma: Kontaktieren Sie die Person oder Organisation über einen separaten, bekannten Weg. Nutzen Sie eine offizielle Telefonnummer oder Webseite.

Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Die 2FA bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene für Messenger- und Online-Konten. Sie schützt selbst bei gestohlenem Passwort.

Drittanbietersperre einrichten. Richten Sie diese Sperre bei Ihrem Mobilfunkanbieter ein. Sie verhindert unerwünschte Abonnements über Ihre Handyrechnung.

Apps nur aus offiziellen Stores wie denen von Google und Apple herunterladen. Das minimiert das Risiko, sich Schadsoftware einzufangen.

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